"Black Mirror" vs. "Electric Dreams": Wer hat die düsterste Zukunft?

Können drei Jungs eine Invasion aus dem All stoppen?
Können drei Jungs eine Invasion aus dem All stoppen?(© 2018 Elizabeth Sisson)

Wie geht es weiter mit der Menschheit? Diese Fragen zu beantworten, das haben sich schon seit vielen Jahren Science-Fiction-Filme und Serien vorgenommen. Netflix und Amazon haben dazu beide neue Visionen im Programm – einmal eine neue Staffel und einmal gleich eine ganz neue Serie.

Anthologie-Serien sind schon älter, als viele vielleicht denken. Denn das Erzählen einer abgeschlossenen Geschichte pro Folge innerhalb einer Serie gab es bereits in den späten 50er Jahren – "Twilight Zone" hieß die Serie damals. Und die erzählte Storys aus dem Bereich Fantasy, Horror und Science Fiction im wilden Mix. Dieser Grundidee haben sich auch die Macher der beiden Serien verschrieben, die wir euch hier näher vorstellen.

"Black Mirror": Dunkle Zukunft

2011 hob der kleine britische Privatsender Channel 4 eine Serie aus der Taufe, die heute bei Fans bereits Kultstatus errungen hat – obwohl sie noch gar nicht offiziell beendet ist. In "Black Mirror", deren erste beiden Staffeln zusammen gerade einmal sechs Folgen plus ein Special beinhalten, erzählen die Macher Geschichten von der Auswirkung von Technik und Medien auf die Gesellschaft. Der Name der Serie geht dabei auf die Bildschirme und Displays von Computern, Fernsehern und Smartphones zurück.

Der Sender konnte für die ersten Folgen auch namhafte Schauspieler verpflichten, so waren unter anderem Hailey Atwell ("Agent Carter"), Domnhall Gleeson ("Stars Wars VII und VIII") oder Jon Hamm ("Mad Men") verpflichtet werden. Thematisch widmeten sich die einzelnen Folgen der beiden ersten Staffeln sehr unterschiedlichen Bereichen. Dennoch haben die meisten Episoden die Wirkung der Masse auf den Einzelnen zum Thema. So wird in der ersten Folge die britische Prinzessin entführt und der Prime Minister muss live im Fernsehen etwas Verabscheuungswürdiges tun, um sie zu befreien. In einer anderen bringt eine junge Frau ihren verstorbenen Freund als Roboter mit Erinnerungen aus den sozialen Medien zurück – mit ungeahnten Folgen.

In der Folge "Crocodile" fließen Tränen.

"Black Mirror": Neue Folgen auf Netflix

Nach zwei Staffeln hatte Channel 4 dann offenbar genug von der düsteren Zukunft – die Fans hingegen nicht. Netflix bemerkte das Interesse und übernahm die Serie kurzerhand ins eigene Programm. Dann ließ der Streamingriese eine weitere Staffel mit 12 Folgen produzieren, die er später in zwei Staffeln zu je sechs Folgen splittete. Ende Dezember 2017 brachte Netflix die letzten sechs Episoden dieser Serie ins Programm. Auch diesmal boten die einzelnen Episoden sehr unterschiedliche Szenarien. So ist die Folge "U.S.S. Callister" nicht eine böse Satire auf virtuelle Spiele, sondern auch eine hinreißend lustige Parodie auf "Star Trek". Andere Folgen, wie etwa "Crocodile", sind hingegen sehr düster geraten und nutzen eindeutig Horrorelemente zum Spannungsaufbau.

Ob die Serie fortgesetzt wird, hat Netflix bislang offenbar noch nicht entschieden, es gibt weder eine Ankündigung neuer Folgen, noch die Aussage, dass die Serie beendet ist. Produzent Charlie Brooker bekundete aber Interesse an einer weiteren Staffel.

Auf der U.S.S. Callister ist nicht alles so, wie es scheint.

