Carl Icahn gewinnt wieder: eBay spaltet PayPal ab

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Hat gut lachen: Carl Icahn setzt sich auch bei Paypal durch - und verdient schnelle 180 Millionen Dollar
Hat gut lachen: Carl Icahn setzt sich auch bei Paypal durch - und verdient schnelle 180 Millionen Dollar(© 2014 Paypal, ebay, Twitter/Carl Icahn, CURVED Montage)

Aus eins mach zwei: Das weltgrößte Auktionshaus eBay, das vor 12 Jahren Paypal übernahm, spaltet den Bezahldienst als eigenständiges Unternehmen ab. In der zweiten Jahreshälfte 2015 soll PayPal an die Börse gebracht werden. 

Regel Nummer eins: Wette nie gegen Carl Icahn. Regel  Nummer zwei: Vergesse nie Regel Nummer eins. So – oder so ähnlich – lässt sich die Wall Street-Logik der vergangenen Jahre festhalten, wenn Börsenlegende Carl Icahn investierte.

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass der knorrige 78-Jährige sich den größtmöglichen Gegner aussuchte: den wertvollsten Konzern der Welt – Apple. Doch Carl Icahn setzte sich und seine Interesse nach einem Kommunikations-Feuerwerk mit Tweets, Offenen Briefen und einem legendären Dinner mit Apple-CEO Tim Cook durch:  Apple öffnete den Geldspeicher in Cupertino, verstärkte die Aktienrückkäufe und legte eine deutlich anlegerfreundlichere Haltung an den Tag.

Carl Icahn seit Jahresbeginn bei eBay engagiert  

Lohn der Bemühungen: Die Apple-Aktie schoss auf Allzeithochs und Carl Icahn fuhr Zugewinne von über 50 Prozent binnen eines Jahres ein. Das Apple-Investment war keine Ausnahme: Ein Jahr zuvor hatte sich  der legendäre Investor mit Aktien des Streaminganbieters Netflix eingedeckt, nachdem der an der Börse auf Tauchstation gegangen war.   Kaufkurs: 58 Dollar. (Teil-)Verkaufskurs ein Jahr später: 340 Dollar.

Insofern sprach einiges für steigende Kurse, als sich Icahn zu Jahresbeginn mit eBay-Aktien eindeckte und gleichzeitig unverhohlen Forderungen stellte:  Der Online-Pionier solle seinen wahren Unternehmenswert "freisetzen" – nämlich, indem er sich von seiner Bezahltochter PayPal trenne  und sie als eigenständiges Unternehmen an die Börse führe.

Carl Icahn demontiert eBay-CEO Donahoe und setzt sich durch

Keine Frage:  Auch wenn eBay noch höhere Umsätze und Gewinne einfährt,  gehört die Zukunft eindeutig dem von Tesla-Gründer Elan Musk von 1999 gestarteten Bezahldienst, dessen Umsätze zuletzt um 26 Prozent zulegten, während eBays Auktionsgeschäft mit einem Erlöszuwachs von 7 Prozent fast stagniert.

Entsprechend sah der Corporate Raider die Chance für seinen Feldzug gekommen. In gewohnt markiger Form überzog er eBay-CEO John Donahoe mit Spott: "Entweder er schläft oder, schlimmer, er ist naiv und einfach blind", watschte der 78-Jährige den seit sechs Jahren durchaus erfolgreich agierenden eBay-CEO ab.

Abspaltung im zweiten Halbjahr 2015, Rückzug von Donahoe in Verwaltungsrat

Dass es nichts mehr werden würde zwischen den beiden, machte die nächste Spitze deutlich: "Ich war all die Jahre so erfolgreich mit Unternehmen, weil ich die richtigen CEOs reingebracht habe", betätigte sich Icahn offen an Donahoes Demontage.

Nachdem Icahn in der Folge sogar halbwegs lustlos von seiner Forderung nach einer totalen Abspaltung Abstand genommen hatte und sogar mit einem nur zwanzigprozentigen Börsengang einverstanden gewesen wäre, kann die Wall Street-Legende mit halbjähriger Verzögerung nun doch den totalen Triumph verbuchen.

eBay mit neuem CEO, John Donahoe zieht in den Verwaltungsrat ein

"Der Verwaltungsrat und das Management glauben, dass Unabhängigkeit ab 2015 das Beste für die Unternehmen ist, um zusätzliche Werte für die Aktionäre zu schaffen", teilte eBay heute vor Handelseröffnung an der Wall Street in Carl Icahn-Sprech mit. Mehr noch: John Donahoe wird nach vollzogener Restrukturierung nicht mehr der erste Lenker über die Geschicke der beiden Unternehmen sein.

Nicht mal über eines der beiden, denn auch seinen Posten als Vorstandschef von eBay stellt Donahoe ab 2015 zur Verfügung – es folgt der bisherige Chef der Konzernsparte Marketplaces, Devin Wenig. Donahoe bleibt das Trostpflaster im Verwaltungsrat einer der beiden Firmen, dem er künftig vorsteht.

Aktionäre reagierten begeistert auf den Sinneswandel im eBay-Management: Die Aktie des Dotcom-Pioniers, der vor zehn Jahren einmal das wertvollste Unternehmen der Welt war, legte vorbörslich um 11 Prozent zu. Randnotiz: Carl Icahn verdiente mit dem Kurssprung in den frühen Morgenstunden schlappe 180 Millionen Dollar.

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