Bekommen die "Gilmore Girls" noch ein Revival? Falls ja: Bitte nicht!

Steht noch ein Revival der "Gilmore Girls" an? Hoffentlich nicht.
Steht noch ein Revival der "Gilmore Girls" an? Hoffentlich nicht. (© 2017 Saeed Adyani/Netflix)

Soll es das gewesen sein?! Auch ein Jahr nach dem Revival der "Gilmore Girls" halten sich Gerüchte um eine weitere Fortsetzung. Was dran ist und warum überhaupt irgendwer noch ein Revival wollen könnte, erfahrt ihr hier.

*** Vorsicht, Spoiler! Wer das Revival noch nicht (zu Ende) geschaut hat, möge an dieser Stelle so schnell das Weite suchen, wie Rory als sie aus Versehen Soßenbinder geklaut hat!***

Fast ein Jahrzehnt musste vergehen, bis wir unsere geliebten Gilmore Girls endlich wiedersehen konnten. Am 25. November 2016 hieß es dann auf Netflix: "A Year in the Life" ist da! Vier Folgen in Spielfilmlänge, die uns unsere liebsten Charaktere zurück auf den Schirm bringen und all unsere Fragen und Wünsche beantworten würden. Pustekuchen! Die Show endete mit einem gewaltigen Cliffhanger, den vier berühmt berüchtigten Worten "Mom?" "Yeah?" "I'm pregnant." Dann wurden wir aus Stars Hollow geschmissen – und ganz ehrlich: Ich für meinen Teil war erleichtert, dass es vorbei ist. Denn der Aufenthalt in Stars Hollow war alles andere als befriedigend. Um nicht zu sagen: unwürdig. Neben der erhofften Wiedersehensfreude und Rührseligkeit hinterließ er vor allem einen bitteren Nachgeschmack.

Rory kommt unvorbereitet zu ihrem Bewerbungsgespräch– weil sie in ihrer neugewonnenen Überheblichkeit davon ausgeht, dass sie den Job eh in der Tasche hat.(© 2017 Saeed Adyani/Netflix)

Revival  Nummer 1: Schlimmer kann es nicht werden, oder etwa doch?

Einige unserer liebsten Figuren wirkten wie eine Karikatur ihrer selbst. Die Handlung wies Lücken auf, vieles wirkte übertrieben. Rory hat nichts aus ihren Fehlern in der Vergangenheit gelernt, auch mit 32 ist sie "die andere Frau". Logan hat sich zurück entwickelt: vom Rebell zum Muttersöhnchen, das es seinen Eltern recht machen möchte und in eine lieblose Ehe einwilligt. Vieles wirkte an den Haaren herbei gezogen, zum Beispiel Sookies Auftauchen, Rorys "Beziehung" zu Paul, die sie einfach nicht beenden konnte. Auch dass Rory angeblich pleite ist (trotz Treuhandfonds) leuchtet nicht ein – vor allem wo sie immer spontan über den Atlantik jetsetted. Und dazu noch Lorelais Gesicht, welches wie eine steinerne Maske wirkte – und was hatte es mit dem nicht enden wollenden Musical auf sich?! Ich habe lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen, was meinen "Gilmore Girls" angetan wurde. Und kaum habe ich das überwunden, steht schon das nächste Revival in den Startlöchern – angeblich. Erst hielt ich die Gerüchte für ein Strohfeuer – aber allmählich verdichten sie sich. Was ist zu erwarten und was zu befürchten?

Was für ein weiteres Revival spricht: Hinweise, Spekulationen, Interviews

Schon vergangenes Jahr im Dezember sorgte ein Tweet des offiziellen Netflix-Twitteraccounts für Aufruhr. Darin sucht das vermeintliche Kind von Rory per DNA-Analyse nach seinem Vater – genau so wie es einst April Nardini tat. Nur ein Witz oder doch Grund für schweißnasse Hände bei Fans?

Zoomen wir mal direkt zu den Machern der Sendung: Amy Sherman-Palladino und ihr Ehemann und Co-Produzent Daniel Palladino haben ja emsig an ihrer neuen Show "The Marvelous Mrs. Maisel" gearbeitet, welche vor Kurzem erst ihr Debüt auf Amazon feierte und nun von Kritikern und Zuschauern gelobt wird. Es spräche also nichts dagegen, noch mehr Zeit und Elan in dieses Projekt zu stecken. Doch die beiden haben sich immer ein Hintertürchen zu den "Gilmore Girls" offen gehalten: Eine spezielle Klausel im Vertrag besagt offenbar Folgendes: Die Palladinos dürfen sich zeitweise der Produktion von "The Marvelous Mrs. Maisel" entziehen, sollten sie an weiteren Teilen der "Gilmore Girls" arbeiten wollen.

