Candy Crush-Entwickler King vor Mega-Börsengang


Unfassbar !7
Ein süßes IPO? Smartphonespiele-Anbieter King  (Candy Crush) strebt  bald an die Börse
Ein süßes IPO? Smartphonespiele-Anbieter King (Candy Crush) strebt bald an die Börse(© 2014 Candy Crush Saga)

Der Hype wird monetarisiert: King Digital, Anbieter des extrem erfolgreichen Smartphone-Spiels Candy Crush, hat seinen Zulassungsantrag zum Börsengang gestellt. Der 12 Jahre alte Spiele-Hersteller erlebt dank Candy Crush einen enormen Boom und verdiente im vergangenen Jahr über  eine halbe Milliarde Dollar. Doch das mahnende Beispiel Zyngas beweist: Der Spielemarkt verändert sich rasant. 

Die Börse hat mit einem Spiel viel gemein. Alles scheint möglich, der Ausgang ist jeden Tag neu offen – ein Szenario, das süchtig macht. Davon profitiert der Browserspiele-Anbieter King Digital nun gleich doppelt.

Candy Crush, das King vor knapp zwei Jahren ins Rennen schickte, hat sich im Rekordtempo zum erfolgreichsten Online-Spiel aller Zeiten entwickelt und dabei sogar „Farmville 2" von der Spitze verdrängt. Der Boom wurde maßgeblich durch die Smartphone-App entfacht, die Ende 2012 gelauncht wurde.

Candy Crush-Anbieter King: Mit Suchtfaktor an die Börse

Das Strategiespiel, das im Gegensatz zum Kurz-Hype Flappy Bird einfach zu spielen ist, hat offenkundig einen hohen Suchtfaktor: Wie beim Puzzle verbinden Nutzer bestimmte Süßigkeiten (Candies) gestisch zu Paaren und werden, je nach Wertigkeit, mit entsprechenden Punktezahlen belohnt.

Wie bei Zyngas zahlreichen Angeboten (Mafia Wars, City Ville, Hidden Chronicles) verdient King  (Pet Rescue Saga) durch die Zusatzkäufe innerhalb der App (In-App-Angebote), mit denen ein Spieler neue Leben kaufen oder über Facebook sogenannte „Boosters“ erwerben kann.

Höhere Gewinne als Amazon, Yahoo, Twitter oder LinkedIn 

Das Geschäft mit der Spielsucht könnte einträglicher nicht sein: Kings Umsätze im abgelaufenen Weihnachtsquartal sind von 71 Millionen auf enorme 632 Millionen Dollar explodiert. Noch bemerkenswerter dabei: Im Gegensatz zu manch hoch gewetteten Internet-Unternehmen arbeitet King hochprofitabel.

Erstaunliche 269 Millionen Dollar blieben zwischen Anfang Oktober und Dezember hängen! Das ist mehr als etwa Internet-Pionier Yahoo oder Onlinehandelsriese Amazon zuletzt verdient haben – von heiß gelaufenen Internet-Überfliegern wie Twitter oder LinkedIn, die knapp über unter der Profitabilitätsschwelle operieren, ganz abgesehen.

Bereits doppelt so hohe Umsätze wie Zynga 

Den Boom will King nun monetarisieren und zumindest 500 Millionen Dollar entsprechend beim Gang an die Börse erlösen. Das dürften eher noch konservative Schätzungen sein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr summierten die Erlöse des Candy Crush-Herstellers sich bereits auf fast 1,9 Milliarden Dollar – 568 Millionen Dollar blieben davon unterm Strich hängen.

King liegt damit noch hinter Angry Birds-Anbieter Rovio, der bereits 2012 auf Umsätze von 2,4 Milliarden Dollar kam, aber deutlich vor dem einstigen Browserspiele-Platzhirsch Zynga (geschätzte Jahreserlöse 2013: knapp ein Milliarde Dollar), der den Schritt ins Smartphone-Zeitalter verpasst hat und seit eineinhalb Jahren gegen den Abwärtstrend kämpft.

Mit immerhin noch rund 4 Milliarden Dollar bewerten Anleger Zynga trotz der Dauerkrise noch. Kann King sein Hyperwachstum bis zum Börsengang, der frühestens im zweiten Quartal über die Bühne gehen dürfte, durchhalten, könnte dem Candy Crush-Anbieter eine zweistellige Milliarden-Bewertung zum IPO winken. Ob es Anlegern am Ende mit King-Aktien besser geht als mit Süßigkeiten, bleibt die Multi-Milliarden-Dollar-Frage: Verlockungen bleiben selten folgenlos.


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