BASE Lutea 3 - Test nach zwei Monaten Nutzung

Vor gut zwei Monaten habe ich das Mittelklasse-Smartphone BASE Lutea 3 für einen Test erhalten. Meine ersten Eindrücke nach kurzer Nutzung habe ich hier bereits festgehalten. Um es kurz zu fassen: Ich war sowohl von der Verarbeitung, als auch der Haptik des Smartphones positiv überrascht. Nun, da ich das Smartphone schon etwas länger ständig an meiner Seite habe, erlaube ich mir ein abschließendes Urteil zu fassen.

Das BASE Lutea 3 ist, wie man sich bereits denken kann, das dritte Smartphone, das BASE unter eigener Marke vertreibt. Die ersten beiden Lutea-Generationen wurden vom chinesischen Hersteller ZTE entwickelt, beim BASE Lutea 3 setzt man auf den Hersteller „TCL“, der Smartphones in einem Joint-Venture mit der bekannteren französischen Firma „Alcatel-Lucent“ fertigt.

Design, Haptik und Verarbeitung

BASE bietet das das BASE Lutea 3 für 199€ ohne Vertragbindung, bzw. für einmalig 79€ inkl. 5€ monatlich in Kombination mit einem BASE-Vertrag, an. In BASE Shops gibt es darüber hinaus das Angebot, das Smartphone auch für 9€ monatlich ohne einmalige Zahlung zu einem Vertrag dazuzubuchen.

Das BASE Lutea 3 wird in einer weißen Kartonverpackung vertrieben. Ein In-Ear-Headset, ein Ladegerät, sowie eine gedruckte Anleitung liegen als Zubehör bei. Die mitgelieferte 4-GB-microSD-Karte ist bei der Auslieferung bereits im BASE Lutea 3 eingelegt.

Das Smartphone fasst das 4,3“ große Display in einen weißen Rahmen ein, der Rand ist in silberfarbenem Kunststoff gehalten. Die abnehmbare Rückseite ist ebenfalls weiß, der untere Teil ist dabei schräg geriffelt und soll wohl den Widerstand in der Hand erhöhen, so dass das BASE Lutea 3 nicht so einfach aus der Hand rutscht. Die Kamera und der Lautsprecher sind auch in Kunststoff mit Silberoptik gefasst. Das BASE Branding ist dezent gehalten, vorne und hinten ist jeweils ein schwarzer BASE Schriftzug zu finden.

Mir gefällt das Design gut. Da die Optik jedoch immer eine Geschmackssache ist, macht man sich am besten anhand der Bilder ein eigenes Bild. Die Haptik, also das Gefühl in der Hand, gefällt mir ebenfalls. Die Ecken des Smartphones sind abgerundet, es passt gut in meine (recht große) Hand. Auch die geriffelte Rückseite fühlt sich gut an. Sowohl die Lautstärkewippe, als auch der Powerknopf, lassen sich mit einer Hand gut erreichen. das Gewicht von 147 Gramm lassen das Smartphone wertig wirken.

An der Verarbeitung des Geräts habe ich ebenfalls nichts auszusetzen. Egal wie hart man das Smartphone anfasst, es knarzt nicht - die Akkuabdeckung sitzt sehr fest auf dem BASE Lutea 3. Der verwendete Kunststoff wirkt hochwertig. Es gibt auf dem Markt einige signifikant teurere Oberklasse-Geräte mit schlechterer Verarbeitung.

Display

Kommen wir nun zu den inneren Werten und damit gleichzeitig auch zum ersten und einzigen großen Kritikpunkt, dem Display. Die Größe des Displays (4,3“) gefällt mir gut, der Touchscreen funktioniert ohne Störungen. Leider wird die Auflösung von 840 x 480 Pixeln der Größe des Displays jedoch nicht ganz gerecht. Bei normaler Nutzung fällt dies nicht ins Gewicht. Hält man das BASE Lutea 3 hingegen näher vor seine Augen, fällt die geringe Auflösung auf, besonders Text in kleiner Schriftgröße oder Bilder wirken leicht schwammig. Ein Teil der Auflösung wird obendrein noch von den Displaybuttons gefressen, so dass effektiv weniger des Displays bleibt. In der (Winter-) Sonne ist das das Display noch gut lesbar, die Spiegelung ist in Ordnung. Eine matte Schutzfolie könnte die Lesbarkeit gegebenenfalls noch weiter erhöhen. Unabhängig von der Auflösung wirken die Farben des BASE Lutea 3 etwas blass, da dies auch über Fotos schwer darzustellen ist, sollte man das Smartphone gegebenenfalls in einem BASE Shop anschauen.

