ASUS Transformer Pad Infinity TF700T – Android Full-HD Tablet

ASUS hat sich mit der Transformer Serie schon einen guten Namen in der Android Tablet Szene gemacht und setzt mit dem neusten Flaggschiff der Reihe auch einen neuen Meilenstein. Das ASUS Transformer Pad Infinity TF700T hat ein 10,1 Zoll Full-HDDisplay mit einer Auflösung von 1920x1200 Pixeln. Es sei am Rande erwähnt, dass es zwar das erste Full HD Tablet bei der Ankündigung war, inzwischen das Acer A700 aber auch am Markt ist und Full HD liefert.

Diese Tablets gibt es meistens in unterschiedlichen Konfigurationen. Der nachfolgende Test wurde mit einem TF700T mit 64 GB internem Speicher, WLAN (kein UMTS), Champagne Gold, ohne Dock vorgenommen. Sollte ich noch die Möglichkeit bekommen ein Dock zu testen, werde ich dies natürlich nachholen.

ASUS Transformer Pad Infinity TF700T - Technische Daten

  • Betriebssystem: Android 4.0 Ice Cream Sandwich
  • Bildschirm: 25,7cm (10,1 Zoll) LED Hintergrundbeleuchtung WUXGA (1920x1200) Screen mit Super IPS+ Panel,  10 Finger Multitouch Unterstützung
  • Prozessor: NVIDIA Tegra 3 Quad-core CPU
  • Arbeitsspeicher:  1 GB
  • Kamera: 8 MP Rückkamera mit Autofocus und Blitz, 2 MP Frontkamera
  • Systemspeicher: 64 GB EMMC + 8G life time ASUS Webstorage
  • Konnektivität: WLAN 802.11 b/g/n@2.4GHz, Bluetooth V3.0+EDR
  • Schnittstellen Pad: 1 x 2-in-1 Audio Jack (Headphone / Mic-in), 1 x micro HDMI, 1 x Micro SD Card Reader
  • Schnittstellen Mobile Dock: 1 x USB2.0 port, 1 x SD Card Reader
  • Sensoren: G-Sensor, Lichtsensor, Gyroscope, E-compass, GPS
  • Akku:  9,5 Stunden; 25Wh Li-polymer Battery; 14 Stunden Tablet mit Dock;
  • Abmessungen: 263 x 180,8 x 8,5 mm
  • Gewicht: 598 g

Lieferumfang, Gehäuse und Verarbeitung

Neben dem Tablet an sich liegen der Verpackung noch typischerweise eine Kurzanleitung und ein Garantieheft bei. Das Ladegerät ist, wie heute so oft, ein Netzteil mit abnehmbarem USB Kabel, welches leider in einen ASUS eigene Stecker mündet. Warum genau man bei Tablets diese Unart verfolgt ist mir nicht ganz klar, aber wir werden es wohl ertragen müssen, bis die Hersteller gesetzlich gezwungen werden, sich zu bessern. Als kleinen Bonus spendiert ASUS noch ein Reinigungstuch für das Display, dies ist auch wichtig, wie jeder schnell merken wird.

Das Gehäuse ist auf der Rückseite, immerhin bei der goldenen Variante, nicht sonderlich anfällig für störende Fingerabdrücke. Dies soll nicht heißen, dass es nicht möglich sei solche zu entdecken, aber ich empfinde sie als wenig nervend. Auf dem Display sieht dies leider ganz anders aus, allerdings ist mit auch kein Tablet bekannt, welches dieses Problem nicht hat.

Das Metallgehäuse macht rund herum einen sehr soliden Eindruck und wird bei normalen Gebrauch nicht eingedrückt und bietet keinen Anzeichen von knarzen oder knacken. In manchen Berichten wird davon gesprochen, dass die Displayeinfassung etwas scharfkantig sei. Meinem Empfinden nach, ist hier zwar eine klare Kante spürbar, von scharfkantig kann aber keine Rede sein. Das Gesamtpaket liegt gut in der Hand und ist für ein 10 Zoll Gerät auch nicht zu schwer.

