"Bauch, Beine, Pommes": Wie 3 Wienerinnen für Body-Positivity bloggen

Diese drei Ladys plädieren auf sehr witzige Art und Weise für mehr Körperliebe.
Diese drei Ladys plädieren auf sehr witzige Art und Weise für mehr Körperliebe.(© 2018 YouTube/Bauch Beine Pommes)

"Bauch, Beine, Pommes": Der neue Fitness-Blog aus Wien zeigt "Tipps für den perfekten Körper und die perfekte Ernährung für euer perfektes Leben in einer perfekten Welt!" Und weil es die nicht gibt, werden auch die Videos mit ihren Übungen, Ernährungstipps und Challenges ganz offensichtlich zu urkomischen Fake News im "Bodyshaming-Alltag".

Situps, Squats und Superfoods als Schlüssel zur Traumkörper? Schnee von gestern. Was der neue  Fitness-Vlog "Bauch, Beine, Pommes" uns zeigen will ist, dass da noch viel mehr geht: etwa indem man die Übungen durch die Hinzunahme von Gewichten steigert – in Form von 500-Gramm-Schokoblöcken:

Hinter diesen wirklich witzigen Fitness-Parodien stecken die jungen Filmemacherinnen, Kommilitoninnen und Freundinnen Franziska Kabisch (27 Jahre alt) und Sophie Utikal (30) aus Wien. Die schrägen Darstellerinnen Toni, Lisa und Alex waren auch schnell im Freundeskreis der Mädels gefunden. Initiiert und finanziert wurde das lustige Video-Projekt mit ernstem Anliegen vom Wiener Programm für Frauengesundheit – in der Hoffnung, dass Satire mehr bewirkt, als der erhobene Zeigefinger. Schließlich geht es darum, die einseitigen Video-Formate der selbsternannten "Fitness- und Lifestyle-Influencer" mal so richtig auseinanderzunehmen: um Mädchen zu zeigen, wie albern diese teilweise eigentlich sind.

Körper-Challenges: Für die Tonne

Gesundheitlich bedenkliche Körper-Challenges wie die "A4-Waist" erfahren hier eine völlig neue Interpretation: Das Blatt Papier nehmen, zusammen knüllen, mit den Armbeugen zerquetschen – und glücklich sein, dass man eben nicht so schmal wie ein Blatt Papier ist, frei nach dem Motto "stark statt skinny", von außen wie innen, versteht sich.

"Und vergesst nicht, euren Bauch zu liken"

Mit diesem Appell verschwinden die Fake-Fitness-Girls in ihrem ersten Video von der Bildfläche – um dem Pizzaboten die Tür zu öffnen. Im zweiten Video ist dann "Leg Day" angesagt und hier wird einfach alles wegtrainiert: Hate-Kommentare, Diäten, Unsicherheiten und Scham. Mit Unterstützung der besten Freundin klappt es gleich noch besser – oder, um in der Blogger-Sprache zu bleiben: mit dem "Support" der "Besti".

Butter-Detox: Damit Bodyshaming einfach abperlt

Selbstverständlich haben die selbsternannten Expertinnen auch zu vermeintlichen Ernährungstrends etwas beizutragen, und zwar in Video Nummer drei: Man möge sich mit "DEM neuen Superfood", nämlich Butter, einreiben, damit all die fiesen Körper-Kommentare an einem abperlen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob diese auf der Familienfeier am Kaffeetisch oder auf dem Schulhof fallen. Wenn ihr auch diese beiden Videos der Reihe sehen wollt, schaut auf dem YouTube-Channel von "Bauch, Beine, Pommes" vorbei. Das Bauchmuskel-Training könnt ihr euch danach wirklich getrost sparen.

Akzeptanz für alle Körperformen

Wer meint, dass die selbstbewussten Ladys von "Bauch, Beine Pommes" keinen Bock auf Fitness und gesunde Ernährung haben, der irrt. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung erachten sie als wünschenswert, ganz im Gegensatz zu fragwürdigen Körperidealen und gefährlichen Körper-Challenges. Im Interview mit bento erklären sie: "Was wir nicht mögen, ist Fitness-Wahn. In unzähligen YouTube-Videos sind immer alle so unwahrscheinlich gut drauf und würden alles für einen trainierten Körper tun. Da gibt es gar keinen Raum fürs Scheitern, dafür, es sich anders zu überlegen, doch wieder anzufangen oder zu hinterfragen. Uns geht es eher darum, ein bisschen Entspannung in die Sache zu bringen."

Übung macht den Meister, auch in Sachen Body-Positivity

Dass es Übung erfordert, seinen Körper so anzuerkennen, wie er ist und ihn gar zu lieben, erfordert Übung – das wissen die Filmemacherinnen und Protagonistinnen selbst am besten. Mit ihrem Video-Projekt wollen sie darum ein erstes Zeichen für die Akzeptanz unterschiedlicher Körperformen setzen: Ganz gleich, ob Apfel, Birne, Bohnenstange, größer oder kleiner, schwerer oder leichter. Jeder hat etwas an sich, auf das er oder sie stolz sein kann und sollte nicht ein und demselben Schönheitsideal auf Instagram, YouTube und Co. hinterher jagen: nämlich super schlank, super durchtrainiert und super langweilig zu sein, weil man sich nur noch mit Fitness und Diäten auseinandersetzt.


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