Beats–Anbahnung: Als Steve Jobs mit Dr. Dre chattete...

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Dr. Dre:  Seit über einer Dekade ein gern gesehener Gast in Cupertino
Dr. Dre: Seit über einer Dekade ein gern gesehener Gast in Cupertino(© 2014 Youtube/Hip-Hop Promo)

Compton und Cupertino – wie passt das zusammen? Tatsächlich sind Apple und der Beats-Gründer Dr. Dre schon länger im Gespräch als viele glauben. Der Dialog geht über ein Jahrzehnt zurück, wie ein historisches Dokument aus einer Apple-Keynote von 2003 beweist…

Die Frage steht wie ein Elefant im Raum – und eine Antwort steht auch am Tag fünf nach den anhaltenden Übernahmegerüchten um Beats durch Apple aus: Warum, um alles in der Welt, erleichtert Apple seine Kriegskasse nur um 3,2 Milliarden Dollar für einen Kopfhörer-Hersteller?

Der Fluss an Argumenten und Gegenargumenten reißt nicht ab: Zu teuer, eine Investition ins letzte Jahrhundert,  die falsche Botschaft für kommende Übernahmen – es gibt viele Gründe, den Deal zu hassen. Und mindestens genauso viele, ihn zu verteidigen: Der Umsatzzuwachs ist ein Selbstläufer, Apple bekommt Zugang zu einem Streaming-Portal – und zwei der kreativsten Köpfe der Musikbranche: Mastermind Jimmy Iovine und Hip Hop-Pate Dr. Dre.

Historischer Dr. Dre-Auftritt bei Apple-Keynote 2003

Dass beide in Cupertino schon lange vor dem Beats-Deal hohe Wertschätzung genossen, beweist unterdessen ein Griff ins Web-Archiv. Es war 2003, Steve Jobs war noch Apple-CEO, das iPhone noch lange nicht auf dem Markt, sondern der iPod und iTunes Apples Wachstumstreiber Nummer eins.

Über 90 Sekunden lässt sich der böse Bube des Hip Hop zu PR-Zwecken von Steve Jobs einseifen: „Hilft iTunes neuen Künstler dabei, bekannter zu werden?“ fragt der Apple-Boss listig.  „Klar, aber klar. iTunes ist der Weg, um Musik auf einem legalen Weg zu bekommen“, bestätigt der Gangsta-Rapper wie ein Schuljunge vor seinem Lehrer.

Straight outta Cupertino: Was hat Dr. Dre an neuer Apple-PR zu bieten?

Tatsächlich war Dre von Apples iTunes Store im Zusammenspiel mit dem iPod angetan, wie Walter Isaacson in der Steve Jobs-Biografie dokumentiert: „Mann, endlich hat es jemand hinbekommen“, wird Dre zitiert.

Was Dr. Dre für das Abspulen vorgefertigter PR-Phrasen Cupertinos seinerzeit bekommen hat, ist unklar. Kaum auszudenken, wozu der erste selbst ernannte "Milliardär des HipHop" nun in der Lage wäre, wenn der 3,2 Milliarden Dollar Deal durchgeht?

Wir können uns die ersten Remakes schon vorstellen: „Nothing but a ‚C‘ Thing“ zu Ehren von Cook & Cupertino,  Selbstläufer wie „Keep their Heads ringin’“ oder „iDay“. Verdammt, wäre der Deal nicht auch ein willkommener Anlass für Dre, nach 14 Jahren endlich ein neues Album zu veröffentlichen? Der Arbeitstitel stünde längst fest: Straight outta Cupertino


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