Die Anschlüsse sind alle gut erreichbar und sauber eingefasst. Der Dockanschluss unten in der der Mitte (im Querformat) verhindert eventuell das Aufstellen in entsprechendem Zubehör, dies ist allerdings wohl ein allgemeines Problem, welches sich schwer umgehen lässt. Nicht so geschickt positioniert ist der Lautsprecher. Dieser lag bei meinen Tests des Öfteren genau unter meiner Hand, wenn man das Tablet im Querformat hält. Natürlich kann man dies umgehen, indem man es genau anders herum hält, jedoch würde mich dann stören, dass der ASUS Schriftzug auf dem Kopf steht.

Display

Hauptaugenmerk und Kaufgrund für das ASUS Transformer Pad Infinity TF700T dürfte wohl das Display sein. Full-HD Genuss in deiner Hand, da wird dem Auge geschmeichelt. 1920x1200 Pixel auf 10,1 Zoll, das entspricht 224 PPI. Anbei ein kleiner Vergleich, der aufzeigt, dass nur das neue iPad noch mehr PPI bietet:

  • ASUS Transformer Infinity TF700 und Acer Iconia A700 - 224 PPI
  • Apple iPad / iPad 2 - 132 PPI
  • Apple new iPad - 264 PPI
  • ASUS Transformer (TF101 und TF201) - 149 PPI
  • Motorola Xoom 2 - 149 PPI
  • Sony Tablet S - 161 PPI

Das Display ist alles in allem das versprochene Glanzstück des Gerätes und ich finde die Farbwiedergabe und Schärfe wunderbar. ASUS setzt beim Transformer Infinity, wie die meisten Tablet Hersteller, auf ein IPS Panel. Vom ersten Einschalten über das Betrachten von Texten, Bildern oder Videos, alles sieht äußert gut aus. Als besonderes Extra hat ASUS neben der normalen Helligkeitsregelung und dem Automatikmodus noch einen extra hellen Outdoor Modus eingerichtet. Während meines Test schien draußen kräftig die Mittagssonne und ich konnte wirklich nicht das Geringste erkenne, als ich mit dem Rücken zur Sonne stand. Das aktivieren des Outdoor Modus brachte hier einen klar erkennbaren Vorteil und es reichte aus um danach ein paar Testfotos zu schießen. Natürlich lässt sich direkte Sonneneinstrahlung nicht ganz umgehen und diese Art der Hintergrundbeleuchtung wird auch kräftig am Akku nagen, aber es kann den entscheidenden Unterschied machen.

Software, Bedienung und Performance

ASUS liefert das Transformer Pad Infinity TF700T mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich in kaum angepasster Variante aus. Dies wird vielen Fans des puren Android-Erlebnisses gefallen und alle anderen kaum stören, da Android 4.0 auf Tablets eine wirklich gute Figur macht. In gewohnter Weise kann man durch sieben Homescreens blättern und nach belieben App Verknüpfungen und Widgets platzieren. Wobei seit Android 4.0 diese Widgets auch in der Größe veränderlich und scrollbar sein können.

Zusätzlich bietet ASUS eine eigene Tastatur an, welche Wortvorschläge, Rechtschreibkorrektur und eine Art Swype (Buchstaben durch wischen verbinden) unterstützt. Letzteres finde ich auch beim Tablet ziemlich schwach, da es sich gerade im Querformat so gar nicht anbietet. Eine geteilte Tastatur für ein Tippen mit zwei Daumen wäre hier wohl angebrachter gewesen. Aber dank Google Play Store, stehen einem hier genug Möglichkeiten offen.

Neben dem bekannten Benachrichtigungs Pop-Up bietet ASUS auf Wunsch eine aufgebohrte Version an, welche direkten Zugriff auf die Energiesteuerung, Helligkeit und vorgefertigte Performance Settings beinhaltet. Dieses Pop-Up bietet meiner Meinung nach einen echten Mehrwert, jedoch ist es nur optional. Hiermit hat ASUS wohl eine Lösung implementiert, die allen gerecht wird.