In einem Interview mit Vogue bestätigte Ehemann und Co-Produzent Daniel Palladino die Gerüchte um ein weiteres Revival – oder zumindest den generellen Willen, es mit einem weiteren Revival zu versuchen. Dieses würde aber "in einem anderen Format sein" beziehungsweise "eine neue Form annehmen", so Palladino. Wie genau das aussehen könnte, verriet der Gute nicht. Fans spekulieren jetzt auf einen "Gilmore Girls"-Film. Ob das realistisch ist?

Was gegen ein weiteres Revival spricht: Lorelai und Jess haben keine Lust mehr

Bereits das erste Revival musste ohne eine absolute Lieblingsfigur auskommen: Richard Gilmore lebte nur noch im Herzen der Girls weiter, denn leider starb Schauspieler Edward Herrmann 2014. Ein Umstand, den das Revival tatsächlich mit viel Herz in die Storyline gearbeitet und so die Erinnerung an ihn wach gehalten hat.

Aber auch andere haben wir vermisst: Die überaus erfolgreiche Melissa McCarthy (uns besser bekannt als Sookie) war aufgrund ihres vollen Terminkalenders (und ihren kaum zu füllenden Taschen) schon für das erste Revival schwer zu bekommen. Das hat man ihrem Auftritt auch angemerkt: Er war kurz, nichtssagend und ihre Abwesenheit zuvor nicht plausibel.

Doch der Cast der "Gilmore Girls" könnte bei einem weiteren Revival erneut geschmälert sein: In Interviews äußerte sich Lauren Graham (uns als Lorelai bekannt) skeptisch gegenüber weiteren Folgen. Das Potenzial, zu enttäuschen, wäre zu groß. Sie widmet sich wohl lieber ihrer Karriere als Autorin.

Auch Milo Ventimiglia (Jess!) wäre bei einem zweiten Revival eher nicht am Start. Die Rolle des Jess gehöre in seine Vergangenheit, so Ventimiglia. Er fand es schön, ihn ein weiteres Mal zu spielen, möchte sich offenbar aber nicht zurück entwickeln. Verständlich, denn Milo Ventimiglia ist mit seiner Serie "This is Us" sehr erfolgreich. Was wären die "Gilmore Girls" ohne ihr Haupt-Gilmore-Girl und #TeamJess? Auch dafür gibt es aus meiner Sicht eine Idee, wenn es denn unbedingt ein weiteres Revival geben muss.

Im ersten Revival wurde der Familien Patriarch Richard Gilmore schmerzlich vermisst.(© 2017 Saeed Adyani/Netflix)

Es könnte auch ohne Lorelai und Jess klappen: Wenn das nächste Revival ein Prequel wäre

Prequels, also Geschichten, die VOR der Zeit spielen, sind zur Zeit sehr gefragt: Amazon wagt sich an ein Prequel zu "Der Herr der Ringe", und in Sachen Serie leisten die Macher von "The Big Bang Theory" ganze Arbeit: Mit "Young Sheldon" erzählen sie, wie Sheldon zu dem Super-Nerd wurde, der er nun ist. Ein Erfolgskonzept! Wie könnte das bei den "Gilmore Girls" aussehen?

Mit ihrem ersten eigenen Buch liefert Rory bereits den Plot dazu: Sie erzählt die Geschichte von Lorelai. Wie sie im reichen Elternhaus aufgewachsen, sich rebellisch gegen alles und jeden aufgelehnt hat, wie sie ihren eigenen Weg gegangen ist, mit Kind im Schuppen des "Independence Inn" gewohnt hat. Wäre das nicht eine gute Storyline für einen Film oder eine Serie?

Klar, dass ein Prequel nach neuen Schauspielern verlangt: nach einer jungen Emily, einem jungen Richard Gilmore, nach Lorelai als Kind und/oder Teenager und natürlich nach einer Baby-Rory. Alles in allem wäre hier aber viel Potenzial für viele schöne, rührselige Geschichten aus Hartford und Stars Hollow. Doch die meisten Fans möchten eine banale Frage geklärt haben, die ein Prequel niemals beantworten könnte: Wer hat Rory geschwängert?

Rory schreibt in ihrem Buch über Lorelai und ihre Beziehung zueinander – das Drehbuch für ein Prequel?(© 2017 Saeed Adyani/Netflix)

Die Frage aller Fragen: Wer ist der Vater von Rorys Baby?

