Ava: Der erste Schlaf- und Zyklus-Tracker für Frauen

Zyklus-Apps für das Smartphone gibt es etliche, mit dem Wearable Ava kommt nun aber auch der erste Zyklus-Tracker für Frauen auf den Markt.
Zyklus-Apps für das Smartphone gibt es etliche, mit dem Wearable Ava kommt nun aber auch der erste Zyklus-Tracker für Frauen auf den Markt.(© 2018 Ava Science Inc.)

Zyklus-Apps für das Smartphone gibt es etliche, mit dem Wearable Ava kommt nun aber auch der erste Zyklus-Tracker für Frauen auf den Markt: Der macht manuelle App-Eingaben überflüssig, indem er neun verschiedene Körper-Parameter über das Handgelenkt ermittelt. Als zuverlässige Verhütungsmethode versteht sich Ava nicht, kann aber Frauen mit Kinderwunsch unterstützen.

Das smarte Armband speziell für Frauen wird nur nachts getragen und ist mit diversen Sensoren ausgestattet, die neun Körperparameter tracken: Puls, Schlafqualität, Bewegung, Wärmeverlust, Atemfrequenz, Temperatur, Herzfrequenzvariabilität, Durchblutung und Bioimpedanz. Am Morgen wird Ava dann mit der gleichnamigen App synchronisiert und soll der Nutzerin Auskunft geben über ihre Gesundheit, ihren Stresslevel, die Schlafqualität und ihren Zyklus. Insbesondere sollen Frauen, die sich ein Kind wünschen, live auf dem Smartphone sehen können, ob sie gerade fruchtbar sind oder nicht.

An den fruchtbaren Tagen steigt die Körpertemperatur minimal

Als natürliche Verhütungsmethode erfreut sich die Temperaturmessung immer größerer Beliebtheit bei Frauen, die auf hormonelle Verhütung verzichten wollen. Allerdings erfordert das Verfahren Disziplin, weil Anwenderinnen dafür jeden morgen direkt nach dem Aufwachen und noch im Liegen, also ohne Verfälschung durch körperliche Aktivität, ihre Körpertemperatur messen und dokumentieren müssen. Nach dem Eisprung steigt diese nämlich um etwa 0,3 Grad. Die minimal erhöhte Körpertemperatur gibt dementsprechend Auskunft über die fruchtbaren Tage. Vor allem bei jungen Frauen oder bei Frauen, die häufig Stress haben, viel Sport treiben, einen unregelmäßigen Zyklus haben oder auch durch Krankheit natürlichen Temperaturschwankungen unterliegen, eignet sich die Temperaturmessung weniger als zuverlässige Verhütungsmethode. Der Pearl-Index ist ein medizinisches Maß für die Zuverlässigkeit von Methoden zur Empfängnisverhütung und ordnet die Messung der Temperatur mit 0,8 bis 3 ein: Demnach werden im Laufe eines Jahres bei dieser Art der Verhütung eine bis drei Frauen Schwanger. Zum Vergleich: Bei der Pille sind es 0,1 bis 0,9.

Am Handgelenk fällt die Messung der Temperatur auch nicht so genau aus, wie mit einem Fieberthermometer. Dafür sammelt Ava auch noch andere Körperdaten, die sich im Laufe eines Zyklus leicht verändern, wie etwa die Atemfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität oder die Durchblutung. Dennoch will Ava kein Mittel zur Verhütung sein, sondern umgekehrt Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft unterstützen und zu mehr Gesundheitsbewusstsein verhelfen.

So sieht das Ava-Armband, das nur nachts getragen wird, mit der zugehörigen App aus.(© 2018 Ava Science Inc.)

Die Genauigkeit des Zyklus-Trackings bei Ava

Der Hersteller gibt an, dass Frauen jeglichen Alters mit einer Zykluslänge von 24-35 Tagen nutzen können. Ava soll im Schnitt 5,3 fruchtbare Tage ermitteln und nimmt den Anwenderinnen unter anderem das aufwendige Temperaturmessen jeden Morgen ab. Der Hersteller gibt eine 89-prozentigen Genauigkeit seines Wearables an. Das smarte Armband wurde ein Jahr lang im Rahmen einer Studie am Universitätsspital Zürich getestet.

Damit könnte Ava ein nützliches Wearable für Frauen sein, die mehr auf ihren Körper, ihre Gesundheit und Erholung achten möchten und ihren Zyklus besser verstehen wollen. Auch bei Kinderwunsch oder der Dokumentation des Schwangerschaftsverlaufes kann Ava helfen. Das Armband hat allerdings auch seinen Preis: Für derzeit 249 Euro muss frau sich gut überlegen, ob es ihr das Wert ist.

Ava richtet sich eher an Frauen, die schwanger werden oder ihren Zyklus und Körper besser verstehen wollen, als an Mädels, die sicher verhüten möchten.(© 2018 Ava Science Inc.)

Über Ava und Alternativen des Zyklus-Trackings

Hinter Ava steckt das gleichnamige Schweizer Unternehmen, das 2014 von Pascal Koenig, Philipp Tholen, Peter Stein und Lea von Bidder gegründet wurde sich auf Frauengesundheit spezialisiert hat. 2017 wurde Ava in der Schweiz zum Start-up des Jahres gekürt und das Ava-Armband hat unter anderem den internationalen Preis „The Bump Best of Baby Tech CES 2017” im Bereich Fruchtbarkeit und Schwangerschaft gewonnen. Mehr Infos findet ihr auf der Webseite von Ava, wo das Wearable auch für derzeit 249 Euro bestellt werden kann. Wer auf der Suche nach einer Alternative ist, kann sich die Fitbit Versa anschauen: Die kleine Fitnessuhr mit Smartwatch-Funktionen hat vor kurzem das Feature Frauengesundheit erhalten, das einen Zyklus-Tracker auf der Uhr sowie in der Fibbit-App integriert. Hier müssen Frauen zwar noch selbst ihre Temperatur messen und den Zyklus manuell dokumentieren, aber haben dafür mit der Versa auch tagsüber einen smarten und sportlichen Begleiter am Handgelenk.

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