Check-In-Dienst: Facebook kauft Gowalla

Der Netzwerkriese Facebook will sich, durch den Kauf des US-Startups "Gowalla", besser in lokale Dienste integrieren. Nach einem Bericht von CNN bestätigte der Geschäftsführer des bekannten Anbieters Gowalla, Josh Williams, in einer E-Mail die Verkaufsverhandlungen, wie «All Things Digital» berichtet. Auch ein Blogeintrag im firmeneigenen Tagebuch belegt die Entscheidung.

Gowalla
Die Firma ist 2009 als Check-In-Dienst gegründet worden. Nach einiger Zeit hat die Geschäftsleitung aber einen neuen Weg eingeschlagen, da sich das junge Unternehmen nicht gegen den Konkurrenten "Foursquare" durchsetzen konnte. Inzwischen ist Gowalla wie ein Reiseführer aufgebaut, der von den Nutzer selbst gestaltet wird.

Durch den Einstieg in die ortsbezogene Werbung sichert sich Facebook einen Markt, der vor allem auf mobilen Geräten mehr und mehr an Zuwachs gewinnt. Dank Smartphones können beispielsweise potenzielle Kunden durch zahlreiche Funktionen direkt in einen nahegelegenen Laden gelotst werden. Ein interessantes Werbekonzept für den Einzelhandel. Mit dem Kauf des Start-ups könnte Facebook seinen eigenen Check-In-Dienst erweitern, der nach der Veröffentlichung in den USA nicht sonderlich viel Beachtung fand. Vonseiten Gowallas könnte ein neuer Impuls ausgehen, der die Nutzung des Check-In-Dienstes vorantreibt. In der Vergangenheit hat Facebook bereits mehrere Male bestimmte Produkte durch Funktionen von anderen Anbietern erweitert. Da auch der größte Konkurrent Google mit einem solchen Projekt experimentiert, wäre diese Aktion von Mark Zuckerberg ein weiterer Schlag gegen das soziale Netzwerk Google+.

Die ersten Gespräche um den Kauf sollen kurz nach der Entwicklerkonferenz "F8" stattgefunden haben. Schon ein paar Wochen später habe Gowalla sich für eine Zusammenarbeit mit Facebook entschieden.

Der Service von Gowalla soll im Januar 2012 eingestellt werden.