Betrüger verschicken gefälschte Megaupload-Abmahnungen

Wem dieser Tage eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen durch die Nutzung von Megaupload ins Haus flattert, der sollte vorsichtig sein. Denn findige Anwälte scheinen hier eine Art Marktlücke entdeckt zu haben und verschicken gefälschte Abmahnungen im Namen großer Musikkonzerne.

Im Januar war die Datentausch-Plattform Megaupload.com von den US-Behörden geschlossen und der Betreiber Kim Schmitz festgenommen worden. Doch die Skandale um das Internet-Portal reißen nicht ab. Die Verbraucherzentrale Thüringen warnt derzeit vor betrügerischen E-Mails, die die Kanzlei Dr. Kröner & Kollegen verschickt und in denen die Angeschriebenen aufgefordert werden, einen bestimmten Betrag auf ein Konto in der Slowakei zu überweisen.

Vorsicht vor falschen Emails

Wegen illegaler Raubkopien im Jahr 2011 fordern sie die Zahlung von €890,31. Ein Vergleichsangebot reduziert den Betrag auf €146,95. Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale legt den Betroffenen nahe, die E-Mail gleich zu löschen und nicht weiter darauf einzugehen. Denn die Kanzlei sei genauso erfunden wie die Vergehen, wegen denen man zur Kasse gebeten wird. Wie chip.de berichtet, sind die gefälschten Abmahnungen sehr gut gemacht, wirken seriös und professionell. Doch davon sollte man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Auch wer eine echte Abmahnung erhält, sollte laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nicht einfach den geforderten Betrag bezahlen, sondern sich in jedem Fall rechtlichen Beistand suchen. Allerdings sollte das schnell geschehen, denn für eine Unterlassungserklärung hat man in der Regel nur eine Frist von drei bis fünf Tagen. Eine richtige Abmahnung kommt im Übrigen auch nicht per E-Mail, sondern mit der Post.