Bluetooth-Kopfhörer im Vergleich: Das richtige Modell für euer Smartphone

Bluetooth-Kopfhörer sorgen für mobile Freiheit.
Bluetooth-Kopfhörer sorgen für mobile Freiheit.(© 2017 iStock/eclipse_images)

Nicht nur beim iPhone fehlt mittlerweile der Kopfhöreranschluss. Auf gute Musik müsst ihr trotzdem nicht verzichten. In unserem Vergleich verraten wir euch, welcher Bluetooth-Kopfhörer zu eurem Smartphone passt.

Mit "Mut" begründete Apples Marketing-Boss Phil Schiller 2016 die Entscheidung, beim iPhone 7 auf den Kopfhöreranschluss zu verzichten. Zwar war das Gerät nicht das erste, das ohne Anschluss für die Klinke auf den Markt kam, Apple zeigte aber einmal mehr, das man einen etablierten Standard eliminieren und trotzdem noch erfolgreich sein kann. Mittlerweile gehört es bei den Herstellern fast zum guten Ton, keinen Kopfhöreranschluss mehr zu verbauen. Für euch heißt das: Entweder ihr greift zum beigelegten Adapter oder ihr besorgt euch Bluetooth-Kopfhörer. Wir geben euch Hilfestellung und vergleichen fünf kabellose On- und Over-Ear-Modelle.

Libratone Q Adapt On-Ear: Für Apple-und Google-Smartphones

Der Q Adapt On-Ear von Libratone ist ein echter Alleskönner. Das fängt schon bei der in Stufen verstellbaren Geräuschunterdrückung an. Über Außenmikrofone filtert der Kopfhörer Umgebungsgeräusche. Für den Träger wird es dann ruhig. In der Branche heißt das Active Noise Cancelling, oder kurz ANC. Libratone selbst spricht vom City Mix. Über die passende App oder direkt am Kopfhörer könnt ihr nämlich die Intensität einstellen. So habt ihr als Fußgänger im Straßenverkehr eure Ruhe, bekommt aber noch genug vom Verkehr mit, um nicht vom nächsten Bus überrollt zu werden.

Eine weitere Besonderheit: Der Q Adapt On-Ear ist einer der ersten Kopfhörer, der sowohl das Label "Made for iPhone" als auch die Kennung "Made for Google" trägt. Das heißt, er arbeitet perfekt mit dem iPhone und ausgewählten Android-Geräten wie dem Pixel 2 (XL) zusammen. Mit letzteren sogar etwas besser, weil er sich dank "Fast Pairing"-Funktion schnell mit dem Android-Telefon koppeln lässt. Auch klanglich konnte der Q Adapt On-Ear in unserem Test überzeugen. In der Standard-Konfiguration sind Tiefen, Mitten und Höhen nahezu gleich verteilt. In der App findet ihr aber auch andere Setups, etwa für mehr Bass. Eine Akkulaufzeit, die mit 20 Stunden ok, aber nicht übertrieben lang ist, rundet das Paket ab. Kaufen könnt ihr den Kopfhörer aktuell für 199 Euro.

Schickes Design, viele Funktionen: der Libratone Q Adapt On-Ear.(© 2017 CURVED)

Bose QuietComfort 35 II: Der Stille mit der Google-Taste

Ein echter Profi für Geräuschunterdrückung ist der Bose QuietComfort 35. Der Kopfhörer hat im Vergleich mit dem Libratone Q Adapt On-Ear den Vorteil, dass die Muscheln die Ohren umschließen. Habt ihr die höchste des Active Noise Cancelling eingestellt, habt ihr fast komplett eure Ruhe am Arbeitsplatz. Das ist aber noch nicht alles, was der Kopfhörer kann. 2017 hat Bose in Zusammenarbeit mit Google eine Neuauflage herausgebracht.

Bei der könnt ihr über einen Button auf der linken Seite den Google Assistant aktivieren, ohne das Smartphone aus der Tasche ziehen zu müssen. Die Besonderheit: Nicht nur könnt ihr eure Anfragen einsprechen, das geht schließlich bei jedem Kopfhörer mit Kabelfernbedienung, der Assistant meldet sich über den Bose auch proaktiv, wenn ihr etwa neue Nachrichten bekommen habt. Das klappt auch mit dem iPhone, das Zusammenspiel mit Android ist aber natürlich die bessere Lösung. Diese liest die künstliche Intelligenz auf Wunsch vor. Musikalisch hat uns der QC 35 II mit einem sehr ausgewogenen Klang überzeugt. Das ist auch gut so, denn mit 380 Euro ist der Kopfhörer kein Schnäppchen.