Um meinen Aussagen zum Display eine Perspektive zu geben, muss man bedenken, dass ich das HTC One X vor dem BASE Lutea 3 nutzte. Dem (mehr als doppelt so teurem) Smartphone wird von vielen das beste Smartphone-Display nachgesagt. Wenn man also nicht verwöhnt ist, wird man an dem Display wenig auszusetzen haben, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei dem BASE Lutea 3 um ein Smartphone handelt, das weniger als 200€ kostet. Auch das (ebenfalls etwa doppelt so teure) Samsung Galaxy S2 nutzt die selbe Auflösung wie das BASE Lutea 3, auf einem ebenfalls 4,3“ großen Display.

Ich verwende das Lutea meist mit Hülle, oftmals liegt das Smartphone jedoch auch ohne Hülle in meiner Tasche. Eine Schutzfolie habe ich bislang noch nicht angebracht, Kratzer habe ich jedoch trotz der einen oder anderen Berührung mit meinem Schlüsselbund noch nicht feststellen müssen. In den Spezifikationen des BASE Lutea 3 wird die Art des Glases nicht erwähnt, aufgrund meiner Erfahrung könnte jedoch durchaus das besonders robuste Gorilla Glass verbaut sein. Da Folien aber nur wenige Euro kosten, kann es sicher nicht schaden, auf Nummer Sicher zu gehen.

Fazit zum Display: Ein Display mit einer etwas größeren Auflösung wäre nicht schlecht gewesen, was sich aber mit Sicherheit im Preis wiedergespiegelt hätte. Für ein Mittelklasse-Smartphone mit einem Verkaufspreis von 199€ ist das Display des BASE Lutea 3 mehr als nur akzeptabel.

Spezifikationen & Leistung

  • 4,3 Zoll Display
  • 1 Gigahertz Dual-Core Prozessor
  • 1 Gigabyte RAM
  • 4 Gigabyte interner Speicher + 4 Gigabyte microSD Karte
  • 8 Megapixel Kamera + VGA Frontkamera
  • NFC
  • Android 4.0.4

Wie man in der Auflistung sehen kann, wurde beim BASE Lutea 3 nicht mit Ausstattung gegeizt. Vor allem 1 Gigabyte RAM ist in dieser Preisklasse unüblich und macht das Gerät auch für das kommende Jahr zukunftssicher. Zusammen mit dem 1 GHz Dual-Core Prozessor sorgt dies für ausreichend Leistung. Die Oberfläche ruckelt kaum, Apps starten schnell und auch aufwendige Spiele wie GTA 3 oder Real Racing 2 lassen sich gut auf dem Smartphone spielen, von Spielen wie Angry Birds oder Jetpack Joyride ganz zu schweigen. Wenn jetzt noch Android 4.1 Jelly Bean mit „Project Butter“ die letzten Ruckler aus der Oberfläche verbannen würde, wäre ich noch zufriedener.

Der Benchmark „Quadrant“ bestätigt bei einem Test die guten Eindrücke zur Leistung. Das BASE Lutea 3 schneidet dezent besser als das Samsung Galaxy Nexus und das Samsung Galaxy Tab 10.1 ab. Im Hinblick auf den mehrfach genannten Verkaufspreis ist das eine sehr gute Leistung.

