Coast: Neuer Browser von Opera für das iPad

 

Für das iPad gibt es als Standard-Browser Apples Browser Safari. Wie sollte es auch anders sein im Ökosystem von Apple. Jedoch befinden sich im App Store aber noch eine ganze Menge anderer interessanter Browser für das iPad. Opera hat kürzlich Coast als neuen, sehr in seinen Funktionen reduzierten Browser für das iPad rausgebracht. Was der Browser kann und ob es sich lohnt diesen zu nutzen, habe ich für euch getestet.

Was braucht ein moderner Browser?

Die heutigen Browser auf Tablets und Smartphones sind vollgestopft mit zahlreichen Funktionen. Besonders mit Safari auf dem iPad lassen sich alle Seiten synchronisieren, die auch auf einem Mac geöffnet sind, Passwörter werden gespeichert, die Leseleisten vom Mac werden übernommen, es kann direkt getwittert und einen Facebook-Post abgesetzt sowie interessante Seiten an Freunde verschickt werden. Coast verzichtet auf vieles und setzt nach eigener Aussage auf eine intuitive Benutzeroberfläche, die speziell für das iPad entwickelt wurde, und auf den Datenschutz - den der Nutzer zwar nicht sehen soll, aber ihn auf jeden Fall schützt.

Benutzt man den Browser, fällt sofort auf, dass es auf den ersten Blick nur wenig Funktionen gibt und der Browser vor allem auf Design setzt. Der „Startbildschirm“ zeigt die favorisierten Webseiten als Kacheln an, wie man es vom Windows Phone kennt. Darüber befindet sich das Suchfeld und darunter der Verlauf der letzten Webseiten, die der Nutzen besucht hat. Durch festhalten einer Kachel fangen diese an zu wackeln und können, wie bei den Apps im iOS, an verschiedene Positionen verschoben werden. Statt Ladebalken gibt es das Icon einer Webseite, das pulsiert und dem Nutzer damit anzeigt, dass die Seite aktuell lädt. Vor und zurück innerhalb einer Webseite kommt man durch blättern wie in einem Buch. In andere geöffnete Seiten kann man wie in einer Bildergalerie durch Wischen wechseln, dazu muss man vorab die drei Quadrate unten rechts auswählen. In diesem Modus lassen sich dann die Links der Webseiten verschicken, Sicherheitsinfos über die Seite einholen sowie offene Seiten schließen, indem man diese einfach nach oben hinaus schiebt. Will man zurück zum Startbildschirm, klickt man einfach auf die kleinen Quadrate am unteren Bildschirmrand. Das war es auch schon, mehr ist von Coast nicht zu erwarten - klassische Tabs, Lesezeichenleisten, Vor- und Zurück-Button etc. gibt es nicht. Aber braucht man wirklich mehr?

Fazit und persönliche Meinung

Coast von Opera will optisch und in seiner Benutzung vom klassischen Browser, wie wir ihn bisher kennen, ausbrechen und eine einfache, auf das Wesentliche reduzierte und intuitive Anwendung schaffen. Der Browser behandelt Webseiten eher wie Apps im neuen iOS 7. Um Coast zu nutzen muss man sich definitiv umgewöhnen und braucht einige Zeit, um sich zurecht zu finden. Auch ich habe mich am Anfang ein wenig schwer getan, weil der Bruch in der Benutzung schon eher in Richtung Flipboard bzw. dynamische e-Paper geht. Mit Coast hat man das Gefühl, als gleite man durch ein Magazin, welches extra für das iPad gebaut wurde. Das macht definitiv Spaß, aber es zum Arbeiten zu verwenden, überzeugt mich nicht ganz. Es fehlt mir vor allem die Synchronisation zu meinem Mac, auf dem ich ich viele Lesezeichen speichere und Seiten offen habe. In den Einstellungen der App unter „Apples Einstellungen“ hat man die Möglichkeit zu entscheiden, ob Coast Passwörter, Verlauf, Cache und Cookies speichern soll. Andere Einstellungsmöglichkeiten zur Sicherheit gibt es nicht und mann muss auf die Versprechen des Browsers vertrauen, sicher zu sein, was in Zeiten von NSA und Co. kaum nachvollziehbar ist.

Und für wen ist Coast nun? Für Schöngeister, für Nutzer, die nur ab und zu mal durchs Web surfen wollen und dabei auf das genießen nicht verzichten möchten. Und nur für iPad-Nutzer. So sagt Opera selbst: "Tailored, made for the iPad. iPad's perfect match." Für Android wird es diesen Browser wohl nie geben.