„Better Call Saul“ Staffel 2 im CURVED-Check: „S’all good, man!“

Ab Mittwoch, dem 17. Februar, ist die erste Folge der 2. Staffel des „Breaking Bad“-Spin-Offs „Better Call Saul“, die am Dienstag auf der Berlinale gezeigt wird, bei Netflix abrufbar. Wöchentlich wird eine Folge jeweils nach der Ausstrahlung in den USA bei AMC hinzukommen. Wir durften uns den Staffelauftakt vorab anschauen und verraten Euch, was die neuen Folgen versprechen.

Sollte tatsächlich jemand mit „Better Call Saul“ nicht vertraut sein, hier das Wichtigste in Kürze: Anwalt Jimmy McGill (so sein eigentlicher Name) respektive „Saul Goodman“ ist eine Figur aus dem modernen Serienklassiker „Breaking Bad“. In der Serie um den Lehrer und Drogenkoch Walter White ist Saul ein – zumindest in Gangster-Kreisen –
etablierter Anwalt, spezialisiert darauf, Ganoven durch das Auffinden von Gesetzeslücken vor dem Gefängnis zu bewahren. Bei „Better Call Saul“ handelt es sich um eine Spin-Off-Serie zu „Breaking Bad“, die sechs Jahre vor den Ereignissen um Walter White spielt und die Geschichte des durchaus sympathischen (Ex-)Kleinganoven und Anwalts Jimmy McGill erzählt, bevor dieser zum abgebrühten Gangster-Verteidiger Saul Goodman wird.

Wie auch in „Breaking Bad“ wird die tragisch-komische Gestalt Jimmy McGill dabei von Bob Odenkirk verkörpert. Die erste Staffel von „Better Call Saul“ war äußerst erfolgreich und erhielt sehr gute Kritiken.

Wir erinnern uns…

Spoiler-Warung: Wer nichts über die Handlung der ersten Staffel erfahren will, sollte den folgenden Abschnitt überspringen.

Nachdem Jimmy am Ende der ersten Staffel erfährt, dass seine Bruder Chuck, der ebenfalls Anwalt ist, dafür gesorgt hat, dass Jimmy nicht in dessen Anwaltskanzlei aufgenommen wird, ist dieser tief enttäuscht. Chuck hält seinen Bruder für einen unfähigen Anwalt und instruiert seinen Partner Howard Hamlin deshalb, Jimmy nicht einzustellen, obwohl dieser der Kanzlei einen großen Fall – eine Sammelklage von Bewohnern eines Seniorenheims – verschafft hat. Schließlich müssen Hamlin, Hamlin & McGill eine weitere Kanzlei für den Fall hinzuziehen. Diese wiederum macht Jimmy das Angebot ihn zu engagieren, da er den Fall seinerzeit aufgebaut hat.

Jimmy ist in der Zwischenzeit in alte Ganoventage zurückgekehrt und lässt sich zu einigen kleinen Gaunereien mit seinem Freund Marco hinreißen. Als er von dem Angebot der neuen Kanzlei erfährt, begibt er sich erfreut zu einem Treffen mit den Anwählten. Die Folge endet jedoch damit, dass wir Jimmy im Gespräch mit Mike Ehrmantraut (ebenfalls bekannt aus „Breaking Bad“), einem Ex-Cop mit dunklen Nebeneinkünften, der als Parkplatzwächter beim Gericht von Albuquerque arbeitet, sehen. Mit Mike verbinden ihn bereits einige gemeinsame Erfahrungen. Jimmy hat sich augenscheinlich gegen den Anwalts-Job und für ein Leben als Gauner entschieden.

Weiter geht’s

Hier setzt die zweite Staffel von „Better Call Saul“ an. Jimmy genießt das Leben (mutmaßlich als Kleinganove), und wir erfahren nun, wie das Gespräch mit der Anwaltskanzlei, die ihn am Ende der ersten Staffel engagieren wollte, gelaufen ist. Schon bald wird er allerdings erneut mit dem alten Jobangebot konfrontiert und muss abermals eine Entscheidung treffen.

Bevor wir jedoch Jimmys Entwicklung zu Saul Goodman weiter verfolgen, wird zu Beginn von Staffel 2 – genau wie am Anfang der ersten Staffel – ein Blick in Sauls Leben nach den Ereignissen von „Breaking Bad“ geworfen. Weiterhin bietet der Auftakt der 2. Staffel ein Wiedersehen mit Charakterkopf und Teilzeit-Leibwächter Mike und seinem aus Staffel 1 bekannten Auftraggeber, der erneut Tabletten an Gangster „Nacho“ verkaufen will.