Kamera

Das BASE Lutea 3 hat sowohl eine Frontkamera, als auch eine „normale“ Kamera auf der Rückseite. Die Frontkamera, die für Skype und ähnliche Apps gedacht ist, löst mit VGA Auflösung (640 x 480 Pixel) auf, eine höhere Auflösung nutzen die meisten dieser Apps nicht, daher reicht diese vollkommen aus.
Die Hauptkamera kommt auf ganze 8 Megapixel. Die Kamera Anwendung bietet diverse Einstellungen an, angefangen bei „Szenen“ wie Sonnenuntergang, Porträt, Landschaft oder Nacht-Portrait, über HDR-Aufnahmen oder einen „Burst Modus“ der 4, 8 oder 16 Bilder in schneller Folge aufnimmt. Auch den ISO Wert, das Geotagging und der digitale Zoom lässt sich in der Anwendung ändern. Wie man sieht, mangelt es also nicht an Einstellungsmöglichkeiten.

Die Kamera Anwendung startet schnell und fokussiert auch sehr schnell.

Mich überzeugt die Kamera jedoch nicht vollends. Leider wirken die Fotos manchmal leicht verwaschen; professionelle Bilder wird man mit dem BASE Lutea 3 also kaum schießen können. Für Schnappschüsse, die hauptsächliche Anwendungsfall für Smartphone-Kameras, taugt das BASE Lutea 3 jedoch absolut. Auch hier muss man sich wieder klar machen, dass es sich um ein Smartphone für weniger als 200€ handelt.

Die Akkulaufzeit des BASE Lutea 3 ist beachtlich. Ich habe die Akkufresser GPS, WLAN und auch NFC dauerhaft eingeschaltet gelassen. Über den Tag kam ich mit dem Lutea immer - und das trotz intensiver Nutzung. Bei meinem HTC One X schaffe ich dies nur mit Zurückhaltung. Obendrein habe ich auch eine VoIP-Anwendung im Hintergrund laufen lassen und ab und zu gar Tethering genutzt. Bei für mich geringer Nutzung (für andere Besitzer entspricht das wohl normaler Nutzung) schafft das BASE Lutea 3 auch zwei ganze Tage ohne Aufladen.
Abgesehen von der bereits guten Akkuleistung, ist ein weiterer Vorteil, dass sich der Akku wechseln lässt, so dass man mühelos noch länger unabhängig von Steckdosen leben kann.

Anpassungen

Die installierte Android Version 4.0.4 wurde relativ wenig modifiziert. Icons wurden teilweise ausgetauscht, das gesamte Portfolio der BASE Apps, als auch andere Apps wurden vorinstalliert und in die Notification Bar wurden einige Quick-Settings eingebaut.

Die modifizierten Icons entsprechen nicht ganz meinem Geschmack, sind aber von alternativen Launchern änderbar, daher fällt die Anpassung für mich nicht ins Gewicht.

Die BASE Apps sind teilweise sehr hilfreich, bei anderen wie der für mich unwichtigen ADAC App wünschte ich mir jedoch, dass sie löschbar wären.

Sehr gelungen finde ich die eingebauten Quick-Settings. Mithilfe dieser Shortcuts in der Notification Bar lassen sich verschiedene Einstellungen schnell vornehmen. Die Displayhelligkeit, das WLAN, das GPS oder aber auch die Blockade der automatischen Displayrotation lassen sich dort anpassen. Auch Profile wie "Lautlos", "Besprechung" oder "Laut" lassen sich so schnell wählen. Im Gegensatz zu den Quick-Settings Apps die man von Google Play nachrüsten kann, kann man mit der vorinstallierten App auch das GPS deaktiveren, welches sonst nur mit einem Root des Smartphones möglich ist.

Auf dem BASE Lutea 3 sind drei Eingabevarianten vorinstalliert. Einmal die Android Ice Cream Sandwich Standardtastatur, die Swype-ähnliche Tastatur "TouchPal" und die Google Spracheingabe, also eine Diktierfunktion. Mir gefällt von den drei Varianten die Standardtastatur am besten, bei längeren Texten greife ich aber gerne auch auf die Google Spracheingabe zurück. Die Trefferquote ist dabei erstaunlich hoch, in der Öffentlichkeit ist das Ganze jedoch naturgemäß eher peinlich als hilfreich.

Ein SIM- oder Netlock hat das BASE Lutea 3 nicht. Es sind sogar die APN-Einstellungen anderer Mobilfunkanbieter gespeichert, so dass einer Nutzung in einem "Fremdnetz" keine Steine in den Weg gelegt werden.

