Computer: HP rudert zurück

Der Computer-Hersteller Hewlett-Packard will seine Computer-Sparte doch beibehalten. Das bedeutet eine hundertachtzig-Grad-Wendung zu den Ankündigungen vor zwei Monaten. Damals wollte der Konzern aussteigen. Wie die Konzernchefin Meg Whitman mitteilte, sei ein Ausstieg kostenaufwendig.

Ihr Amtsvorgänger (Léo Apotheker) hatte bereits Vorschläge zu einem möglichen Umbau gemacht. Nach dieser Meldung sank der Aktienkurs von HP. In seiner Planung träumte der ehemalige Konzernchef von einer Firma, die sich mehr auf Software spezialisiert.
Doch wer sich an dieser Stelle nun Hoffnung macht, dass WebOS bei Hewlett-Packard wieder auferstehen könnte, der irrt. Diese Ankündigung bleibt weiterhin bestehen.
Im kalifornischen Palo Alto sprach sich die neue Geschäftsführerin für eine gemeinsame Zukunft aus. "Zusammen sind wir stärker". Eine Prüfung soll ergeben haben, dass es sinnvoll sei, die PC-Sparte (PSG) beizubehalten. Ein Verkauf hätte womöglich 1,5 Milliarden Dollar kosten können. Danach wären zudem laufende Kosten höher ausgefallen.
Die Computer-Abteilung sichert bei HP circa ein Drittel des Konzernumsatzes. Trotz der steigenden Konkurrenz durch Tablets und Smartphones ist Hewlett-Packard Marktführer im Computer-Bereich. Für das dritte Quartal rechnen Analysten mit einem weltweiten Verkauf von mehr als 16 Millionen Rechnern. Nummer zwei hinter HP ist Lenovo mit geschätzten 12 Millionen.
Der Vertrieb von Softwareprodukten wäre für die Firma Hewlett-Packard wesentlich lukrativer. Deshalb hatte Apotheker für zehn Milliarden Dollar den britischen Software-Entwickler Autonomy aufgekauft.

Die Entscheidung des Rückzugs durch Whitman wurde von Analysten überwiegend positiv aufgefasst. Die Börse in New York reagierte ähnlich, als sie am Donnerstag zu 5,2 Prozent zulegte.
Von Beginn an (September) hatte die Chefin auf eine Weiterführung der Sparte hingedeutet. Sie will ihren Kunden eine feste Grundlage bieten.