Börsengang von Weibo mit 500 Millionen Dollar geplant

Auch den chinesischen Twitter-Konkurrenten Weibo zieht es an die Börse: Beim Initial Public Offering (IPO) – also der Aktienplatzierung – in den USA wolle man 500 Millionen Dollar erreichen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am späten Freitag berichtet.

Die 500 Millionen Dollar, die Weibo mit der Aktienplatzierung erzielen könnte, kämen dem Twitter-Konkurrenten mehr als gelegen: Ähnlich wie der Kurznachrichtendienst aus den USA schreiben auch die Chinesen rote Zahlen. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 188,3 Millionen Dollar, der Verlust bezifferte sich auf 38,1 Millionen Dollar.

Einmischung aus Peking möglich

Mit einem Teil der Erlöse aus dem Börsengang wolle Weibo die Schulden zurückzahlen, die der Dienst bei seinem Mutterkonzern Sina angehäuft hat. Bei der Größe des Dienstes dürfte ein großes Interesse an den Aktien aufkommen – immerhin kann Weibo auf rund 129 Millionen aktive Nutzer blicken. Zum Vergleich: Bei Twitter sind es etwa 240 Millionen.

Allerdings warnt Weibo die Investoren in seinem Antrag zum Börsengang davor, dass die chinesische Regierung eine Unabwägbarkeit darstellt. Peking war in der vergangenen Zeit immer wieder damit aufgefallen, bestimmte Meinungen auch von Weibo-Nutzern zu unterdrücken. Unter anderem wurde daher die Kommentarfunktion im März 2012 für drei Tage abgeschaltet. Zudem trat im September ein Gesetz in Kraft, dass auch das Verbreiten von falschen oder diffamierenden Aussagen mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden könne.

Auch Alibaba zieht es an die Börse

Das war am Freitag jedoch nicht der einzige angekündigte Börsengang eines chinesischen Unternehmens: Auch die Handels- und Kommunikationsplattform Alibaba aus dem Hause der Alibaba Group – nach eigenen Angaben die größte IT-Firmengruppe des Landes – will es Twitter und Facebook gleichtun. Hier ist die Größenordnung aber eine ganz andere als bei Weibo: Der chinesische Internetriese wolle laut dem Wall Street Journal im dritten Quartal mit einer Aktionenplatzierung von mindestens 15 Milliarden Dollar starten, was dem Börsengang von Facebook vom 18. Mai 2012 nahe kommt – Mark Zuckerberg und sein Unternehmen erzielten 16 Milliarden Dollar, was der bislang größte Börsengang eines Internet-Unternehmens ist.

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