Warum ist (und wird) das gut?

Die erste Staffel von „Better Call Saul“ ist ähnlich gut geschrieben wie „Breaking Bad“, hat dabei jedoch mehr Witz. Bob Odenkirk als tragisch-komischer Antiheld Jimmy McGill kann die Serie allein tragen, sodass er nie im Schatten der übermächtigen Darstellung von Bryan Cranston als Walter White in „Breaking Bad“ steht. Trotz eines leicht erhöhten Humorfaktors bleibt in „Better Call Saul“ genau wie in „Breaking Bad“ ein Gefühl der Bedrohung und der Tragik stets erhalten – schließlich bewegen sich die Figuren die meiste Zeit im Gangster-Milieu, auch wenn sie normale Jobs oder ein gutes Herz haben. Oder wie Mike es gegenüber einem seiner Klienten, einem naiven Neu-Drogen-Dealer ausdrückt: „Du bis nun ein Krimineller.“

Überhaupt ist Jonathan Banks als lakonischer Ex-Cop Mike Ehrmantraut ein weiterer Grund, die zweite Staffel von „Better Call Saul“ nicht zu verpassen. Wer die erste Staffel der Serie und „Breaking Bad“ gesehen hat, wird dies bestätigen. Absolut phantastisch sind viele seiner Auftritte, in denen er wortkarg und mit einem Gesicht wie ein trauriger Berhardiner mit den meist mehr oder weniger unfähigen Personen ein seiner Umgebung klarkommen muss. Selten konnte eine absolut reduzierte Mimik soviel Fassungslosigkeit ob der Dummheit in der (Gangster-)Welt ausdrücken. Schön daher die Tatsache, dass Mike bereits in der Folge der zweiten Staffel erneut eine große Rolle spielt und einige brillante Szenen hat. „Breaking Bad“-Gucker wissen zudem, dass sich daran vermutlich im weiteren Verlauf der kommenden „Better Call Saul“-Folgen nicht allzu viel ändern wird.

Wer mit „Breaking Bad“ vertraut ist, weiß zwar wie es einigen Charakteren in „Better Call Saul“ in der Zukunft ergehen wird, dennoch kommt niemals Langeweile auf. Zu unterhaltsam ist es der Charakterentwicklung besonders von Jimmy und Mike zuzusehen. Zudem wartet man auf den Auftritt einiger weiterer, bereits aus „Breaking Bad“ bekannter Charaktere. Und solche „Easter Eggs“ soll die neue Staffel von „Better Call Saul“ bieten: Serien-Schöpfer Vince Gilligan hat sich bereits diesbezüglich geäußert. Darüber hinaus ist ein gelungener Kniff, auch kurze Einblicke in Sauls Post-„Breaking Bad“-Leben zu bieten. So wird man stets daran erinnert, dass auch nach „Better Call Saul“ die Geschichte des schrägen Anwalts vermutlich nicht auserzählt ist.

Die Tatsache, dass Vince Gilligan auch für die zweite Staffel von „Better Call Saul“ mitverantwortlich ist, verspricht durchgehende Qualität für die kommenden Folgen. Zudem sind mit der Materie vertraute Regiesseure erneut an Bord. Für den Staffelauftakt von Season 2 etwa hat Thomas Schnauz, der bereits Folge 9 der ersten Staffel inszenierte, im Regiestuhl Platz genommen.

Fazit: gut geschrieben, gut gefilmt, gut gespielt

Am Serienauftakt von Season 2 gibt es nichts zu bemängeln: gut geschrieben, gut gefilmt, gut gespielt – und einige schöne Mike-Ehrmantraut-Auftritte. Was will man mehr? Wer zum Beispiel „Fargo“ und natürlich „Breaking Bad“ mag, sollte einen Blick riskieren. „Breaking Bad“-Fans, die sich immer noch vor „Better Call Saul“ mit dem Argument „Ich weiß ja schon, was passiert“ sperren, sollten nochmal in sich gehen, bevor sie ihre Zeit an mittelmäßige Serienkonkurrenten verschwenden. „Better Call Saul“ gehört mit „Fargo“, „True Detective“ und „Breaking Bad“ zu den besten Thriller-Dramen der letzten Jahre.


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