Aus der "Produktionshölle": So geht es beim Bau des Tesla Model 3 zu

Peinlich !6
Eine Tesla-Produktionsstraße
Eine Tesla-Produktionsstraße(© 2017 Alexis Georgeson/Tesla)

Bei Tesla läuft es nicht rund: Längst sollten 1.500 Model 3 vom Band gelaufen sein, produziert wurden aber nicht einmal 300. Auf Instagram zeigt Tesla-Boss Elon Musk nun einen Ausschnitt aus der Produktion eines Model 3. Motto: Läuft! Wirklich?

Die Nachfrage nach dem Tesla Model 3 ist, im Verhältnis gesehen, hoch. Über 400.000 Bestellungen sollen nach der offiziellen Vorstellung beim Autobauer eingegangen sein. Kein Wunder. Schließlich ist das Elektroauto mit einem Preis von 35.000 US-Dollar der mit Abstand günstigste Tesla. Wer sich jetzt ein Model 3 vorbestellt, muss mehrere Monate auf die Auslieferung warten. Vielleicht sogar noch länger. Denn offenbar stellt die Produktion des günstigen Tesla den Hersteller vor einige Probleme.

Produktion wirkt sich auf andere Teslas aus

Die sind sogar so gravierend, dass CEO Elon Musk die Vorstellung des Elektro-LKW Semi vom 26. Oktober auf den 16. November verschieben musste. Denn von den bis Anfang Oktober angepeilten 1.500 produzierten Autos ist Tesla weit entfernt. Stattdessen hat der Hersteller im geplanten Zeitraum nur 260 Autos gefertigt. Ein paar Sub-Systeme für die Fertigung hätten mehr Zeit als erwartet gebraucht, um einsatzfähig zu sein. Ein grundsätzliches Problem mit der Produktion oder Zulieferern liege aber nicht vor, hieß es in einer Mitteilung an die Investoren.

Um zu zeigen, dass sich weder Geldgeber noch Kunden sorgen müssen, postete Elon Musk auf Instagram nun einen kurzen Clip, in dem Roboter vollautomatisch an der Karosserie eines Model 3 arbeiten. Laut Musks Angaben arbeiten die Maschinen in dem Video mit nur einem Zehntel der möglichen Geschwindigkeit. Auf Twitter erklärt er: Das Tempo der Maschinen sei verlangsamt wurden, um die Beständigkeit zu überprüfen "und damit eine Person die Roboter rechtzeitig stoppen kann, wenn etwas schief geht."

"Offen gesagt, befinden wir uns in der Produktionshölle."

Es soll auch beweisen, dass die komplette Produktion vollautomatisch abläuft. Menschen sind in dem kurzen Video tatsächlich nicht zu erkennen. Nötig macht die Aktion ein Bericht des Wall Street Journal, in dem heißt es, zumindest zu Anfang seien die Autoteile teilweise von Hand zusammengebaut worden. Insidern zufolge haben Fabrikmitarbeiter in einem gesonderten Bereich bereits Teile des Model 3 zusammengesetzt, während das Unternehmen unter Hochdruck daran gearbeitet hatte, die Maschinen für die Fertigungsstraße fertigzustellen.

Dass sich die Massenfertigung des Autos schwierig gestalten würde, war Musk wohl schon vorher klar. Auf der Keynote zur Auslieferung der ersten 30 Model 3 sprach er von der Produktionshölle: "Offen gesagt, werden wir uns in der Produktionshölle befinden." Ein Rezept, wie man diesem unschönen Ort entkommen kann, lieferte Musk aber auch gleich mit: "Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter!" In Anbetracht der Tatsache, dass Tesla bis Dezember 2017 die Produktion auf 50.000 Autos pro Woche hochfahren will, wird es für das Unternehmen unter den gegebenen Umständen ein strammer Marsch.


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