Eine Besonderheit des BASE Lutea 3 ist mir heute Morgen erstmals aufgefallen. Der Wecker des Smartphones funktioniert auch im ausgeschalteten Zustand des Telefons, das kannte ich bisher nur von alten Nokia Featurephones. Nächstes Mal schalte ich also den Wecker und das BASE Lutea 3 aus, wenn ich ausschlafen möchte.

Um auf verpasste Anrufe, SMS und andere Benachrichtigungen hinzuweisen, wurde in der Unterseite eine unsichtbare Lampe verbaut. Bei vorhanden Benachrichtigungen weist das BASE Lutea 3 durch ein langsames Blinken auf diese hin.

NFC

Das BASE Lutea 3 hat NFC an Bord, was in seiner Preisklasse nicht selbstverständlich ist. NFC lässt sich beispielsweise zum kontaktlosen Übertragen von Webseiten, Visitenkarten oder aber auch zum Pairing mit entsprechenden Bluetooth-Boxen nutzen. Mit Android 4.0 lassen sich jedoch leider noch keine Bilder übertragen - ich hoffe, dass dies mit einem Update auf Jelly Bean behoben wird.

Der meiner Meinung nach wichtigste Einsatzzweck ist jedoch das Bezahlen mit dem Smartphone. Leider ist Deutschland in diesem Bereich noch ein Entwicklungsland und bislang ist dies mit dem Smartphone noch nicht möglich. Die Kooperation von BASE mit der Targobank und die Entscheidung auf ein Smartphone mit NFC zu setzten, lässt mich jedoch auf Neuigkeiten bezüglich BASE und NFC Bezahlung in 2013 hoffen.

Mehr Informationen zu NFC habe ich vor ein paar Monaten in einem Artikel über NFC & Windows Phone 8 gesammelt.

Zubehör

Bei Smartphones abseits vom Samsung Galaxy S3, HTC One X und dem iPhone gibt es oftmals Probleme, passendes Zubehör zu finden. Bei dem großen Onlinehändler meines Vertrauens findet man jedoch sowohl Displayschutzfolien, als auch eine Auswahl an Cases. Wem die Auswahl nicht ausreicht, dem sei gesagt, dass auch meine beiden Hüllen für das HTC One X wie angegossen passen.

Ich nutze mein BASE Lutea 3 mit dem 3rd Party Launcher "Nova", der in der Grundversion kostenlos auf Google Play verfügbar ist. Eine ähnlichen Launcher hat Mark bereits vor einiger Zeit vorgestellt. So habe ich zum einen auf meinen Smartphones eine kohärente Oberfläche und Nutzungserlebnis, zum anderen kann ich die durchdachten Funktionen des Launchers, wie Gesten, Anwendungsgruppen oder eine wechselbares Dock nutzen.

Fazit

Meine Meinung zum BASE Lutea 3 hat sich seit meinem kurzen Test nicht geändert. Obwohl ich sonst nur hochpreisigere Smartphones nutze, ist das BASE Lutea 3 keine Enttäuschung, sondern sogar eine positive Überraschung. Das Smartphone bietet eine gute Preis-Leistung. Es ist gut ausgestattet und dank NFC und einem Gigabyte RAM auch potentiell zukunftssicher.

Die Verarbeitung ist gut, das Lutea 3 liegt dabei auch noch gut in der Hand. Die Optik gefällt mir ebenfalls.

Natürlich ist das BASE Lutea 3 keine eierlegende Wollmilchsau - bei dem Preis kann dies aber auch keiner ernsthaft erwarten. Das Display und die Kamera sind hier als Schwachpunkte zu nennen.

Alles in allem ist das BASE Lutea 3 preisbewussten Käufern, die keine großen Abstriche machen wollen, klar zu empfehlen. Die Klassifizierung als "Einsteigersmartphone" greift beim BASE Lutea 3 meiner Meinung nach zu kurz, da es alle Features der "großen" (und teuren) Mitbewerber unterstützt, nur halt zu einem weitaus günstigeren Preis.