"Big Bang Theory" und Co. mal anders: Von Doppelgängern und dreisten Kopien

The Big Bang Theory
The Big Bang Theory(© 2017 CBS)

Hättet ihr's gewusst? Einige unserer Lieblingsserien (und auch einige andere) haben im Ausland kuriose Ableger. Hier haben wir eine handverlesene Auswahl an WTF-Momenten für euch.

Das Kolumbianische "Breaking Bad": Aus Mister White wird Señor Blanco

Die Macher des lolumbianischen Remakes der Kultserie "Breaking Bad" haben offenbar gar nicht erst versucht, sich auch nur einen Millimeter vom Original zu entfernen. Warum auch, immerhin haben sie die Rechte an der Story rund um Highschool Lehrer Walter White rechtmäßig erworben. Da können sie den Protagonisten von "Metástasis" (spanisch für "Metastase") auch direkt Walter nennen und ihm den klischeehaften Nachnamen "Blanco" geben. Walter Blanco – oder wie Jesse ihn wohl nennen würde "Señor Blanco, si!" Wobei Jesse in der Kolumbianisch-US-Amerikanischen Version nicht Jesse heißt, sondern José Miguel Rosas. Das Ganze spielt natürlich auch nicht in Alberquerqe, sondern in einem Vorort der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Die Drogen sind aber dieselben. "Metástatis" startete 2014 und ist mittlerweile in der fünften Staffel angekommen. Schaut euch unbedingt mal den  Trailer an: Die Serie ist wirklich extrem (!) nah am Original dran. Auch wenn das zunächst sehr befremdlich wirkt, gut gemacht scheint es allemal!

Теоретики: "The Big Bang Theory"-Nerds aus Weißrussland

In Weißrussland konnte man kurze Zeit lang eine sehr spannende Sendung namens "The Theorists" (Теоретики) bestaunen. Die überaus einfallsreiche Show handelte von vier Wissenschaftlern namens Sheldon, Leo, Hovart und Raj. Nebenan lebte eine blonde Kellnerin namens Natasha. Einen Moment mal... Ist das nicht ein gaaanz klein wenig von "The Big Bang Theory" abgekupfert? Die Produktion wurde eingestellt, als die Schauspieler mitbekamen, dass sie für ein Plagiat engagiert wurden – angeblich hatten sie keine Ahnung, dass "The Big Bang Theory" existiert. Aber schaut doch mal selbst, welche Parallelen existieren:

"Al Shamshoon": Aus Homer Simpsons wurde Omar Shamshoon

Wusstet ihr, dass es für 34 glorreiche Folgen eine arabische Version der Simpsons gab? Es handelt sich dabei streng genommen nicht um ein Remake, sondern um eine stark modifizierte Version des Originals, die sich in vielen Punkten aber sehr von den Simpsons unterscheidet, die wir kennen und lieben. Aus Homer wurde Omar, aus Bart der freche Badr, aus Lisa wurde Bessa – und Marge hieß Mona. Doch damit alles konform würde, mussten Homers Lieblingsdinge im Leben weichen: Omar Shamshoon trank kein Bier und aß auch keinen Speck – beides ist im arabischen Raum bekanntlich nicht gern gesehen. Ebenso wenig wie Smithers Schwärmerei für Mr. Burns – oder sollten wir besser sagen Salmawys Schwärmerei für Mahrooey Bey?

Die Macher hatten für das Konzept große Hoffnungen: "Al Shamshoon" bekam die beste Sendezeit, nämlich die Ramadan-Abende um 19 Uhr. Leider hat das nichts gebracht: Nach nur 34 Folgen wurde die arabische Simpsons-Version abgesetzt. Offenbar kam der Humor beim Publikum nicht an. Hier seht ihr jedenfalls eine Szene aus dem "Treehouse of Horrors" und "Der Rabe" von Edgar Allan Poe – Shamshoon-Style.

"Die Nanny": ein Minirock, viele Länder

Fran Drescher alias Nanny Fine brachte uns mit ihren farbenfrohen Outfits und ihrem noch farbenfroheren Gesicht in den 90ern erfolgreich durch ein graues Nachmittags-TV-Programm. Aber hättet ihr gewusst, dass diese US-Serie Ableger in gleich mehreren Ländern hat? Da wären zum Beispiel Russland, wo die Serie so erfolgreich war, dass das Kopieren des Originals nicht mehr ausreichte und man die Original-Autoren heranziehen musste um die Serie weiter am laufen zu halten. Aber auch in Polen, Griechenland, Argentinien, Mexiko, Chile und der Türkei gab es eigene Versionen. Hier seht ihr das Intro der Russischen Version. Der adrette Mr. Sheffield sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus.

"Full House" gibt es nicht nur in San Francisco, sondern mit russischer Babuschka

Ein Witwer bleibt allein mit der Erziehung von drei kleinen Töchtern zurück. Wie soll er das schaffen? Mit der Hilfe vom heißen Onkel Jesse und dem einen Komiker-Typen (wie hieß er doch gleich?!). "Full House" war eine klassische Familienshow, die uns von 1987 bis 1995 mit eingeblendeten Lachern und Föhnfrisuren begleitete – und uns dann 2016 als grottenschlechtes Remake heimsuchte. Auch die Russen haben sich ans Erfolgskonzept von "Full House" gehalten und 2009 die Version "The House is Upside down" ins Leben gerufen. 40 Episoden währte der Familienspaß, der keiner war, bis die Sendung abgesetzt wurde. Wenigstens kam es in Russland dadurch hoffentlich nicht zu besagter grottenschlechter Fortsetzung "Fuller House".  Aber schaut doch mal selbst! Die ikonische San Francisco-Kulisse aus dem US-Intro ist logischer Weise nicht am Start, dennoch macht die russische Version verdammt gute Laune. Und auch die Szene, in der die russischen Abklatsche von "DJ Tanner" und "Stephanie Tanner" abwechselnd nach ihrer Babuschka rufen, ist absolut Gold wert.

Noch mehr aus der Welt der guten und schlechten Serien

Ihr liebt Serien? Dann haben wir hier bestimmt noch mer Inspiration am Start. Wie wäre es mit den krassesten News und Theorien zu "Game of Thrones" oder auch großartigen Mini-Serien für verregnete Tage? Außerdem findet ihr bei uns noch ein Sammelsurium an Serien, die einen qualvollen Tod starben oder einfach niemals enden werden.


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