Angesprochene Performance Einstellungen bieten dem Nutzen die Möglichkeit, sich für mehr Performance oder mehr Akku Lebensdauer zu entscheiden. Was hier wirklich ratsam ist schwankt wohl von Nutzer zu Nutzer und konnte auch in meinem kurzen Testzeitraum nicht näher geprüft werden.

Die Benutzeroberfläche Arbeit durchweg zügig und stabil, alle gewählten Anwendungen starten zügig. Ein paar von mir ausprobierte Spiele liefen in hervorragender Bildqualität und ohne Ruckeln ab. Mein Test war zugegebenermaßen nicht sonderlich lang, allerdings war bis dahin auch noch kein Anzeichen von Wärmeentwicklung zu bemerken. Etwas verwunderlich und eventuell nervig habe ich die Performance in der Galerie empfunden. Beim Öffnen von Bildern im Vollbildmodus brauchte es merklich lange, bis die volle Auflösung geladen wurde. Der bekannte Effekt des Nachschärfens dauerte mir persönlich doch zu lange. Obwohl das Bilderlebnis danach beachtlich ist.

Die durch ASUS vorinstallieren Apps konnte ich leider in der kurzen Zeit nicht alle testen, falls ich dazu noch mehr finde, füge ich es gerne ein. Zu erwähnen sei noch, dass es sich um ein Tegra Device von NVIDIA handelt und man somit Zugang zu einem exklusiven App Store erhält, in dem Tegra optimierte Spiele angeboten werden.

Kamera

Über die Qualität will ich kaum Worte verlieren und lade einfach ein Paar Testbilder hoch. Es sollte in der Praxis wohl kaum jemand mit dem Tablet als Kameraersatz herumlaufen. Jedoch ist die Videofunktion gerade für Videochats recht angenehm.

Positiv angetan war ich vom Interface der Kamera Anwendung. Die verschiedenen Funktionen sind gut angeordnet und lassen sich super mit einem Daumen auswählen. Egal ob Foto-, Video- oder Panoramamodus, alles wirkt sauber strukturiert und nicht überladen. Neben den Probeaufnahmen sind auch Screenshots der Kamera Anwendung angefügt.

Testbilder der Rückkamera:

Screenshots der Kamera Anwendung:

GPS und Akku

Beides konnte ich leider nicht ausführlich testen in der Kürze der Zeit. Ein kurzer Ausflug in Google Maps bescherte mir allerdings eine zügige und ca. 20 Meter genaue Positionsbestimmung. Das Aufladen des Gerätes wenn es vollständig entladen ist dauert ca. drei Stunden. Mehr kann ich euch leider an dieser Stelle nicht anbieten.

Fazit

Ein großartiges Android Tablet welches mit dem Full-HD Display einen Standard setzt, welcher sich hoffentlich sehr zügig verbreiten wird. Das Android Erlebnis in Full HD läuft sehr solide und es gibt keine Darstellungsprobleme durch die Auflösung. Das Angebot an tabletoptimierten Apps für Android ist noch nicht auf dem Niveau von iOS, aber doch schon ganz ansehnlich wie ich finde. Mit solch einem Tablet im Haus wird man für den privaten Gebrauch den Laptop wohl ganz schnell einstauben lassen. Wer längere Texte tippen möchte, könnte ja noch Tastaturdock greifen.

ASUS hat das Gerät sehr gut verarbeitet und sich in der Vergangenheit auch als schnelles Update Lieferant einen Namen gemacht. Die enge Kooperation mit Google bei der Produktion des Nexus 7 sollten hier sein Übriges tun, sodass wir sicherlich schnell ein Jelly Bean Update zu sehen bekommen.

599€ ist der aktuelle Marktpreis des von mir getesteten Gerätes momentan, damit spielt das ASUS Transformer Infintiy in der gehobenen Preisklasse mit. Es weiß durchaus zu überzeugen für sein Geld, auch wenn jeder immer bedenken sollte, dass Android Tablets keine iPads sind. Dies ist nicht wertend gemeint, sondern als Differenzierung.

Es zählt auf jeden Fall zu den Geräten, welche ich mir kaufen würde, wenn ich gerade 600€ über hätte ;)

Bilder vom Gehäuse