Bitcoin ist tot - lang lebe Bitcoin

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Die Sicherheitslücken von Mtgox kosteten viele, viele Bitcoins
Die Sicherheitslücken von Mtgox kosteten viele, viele Bitcoins(© 2014 CC:Flickr/antanacoins)

Das Ende der Bitcoin-Börse Mt. Gox bedeutet für Kritiker auch das Ende der virtuellen Währung. Die Community sieht das jedoch anders. Kaum stirbt ein Bitcoin-Portal, ist das nächste bereits in Planung. 

"Ich bin wohl der größte Verlierer, 4.700 Bitcoins habe ich auf Mt. Gox verloren". "Ich war naiv und habe mein ganzes Erspartes in Bitcoin gesteckt. Jetzt habe ich 375.000 US-Dollar verloren" - Solche Horrorgeschichten kursieren derzeit auf dem Diskussionsportal Reddit. Ob die anonymen Forenbeiträge wahr sind, ist unklar. Fakt ist aber, dass der Absturz einer der ehemals wichtigsten Bitcoin-Börsen für viele schmerzlich war. Seit Wochen hatte die in Tokyo ansässige Mt. Gox-Handelsplattform wegen Sicherheitsproblemen nicht mehr auszahlen können. Diese Woche schlossen die Betreiber den Handel - wahrscheinlich endgültig. 744.000 Bitcoins im Wert von 400 Millionen US-Dollar sind verloren.

"Mt. Gox musste sterben, damit Bitcoin gedeihen kann"

Die virtuelle Währung kämpft seit Monaten um ihr Ansehen. Wurde Bitcoin im ersten Halbjahr 2013 als Revolution des Geldmarkts gefeiert, waren in den vergangenen Monaten Negativ-Schlagzeilen zu lesen. Regulierungen zwingen Bitcoin-Startups in die Knie.  Der Betreiber des illegalen Bitcoin-Markts Silk Road war verhaftet worden. Ebenso muss sich der BitInstant-CEO Charly Shrem wegen Geldwäsche verantworten. Parallel dazu befindet sich der Kurs der virtuellen Währung auf einer Achterbahnfahrt. Der Absturz der Börse Mt. Gox bestätigt jetzt viele Kritiker: Bitcoin ist tot.

Das Ende der Jugend

Vertreter der neuen Zahlungsform halten jedoch daran fest. "Mt. Gox musste sterben, damit Bitcoin gedeihen kann", meint der renommierte Investor Marc Andressen etwa. Der VC muss daran glauben, immerhin hat er vergangenes Jahr 25 Millionen US-Dollar in den Marktplatz Coinbase investiert.

Vertreter der Branche veröffentlichten nach dem Abschalten von Mt. Gox außerdem eine gemeinsame Stellungnahme. In Bitcoin seien hunderte vertrauenswürdige, verantwortungsvolle Unternehmen involviert, die weiter an der Zukunft und Sicherheit der neuen Währung arbeiten werden, betonen die Verfasser. Und Jordan Kelley, CEO des ersten Bitcoin-Automaten-Herstellers Robocoin, hält fest: "Das Scheitern von Mt. Gox bedeutet das Ende von Bitcoins Jugend."

Starke Lobby verhindert Tod

Während die eine Börse zusperrt, entsteht in New York bald die nächste. Barry Silbert, CEO des Trading-Portals Second Market, will dort eine Exchange-Plattform starten, die regulierter und weniger automatisiert funktioniert als die bisherigen Bitcoin-Börsen. 20 Millionen US-Dollar steckt SecondMarket in sein Spinoff. Der Handel soll nur Mitgliedern erlaubt sein. Als erste Mitglieder will Silbert Bitcoin-Startups, aber auch globale Banken gewinnen. Geplanter Start der neuen Börse ist Ende März.

Die aktuelle Bitcoin-Krise ähnelt dem Dot.com-Crash um die Jahrtausendwende: Danach geht die Show zwar weiter, aber mit mehr Substanz und Vernünftigkeit. Die Bitcoin-Lobby ist viel zu stark, als das sie virtuelle Währung einen frühen Tod sterben lässt.


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