Bing Maps Streetside: Bayern droht mit Verbot

Mit Bing Maps Streetside stellt Microsoft ein Konkurrenzprodukt zu Googles Streetview und verzichtet gleich einmal auf die Möglichkeit Bilder zu verschlüsseln. Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann droht mit einem Verbot, sollten die Datenschutzbestimmungen nicht eingehalten werden.

Die Probleme mit Googles Streetview sind gerade erst verdaut, da steht dem aufmerksamen Datenschützer mit Bing Streetside das nächste Problem im Haus. Bing Streetside ist ein Konkurrenzprodukt von Mircosoft zu Googles umstrittenen Streetview - und wird nicht weniger heiß diskutiert: Noch bevor Bing Streetside im Mai an den Start geht, gibt es einige Probleme zu klären.

Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann kritisiert Microsoft scharf: Grund ist eine nicht vorhandene Einspruchs-Möglichkeit gegen das Erstellen von Bildern durch Microsoft-Mitarbeiter. Laut dem CSU-Politiker ist dies mit dem Datenschutzgesetz nicht vereinbar. Auch Google stand einst in der Kritik und beugte sich dem Druck der deutschen Regierung: auf Antrag kann man sein Haus oder Grundstück unkenntlich machen lassen.

Joachim Herrmann hat bereits angekündigt, dass Microsoft die getätigten Bilder nicht nutzen darf, sofern man auch eine Option verzichte, die einen Widerspruch gegen die Verwendung von Bildern, auf denen eigenes Eigentum abgebildet wird, ermöglicht.

Auch im bayrischen Ladesamt für Datenschutz steht die Vorgehensweise von Microsoft in Kritik. Grund hierfür ist das Nichteinhalten des Datenschutzkodex für Geodatendienste, dem auch Microsoft und Google im Vorfeld zugestimmt haben. Laut den Grünen zeigt die aktuelle Situation erneut, dass die Regierung seit der Einführung von Google Streetview noch keine sichere Rechtsgrundlage für den Umgang mit solchen Geodatendiensten geschaffen hat.