"Black Mirror: Bandersnatch": Netflix speichert all eure Entscheidungen

In "Black Mirror: Bandersnatch" bestimmt ihr, wie es weitergeht
In "Black Mirror: Bandersnatch" bestimmt ihr, wie es weitergeht(© 2018 Netflix)

"Black Mirror: Bandersnatch" ist ein interaktiver Film, dessen Handlungsverlauf ihr durch eure Entscheidungen beeinflussen könnt. Diese trefft ihr, indem ihr auf eine von mehreren Auswahlmöglichkeiten tippt. Wie sich jetzt herausgestellt hat, merkt sich Netflix, für was ihr euch entschieden hat.

Festgestellt hat das Wissenschaftler Michael Veale, der sich direkt bei Netflix über "Black Mirror: Bandersnatch" erkundigte. Gegenüber Motherboard erklärte Veale seine Beweggründe dafür: Viele Leute hätten zuvor online darüber spekuliert, welche Absichten der Streaming-Dienst mit dem interaktiven Film verfolgt und ob sich um ein Datamining-Experiment handelt. Die Erkenntnisse, die Veale aus der Antwort von Netflix gezogen hat, seht ihr in dem Tweet unter diesem Artikel.

Mehr Transparenz wünschenswert

Netflix speichere jede einzelne Entscheidung in "Black Mirror: Bandersnatch" auch über die Laufzeit des Films hinaus. Eigenen Aussagen zufolge, um das interaktive "Storytelling-Modell zu verbessern". Andere interaktive Erlebnisse wie etwa die Spiele aus Telltales "The Walking Dead"-Reihe halten eure Entscheidungen ebenfalls fest. Allerdings informierte Telltale die Nutzer besser darüber. Netflix weist euch nicht darauf hin – und genau das hält Veale für bedenklich. Außerdem ist er der Meinung, das Nutzer die Möglichkeit haben sollten, die Speicherung abzulehnen.

Zugute hält Veale Netflix, dass der Streaming-Anbieter in seiner Auskunft übersichtlich dargestellt habe, welche Daten in welcher Form gespeichert sind. Bei anderen Unternehmen hätte er deutlich negativere Erfahrungen gemacht. Eine Gefahr geht von "Black Mirror: Bandersnatch" offenbar nicht aus. Veale wünscht sich aber mehr Transparenz von Anbietern wie Netflix. Dazu könnten seiner Ansicht nach auch die Nutzer beitragen: Denn je mehr Nutzer solche Anfragen stellten, desto wahrscheinlicher sei es, dass die Anbieter die Datenspeicherung von sich aus transparenter kommunizieren.


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