Philip K. Dick’s "Electric Dreams": Neue Serie bei Amazon

In eine ganz ähnliche Richtung geht die neue Serie, die ebenfalls vom britischen Channel 4 produziert wurde. Die erste Staffel mit zehn Folgen ist seit dem 12. Januar 2018 in Deutschland bei Amazon im Programm. Die letzten vier davon sogar in Premiere, denn die wurden bisher auf dem Heimsender noch gar nicht gezeigt.

Was "Electric Dreams" von "Black Mirror" unterscheidet, ist die Story-Auswahl. Denn während die zweite Geschichten aller Art erzählt, werden in der ersten nur Kurzgeschichten des namensgebenden Autors verfilmt. Philip K. Dick gilt bis heute als einer der wichtigsten Science-Fiction-Schriftstellers des vergangenen Jahrhunderts. Aus seiner Feder stammen die Vorlagen für Filme wie "Blade Runner", "Total Recall" und "Minority Report".

Der Blick hinter die scheinbare Realität

Dicks Interesse galt dabei stets weniger der Technik, die nutzte er meist nur als Mittel zum Zweck. Spannender fand er die menschliche Entwicklung sowie die Frage nach der Definition des Menschseins. Nicht nur die Replikanten in "Blade Runner" fragen sich, was sie von echten Menschen unterscheidet, immer wieder nutzt der Autor Wesen, die sich vom Menschen in irgendeiner Form unterscheiden und versucht herauszufinden, ob sie dennoch menschlich sind oder nicht. Dazu faszinierte den Amerikaner die Frage, was eigentlich Realität ist, denn viele seiner Erzählungen hinterfragen kritisch das, was wir für sichere Fakten halten – und verunsicherte seine Leser damit oft nachhaltig.

Melancholisches Märchen: Der unmögliche Planet.

So erzählt die neue Serie in der Folge „Das Vater-Ding“ von einer Invasion durch Außerirdische, in der Greg Kinnear die Titelrolle spielt. In der Episode „Der Pendler“ entdeckt Timothy Spall („Harry Potter“) eine Stadt, die es nur fast gibt. Und in „Der unmögliche Planet“ soll Jack Reynor („Sing Street“) die uralte Geraldine Chaplin auf die Erde bringen – einen Planeten, den es nicht mehr gibt. Auch „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston ist in einer Episode der Serie dabei, ebenso wie „Game of Thrones“-Darsteller Richard Madden. Auch illustre Namen wie Steve Buscemi, Anna Paquin oder Maura Tierney sind in großen Rollen zu sehen.

Und welche Serie ist besser?

Das lässt sich schwer sagen, denn beide Serien beinhalten ein paar durchschnittliche und einige großartige Episoden. Insgesamt ist "Black Mirror" aufgrund der Freiheiten der Autoren vielleicht ein wenig vielseitiger, während man bei "Electric Dreams" doch in jeder Folge die Intention von Dick bemerkt.

Für Fans des Autors ist "Electric Dreams" in jedem Fall Pflicht, während Sci-Fi-Fans mit beiden Serien nichts falsch machen. "Black Mirror" bietet aber die größere Bandbreite an Inhalten. Und hat auch den etwas moderneren Touch, denn viele von Dicks Geschichten stammen aus den 50ern und frühen 60er Jahren – und manchen merkt man das auch an. Von ihrer Brisanz haben sie dennoch kaum etwas verloren.

Noch mehr aus der Welt der Serien

Ihr liebt Serien? Dann haben wir hier bestimmt noch mehr Inspiration am Start. Wie wäre es mit den krassesten News und Theorien zu "Game of Thrones" oder auch großartigen Mini-Serien für verregnete Tage? Außerdem findet ihr bei uns noch ein Sammelsurium an Serien, die einen qualvollen Tod starben oder einfach niemals enden werden. Alle, die bei diesem Artikel gelandet sind, weil sie auf Makaberes stehen, werden mit Netflix' neuestem Streich "The End of The F**king World" ihre helle (Schaden-)freude haben. In dem Sinne: Viel Spaß beim Streamen!


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