Charlottesville: So gehen Apple, Spotify und Co. gegen rechten Hass vor

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Proteste gegen die "Unite the right"-Kundgebung am 12. August in Charlottesville, Virginia.
Proteste gegen die "Unite the right"-Kundgebung am 12. August in Charlottesville, Virginia.(© 2017 picture alliance/AP Images)

Die rassistischen Demonstrationen und der Neonazi-Anschlag von Charlottesville rütteln die US-Techbranche auf. Apple-CEO Tim Cook spendet zwei Millionen Dollar gegen Hass und Intoleranz und animiert zu weiteren Spenden. Aber auch Spotify, Facebook und Co gehen gegen Anhänger der "White Supremacy"-Bewegung vor.

In einer E-Mail an seine Mitarbeiter hat sich Apple-Chef Tim Cook zu den Ereignissen in Charlottesville am 12. August geäußert. Der CEO zeigt sich schockiert und vergleicht den Hass der rechten Demonstranten mit Krebs, der – wenn er nicht gestoppt wird – alles auf seinem Weg zerstöre. Der Apple-Chef widerspricht damit entschieden den Statements von US-Präsident Trump, der die Neonazis und Gegendemonstranten auf eine Stufe stellte.

Stattdessen betont er, dass Gleichberechtigung einer seiner Grundsätze sei.

"Like so many of you, equality is at the core of my beliefs and values. The events of the past several days have been deeply troubling for me, and I’ve heard from many people at Apple who are saddened, outraged or confused. What occurred in Charlottesville has no place in our country. Hate is a cancer, and left unchecked it destroys everything in its path. Its scars last generations. History has taught us this time and time again, both in the United States and countries around the world."

Den ganzen Brief von Tim Cook könnt Ihr zum Beispiel bei 9to5mac lesen.

Apple spendet und ruft zur Unterstützung auf

Tim Cook kündigt an, dass Apple insgesamt zwei Millionen Dollar spenden wird. Jeweils eine Million gehen an das Southern Poverty Law Center und die Anti-Defamation League. Zusätzlich wird das Unternehmen Spenden von Mitarbeitern an diese Organisationen bis zum 30. September verdoppeln und in iTunes eine Spendenmöglichkeit für Nutzer einrichten.

Bereits vor Cooks Rundschreiben hatte Apple bekanntgegeben, seinen Bezahldienst Apple Pay für Webseiten zu sperren, die Neonazis und andere Hassgruppen unterstützen. Diese Seiten verkaufen Kleidung mit eindeutigen Aufdrucken und Nazi-Devotionalien. Derlei Waren lassen sich inzwischen auch nicht mehr über PayPal bezahlen.

Kein Geld und kein Platz für Neonazis

Ebenfalls durchaus finanzielle Auswirkungen könnte die Entscheidung von Spotify haben. Der Musikstreamingdienst hat 37 Bands und Künstler von seiner Plattform entfernt. Diese hatte das Southern Poverty Law Center bereits vor drei Jahren als rassistische Hass-Bands aufgelistet.

"Es gibt keine Platz für Hass in unserer Gemeinschaft", schreibt auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Deswegen hätte das soziale Netzwerk schon immer Postings gelöscht, die Hass-Verbrechen und terroristische Aktionen bewerben und feiern – auch in Bezug auf Charlottesville. Facebook soll ein Ort sein an dem sich jeder sicher fühlt, weswegen ebenfalls Androhungen körperlicher Gewalt gelöscht würden.

Die Neonazi-Webseite "Daily Stormer" flog zudem bei ihrem Hoster GoDaddy raus. Sie habe mit der Propaganda von Gewalt eine Linie überschritten. Anschließend weigerte sich Google, sie zu hosten. Die neue Domain in Russland war nach wenigen Stunden ebenfalls offline. Grund: Cloudflare schmiss den "Daily Stormer" ebenfalls raus. Damit verlor die Webseite den Schutz vor DDOS-Attacken.

Andere Tech-Unternehmen wie Airbnb wurden bereits im Vorfeld der Demonstrationen in Charlottesville aktiv. Die Unterkunftsvermittlung sperrte Nutzer mit eindeutigen Verbindungen, die eine Unterkunft in der Stadt suchten. Ihr Hass widerspreche dem verbindenden Gedanken hinter Airbnb.

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