Bundestrojaner wird zum Problem der Länder?

Der Bundestrojaner könnte gegen die deutsche Verfassung verstoßen, denn er zeichnet wesentlich mehr mit, als er eigentlich sollte. Das hat der Chaos Computer Club (CCC) herausgefunden.

Im Februar 2008 verbot das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Funktionen des sogenannten Bundestrojaners, die den Ermittlern dazu dienen sollten, Programme hochzuladen und beispielsweise Webcams zu aktivieren. Infolge dessen hat das Bundesinnenministerium einen Trojaner mit weniger Funktionsmöglichkeiten herausgegeben. Dieser beinhaltet lediglich eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ). Dadurch sollen Chat- oder VoIP-Programme noch vor dem Verschlüsseln ausgelesen und aufgezeichnet werden. Der Chaos Computer Club (CCC) hat angeblich eine Version des Trojaners erhalten, wie es in einer Mitteilung heißt:
"Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde Schadsoftware zugespielt,
deren Besitzer begründeten Anlaß zu der Vermutung hatten, daß es
sich möglicherweise um einen „Bundestrojaner“ handeln könnte. Einen dieser Trojaner und dessen Funktionen beschreibt dieses Dokument, die anderen Versionen werden teilweise vergleichend hinzugezogen.”

Laut CCC soll sich der untersuchte Trojaner nicht an die Bestimmungen halten und zudem noch schlecht gesichert sein. So haben potenzielle Angreifer die Möglichkeit, auf ihren Rechner zuzugreifen. Schlimmer noch: Sie könnten im ihrem Namen unter Umständen falsches Material an die Behörden senden. Das die Daten über einen Command-and-Control-Server in den USA laufen, ist den Computer Club ein weiterer Dorn im Auge. Diese streng vertraulichen Datensätze legen sozusagen eine Weltreise hinter sich, was nicht unbedingt fördernd für die Sicherheit ist.

Ländertrojaner?
Laut einem Sprecher von Innenminister Friedrich handelt es sich nicht um einen "Bundestrojaner", wie aus einem Bericht der ARD hervorgeht. Nun ist es Aufgabe der Länder, ihre selbst entwickelte Software zu prüfen.
Regierungssprecher Sebastin Seibert verkündete, dass Angelika Merkel die Vorwürfe zum Fall ernst nimmt.