Computer on a stick: Spiele-Entwickler baut vollwertigen Mini-Computer

Er ist nur ungefähr so groß wie ein ganz normaler USB-Stick, doch der Schein trügt: In diesem Winzling versteckt sich ein vollwertiger Computer. Sieht so die Zukunft aus?

David Braben ist vielen als Spiele-Entwickler bekannt (Elite, Frontier, Rollercoaster Tycoon, The Outsiders), doch auch hinter Braben steckt noch viel mehr: Er hat den Mini-Computer entwickelt, der nur rund 20 Euro kosten soll. Der RaspBerry Pi lässt sich über einen HDMI-Port an einen Fernseher oder Monitor anschließen, über den USB-Anschluss mit einem Keyboard verbinden und in Zukunft wahrscheinlich auch mit einem Touchscreen.

Mit einem 700 MHz ARM-Prozessor und 128 MB Arbeitsspeicher ist der RaspBerry Pi sicher kein Hochleistungsrechner, aber er ist voll funktionsfähig. Einen interne Speicher hat der RaspBerry Pi nicht, dafür einen Slot für eine MicroSD-Karte, auf der alle Daten gespeichert werden können. Der Mini-Rechner läuft unter der Linux-Distribution Ubuntu 9.04.

Hinter dem RaspBerry Pi steckt die britische Raspberry Pi Foundation, eine Stiftung, die als Ziel hat, möglichst billige Computer zu bauen, um diese an Schüler zu verteilen. Dabei geht es vor allem um Schüler aus weniger wohlhabenden Bevölkerungsschichten, die sonst keinen Zugang zu Computern hätten.

David Braben kritisiert, dass man heutzutage in der Schule zwar lerne, wie man mit Microsoft Office umgeht, das Programmieren aber außen vor bleibt. Mit dem RaspBerry Pi sollen nicht nur die Kinder Zugang zu den heute ganz alltäglichen Kommunikationsmöglichkeiten via Facebook, Twitter usw. bekommen, die zuhause keinen Computer haben. Er soll die Schüler generell dazu anregen, sich selbst am Programmieren zu versuchen, mit dem Mini-Computer zu experimentieren und Dinge auszuprobieren, die man am teuren Rechner vielleicht nicht macht.

Der RaspBerry Pi ist bislang ein Prototyp. Die Einzelteile des Stick-Computers kosten rund £15,-, umgerechnet ungefähr €17,-. Bis in einem Jahr will David Braben den RaspBerry Pi in Serie produzieren und hofft darauf, ihn dann umsonst an Schulen verteilen zu können.