BASE Lutea Home - das mobile Heimtelefon: Ein Erfahrungsbericht

Seit Anfang April 2012 bietet BASE auch ein Heimtelefon (HomePhone) an, das eine prima Ergänzung des Tarifs Mein Base Zuhause darstellt.

Das BASE Lutea Home: Festnetz-Komfort auch ohne Festnetzanschluss

Die chinesische Firma Huawei stellt das BASE Lutea Home im Auftrag der E-Plus Tochtergesellschaft BASE her. Ich habe das Gerät nun seit ca. drei Wochen und konnte es ausgiebig auf Herz und Nieren prüfen.

Werfen wir einen Blick in die technischen Daten des Herstellers: Diese Daten findet man leider nur auf der Web-Präsenz von BASE. In der mitgelieferten Bedienungsanleitung, die mehr als dürftig ist, sind gar keine technischen Daten auffindbar. Bei den vorhandenen Daten wird nicht unterschieden zwischen dem Handgerät und der DECT-Basisstation. Sowohl das Handgerät, als auch die DECT-Basisstation besitzen Akkumulatoren und Elektronik, die ebenfalls bestimmte Eigenschaften haben. Die Auflistung dieser Eigenschaften sucht man ebenfalls vergeblich.

Beim Öffnen der Verpackung offenbaren sich ein sehr gut aussehendes Handgerät, die DECT-Basisstation, zwei Akkumulatoren und ein Netzgerät. Das Handgerät ist auf der Vorderseite mit einer schwarzen Klavierlackoptik und einer silberfarbenen Beschriftung versehen. Die Seitenteile des Handgerätes sind in grauer und die Rückseite in einer matten schwarzen Farbe gehalten, was mit der ebenfalls in schwarz gehaltenen Optik der Basisstation sehr gut harmoniert.

Jetzt wird es spannend, die Inbetriebnahme.

Die Inbetriebnahme ist im Grunde ganz einfach: Akku in das Handgerät, Sim-Karte (egal von welchen Mobilfunkanbieter) in die Unterseite der Basisstation und den Akku für die Basisstation einstöpseln. Für beides ist Platz im Akkufach.
Dann steckt man das Netzteil ein und lädt das Gerät erstmal auf. (Leider hat Huawei vergessen, bei meinem Gerät eine Schraube für die Akkufachabdeckung mit beizulegen.) Nach einer gefühlten Ewigkeit des Ladevorganges kommt die richtige Inbetriebnahme, die trotz der sehr mageren Bedienungsanleitung eigentlich erstaunlich schnell geht.
Die PIN-Nummer wird auf dem Handgerät angefordert und nach der korrekten Eingabe bucht sich das Basisteil im Mobilfunknetz ein. SMS-Schreiben geht, nachdem ich das T9 ausgetrickst habe, recht flüssig und zuverlässig. Die geführten Telefonate sind mit einer sehr guten, bis gar exzellenten Sprachqualitität mehr als überraschend.

Bislang war alles wirklich das Gelbe vom Ei und das feine Gerät tut, für was es gedacht ist: ein stationäres mobiles Telefon für die Wohnung und/oder im Büro. Also ein wirklich feines Telefon für den reinen Telefonier- und SMS-Fan.

Wer mehr benötigt, wie:

  • das Handgerät zusätzlich an eine andere fremde DECT-Basisstation anmelden und wahlweise wechseln
  • im Internet surfen
  • E-Mails senden und empfangen
  • das Handgerät im 50 Meter entfernten Garten z.B. beim Grillen dabei zu haben
  • Apps auf dem Lutea Home installieren

wird reichlich enttäuscht sein, es geht einfach nicht. Das Handgerät lässt sich zwar problemlos mit z.B. einer Fritz!Box 7270 via DECT verbinden, hat dann aber keinen Zugriff mehr auf das Telefonbuch im Handgerät. Ein Zurück wechseln zu der BASE-DECT-Basisstation funktioniert jedoch nicht mehr. Es muss nach der Installationsanweisung auf Seite 11 der Bedienungsanleitung neu initialisiert werden, um die erneute Anmeldung zu realisieren.

Die Basisstation kann zwar auch UMTS/WCDMA, aber es gibt keine Möglichkeit die Datenpakete zu nutzen, somit fällt das gesamte Internet weg. Die DECT-Reichweite war bei meinen Entfernungstest schon ab 20 Meter recht kritisch schwach. Bei 40 Metern Abstand war ein Telefonat nicht mehr möglich. Wer glaubt, dass sich Apps wie auf einem Smartphone installieren lassen, wird ebenfalls bitterlich enttäuscht.

Fazit:

Das Lutea Home eignet sich hervorragend für das Telefonieren und SMS-Schreiben. In dieser Liga ist das Lutea Home wirklich unschlagbar. Es muss aber jedem klar sein, dass es kein Smartphone ist, sondern ein schnurloses Telefon mit einer Anbindung an das Mobilfunknetz.
Die mitgelieferte Bedienungsanleitung ist ein Witz und eignet sich wirklich nur für die Inbetriebnahme. Telefonbucheinträge, Einstellungen und vieles mehr müssen erahnt werden. Eine gewisse technische Vorkenntnis ist bei diesem Gerät sehr hilfreich, wenn nicht unerlässlich.

Wer mehr Leistung, Möglichkeiten und vor allem das Internet benötigt, dem sei der HUAWEI Home Router B260a empfohlen, der einen anlogen RJ11-Telefon-, einen RJ45-LAN-Anschluss und einen guten WLAN-Accesspoint besitzt.