BITKOM: Weniger Raubkopien, mehr legale Downloads

Der 26. April ist der Tag des geistigen Eigentums. Passend dazu hat Bitkom, der Branchenverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien, eine Umfrage in Auftrag gegeben zur Nutzung von Raubkopien. Demnach haben rund 14% der Internetnutzer schon einmal illegal etwas heruntergeladen.

Immerhin zwei Drittel davon gaben an, in der Vergangenheit illegal Musik, Filme oder Software heruntergeladen zu haben, dies heute aber nicht mehr zu tun. Weitere 5% wollten diese Frage lieber nicht beantworten und gaben an, das bleibe ihr Geheimnis.

Vor allem unter den jüngeren Internetnutzern von 18 – 29 Jahren sind Raubkopien verbreitet. Der Forsa-Umfrage zu Folge hat jeder dritte Internetnutzer dieser Altersstufe Erfahrung mit illegalen Downloads und immerhin 13% möchten darüber lieber nichts sagen.

Der direkte Vergleich zu 2010 ist nicht vorhanden, da im letzten Jahr noch zur generellen Einstellung zu Raubkopien befragt wurde. Die Tatsache, dass die Anzahl legaler, bezahlter Downloads jedoch stark gestiegen ist und auch der damit generierte Umsatz deutlich höher wurde, spricht jedoch für sich. Gleichzeitig ging laut Bitkom die Zahl illegaler Downloads zurück.

Bitkom-Präsidiumsmitglied Volker Smid ist der Ansicht, dass die Mehrzahl der Deutschen bereits ein Bewusstsein für geistiges Eigentum hat. "Für einen gesellschaftlichen Konsens zum Schutz von Urheberrechtenmüssen wir aber auch die Minderheit derer erreichen, die heute noch illegale Kopien nutzen." Laut Smid muss es unbedingt gelingen, ein besseres Verständnis für den Wert der Angebote zu schaffen, da sonst das Kultur- und Medienangebot verarme.

Rund 390 Millionen Euro gaben die Deutschen im Jahr 2010 für Downloads aus. BITKOM-Berechnungen zufolge lag die Anzahl legaler Downloads bei 90 Millionen, was einer Steigerung von 43% gegenüber 2009 entspricht. Als Grund dafür nennt Volker Smik das immer breitere Angebot und sinkende Preise.