Fans aus aller Welt hätten wohl am liebsten etwas gegen den Fernseher geschmissen, als Rory ihre Schwangerschaft verkündet und auf einmal alles vorbei ist. Dabei ist es eigentlich recht schlüssig, wer es ist: Paul ist es nicht (der war für die Storyline einfach zu unwichtig). Der Wookie ist es nicht (Rorys Schwangerschaft wäre zum Ende des ersten Revivals bereits zu weit fortgeschritten, wenn er es wäre). Jess ist es (leider) nicht – der hat eine andere Rolle zu spielen (dazu später mehr). Wenn die Palladinos wirklich in ihrer Erzählweise konsequent sind, und darauf hoffen wir noch immer, dann ist es Logan (dazu später mehr).

Lediglich ein Schocker fällt mir noch ein, den viele noch nicht in Erwägung gezogen haben, der aber dennoch denkbar wäre: Rory als Leihmutter in Paris' Fertilitätsklinik. Entweder aus finanziellen Gründen (was Schwachsinn wäre) oder aber: um das Kind von Lorelai und Luke auszutragen. Lorelai hat diesen Wunsch ja bis zuletzt gehegt. Es ist denkbar, dass die beiden es doch durchgezogen haben, dass dieser Handlungsstrang im Verborgenen geblieben und Rory als Leihmutter eingesprungen ist. Das wäre aus meiner Sicht der einzige plausible Grund, ihrer Mutter am Tag ihrer Hochzeit von der Schwangerschaft zu erzählen – es wäre quasi ihr Hochzeitsgeschenk an die beiden.

Aber ganz ehrlich: Es ist Logan! Japp, es ist Logan.

Logan ist es: An der Vaterschaft besteht sehr wenig Zweifel.(© 2017 Saeed Adyani/Netflix)

So dämlich das Revival auch war: Das Ende ist ausreichend

Doch die Frage nach dem Vater von Rorys Baby ist keine, die nach Antwort verlangt. Warum? Auch wenn ich mit dem Revival mehr als unzufrieden bin: Die Geschichte rund um Lorelai und Rory ist auserzählt. Sie hat ein okayes Ende gefunden, welches gleichzeitig ein Anfang ist – und den Kreis zwischen den Generationen schließt: Rory wird alleinerziehende Mutter. Damit tritt sie in die Fußstapfen ihres größten Vorbilds, Lorelai. Als berufliches Herzensprojekt hat sie ihr Buch (so wie auch Lorelai ihr Herzensprojekt hatte: ihr eigenes Hotel). Logan wird der reiche, verhätschelte Vater, der keiner ist, so wie auch Christopher keiner für Rory war – mit Eltern, die weder Rory noch den Nachwuchs gutheißen. Jess wird Rorys Luke (wir haben seine sehnsüchtigen Blick am Ende der Show gesehen!), und Lorelai und Luke werden die neuen Emily und Richard – wenn auch in weniger reich und dafür emotional zugänglicher. Und Emily? Trägt Turnschuhe, entdeckt eine Passion für Wale und hat vielleicht sogar noch die Chance auf eine neue Liebe. Das muss als Ende reichen. Für alle.

Emily Gilmore lässt sich vom Leben nicht unterkriegen.(© 2017 Saeed Adyani/Netflix)

Wir Fans wurden von Amy Sherman-Palladino betrogen und sollten das nicht vergessen

Von mir gibt es zu einem weiteren Revival ein klares "Nein, danke".  Als treuer Fan fühle ich mich von Amy Sherman-Palladino betrogen: Weil sie nach Staffel 6 ausgestiegen ist – aus finanziellen und/oder künstlerischen Diskrepanzen. Weil sie die Show, die Girls, sich selbst überließ. Weil ich Staffel 7 noch immer nicht im geringsten leiden kann. Weil sie 10 Jahre später ihre Chance genutzt hat es wieder gut zu machen, nur um dann den Charme von Stars Hollow im Keim zu ersticken.

Würde ich ein weiteres Revival angucken? Natürlich. Denn ich bin ein Fan, irrational und süchtig. Ich werde Stars Hollow ewig vermissen: die Tratschtanten Miss Patty und Babette, Taylor und seine irrsinnigen Stadtversammlungen, die Tanzschule, das Diner. Wenn ich mich ein weiteres Mal in dieser alt vertrauen Welt wiederfinden kann, werde ich vermutlich die Chance ergreifen – und ein weiteres Mal enttäuscht sein. Deswegen hoffe ich, dass es kein weiteres Revival gibt und ich Stars Hollow weiterhin zu seinen Glanzzeiten besuchen darf – in den Staffeln 1 bis 6.


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