Der Bose QC 35 II kommt mit Unterstützung für den Google Assistant.(© 2017 CURVED)

Beats Solo3 Wireless: Aufs iPhone zugeschnitten

Neben Kopfhörern mit Google-Funktionen, gibt es aber auch Modelle, die speziell fürs iPhone ausgelegt sind. Dass der Solo3 Wireless von der Apple-Tochter Beats dazugehört, ist allerdings keine Überraschung. Der Kopfhörer war einer der ersten, der mit Apples W1-Chip ausgestattet wurde. Der ermöglicht die schnelle Verbindung mit einem iPhone oder iPad. Ihr schaltet den Kopfhörer einfach ein, haltet ihn die Nähe des Smartphones oder Tablets und tippt auf "Verbinden". Danach reicht es, den Kopfhörer einzuschalten und beide Geräte koppeln sich automatisch.

Der W1-Chip hat aber auch noch andere Vorteile. Denn er baut eine stromsparende Bluetooth-Verbindung zum iPhone auf. Das ermöglicht eine besonders lange Akkulaufzeit. Im Test kam Jan so eine komplette Arbeitswoche ohne Steckdose aus. Ein sehr guter Wert. Musikalisch überrascht das Modell von Beats: Die Bässe sind nicht so dominant wie bei anderen Modellen der Marke, der Klang ist insgesamt sehr ausgewogen. Ursprünglich kostete der Kopfhörer 299 Euro. Mittlerweile ist er schon für 169 Euro zu haben.

Schnelles Pairing und eine Akkulaufzeit überzeugen beim Beats Solo3 Wireless.(© 2016 CURVED)

Sony MDR-1000X

Ohne schnelles Koppeln oder eine Assistant-Funktion müsst ihr beim Sony MDR-1000X auskommen. Trotzdem kann der Noise-Cancelling-Kopfhörer mit coolen Tricks aufwarten. Die Lautstärke regelt ihr zum Beispiel, in dem ihr auf der rechten Ohrmuschel nach oben oder unten streicht. Spricht euch jemand an, legt ihr einfach die Hand auf die rechte Ohrmuschel und schon wird die Musik leiser und der Sony lässt Geräusche durch. Will jemand am Arbeitsplatz mit euch sprechen, braucht ihr also nicht extra den Song zu pausieren und den Kopfhörer abzunehmen.

Das passt gut. Denn klanglich kann der MDR-1000X auf ganzer Linie überzeugen: Er gibt die Musik sehr sauber und detailreich wieder, Bässe sind vorhanden, aber nicht zu stark. Zum Premium-Sound passt der Premium-Preis: 399 Euro gibt Sony als universelle Preisempfehlung an. Mittlerweile bekommt ihr den MDR-1000X aber schon für etwa 280 Euro. Was ihm im Vergleich fehlt, sind weitere smarte Features, wie die Einbindung eines Assistenten. Bei dem Sound können wir da aber ein Auge zudrücken.

Der Sony MDR-1000X bietet feinsten Sound für viel Geld.(© 2016 CURVED)

Marshall Monitor Bluetooth: der Rockstar

Der Marshall Monitor Bluetooth kommt ohne viel Schnickschnack. Er beherrscht kein ANC, kein Fast Pairing und unterstützt keine Assistenten. Das heißt aber auch: Er funktioniert mit allen Smartphones gleich gut. Statt der elektronischen Lösung soll beim Monitor die gute Polsterung Geräusche von außen fern halten. Am Arbeitsplatz gelingt das gut, draußen pfiff Tester Alex allerdings der Wind um die Ohren. Wett machen kann der Kopfhörer das durch sein schickes Äußeres und den bequemen Sitz.

Beim Sound wird der klar: Der Marshall ist ein echter Rockstar. Denn Bässe gehen beim Hören gern unter, wenn sie nicht für sich stehen. Bei Rockmusik kann er dann seine Stärken ausspielen und überzeugen. Alex' O-Ton: "In der Akustik-Version von "Come As You Are" von Nirvana habe ich mich gefühlt, als würde ich in der ersten Reihe bei dem Unplugged-Konzert sitzen." Wollt ihr euch den Monitor Bluetooth zulegen, seid ihr mit 250 Euro dabei.

Der Marshall Monitor Bluetooth eignet sich vor allem für Rock-Fans.(© 2017 CURVED)

Fazit: Für jeden etwas

Ihr seht: Es ist gar nicht so schwierig, passende Bluetooth-Kopfhörer fürs Smartphone zu finden. Der Beats Solo3 Wireless arbeitet zum Beispiel perfekt mit dem iPhone zusammen, der Bose QC 35 II ist auf den Google Assistant ausgelegt, der Libratone Q Adapt On-Ear ist "Made for Google" und "Made for iPhone". Der Sony MDR-1000X gehört zu den besten ANC-Kopfhörern. Könnt ihr auf smarte Features und schnelles Koppeln verzichten, greift ihr zum Marshall Monitor Bluetooth.

Sind euch On- bzw. Over-Ear-Kopfhörer zu sperrig, solltet ihr darüber hinaus einen Blick auf unseren Vergleich von komplett kabellosen In-Ear-Kopfhörern werfen. Damit ihr wisst, welcher Musik-Streamingdienst der richtige für euch ist, haben wir uns mit Spotify, Apple Music und Co. auseinandergesetzt.

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