Contra: Was ich an der Nintendo Switch sch...ade finde

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Was spricht gegen die Nintendo Switch?
Was spricht gegen die Nintendo Switch?(© 2017 CURVED Montage)

Versteht uns nicht falsch: In der Redaktion von CURVED haben nahezu alle eine Nintendo Switch vorbestellt. Doch vor dem Release machen sich bei mir Zweifel breit.

Die maue Spielesituation

Die Switch kommt ohne Beipackspiel. Wieso? Für über 300 Euro kann man das doch erwarten, oder? Und wer zum Start zocken will, dem bleibt "nur" der Griff zu Zelda. "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" wird überraschenderweise tatsächlich einer der Launch-Titel der Nintendo Switch – und erscheint zeitgleich für die WiiU. Mehr als 80 Spiele sollen sich gerade für die Nintendo Switch in Entwicklung befinden. Einige davon zeigte das Unternehmen bereits auf der Release-Keynote. Doch bis wir das aktualisierte Mario Kart, das neue 3D-Mario und weitere Spiele zocken können, werden noch viele Monate vergehen. Heißt: Wenn Zelda durchgezockt ist, landet die Switch erstmal bis Sommer bzw. Winter im Regal.

Die geringe Auflösung

Löblich, dass Nintendo die Akkulaufzeit im Blick hat. Schließlich wollen wir möglichst lange mobil zocken. Doch geht das zu Lasten der Auflösung. Das 6,2-Zoll-Display der Nintendo Switch liefert lediglich eine HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln. Freilich schaut das neue Zelda wunderschön aus. Doch selbst im Dock an den Fernseher angeschlossen, reicht es nicht für Full-HD. Statt 1080p liefert sie gerade einmal 900p. Im Jahr 2017. Hey Nintendo, 4K ist mittlerweile eigentlich Standard. Dass neue Spiele dann selbst am Fernseher noch nicht einmal Full-HD beherrschen, ist echt ärgerlich.

Die kleinen Controller

Fraglos: Die neuen Joy-Con-Controller sind cool. Also, das Konzept dahinter. Die Funktionen sind umfangreich, und die HD-Vibration simuliert erschreckend gut unterschiedlichste Erschütterung. Aber warum musstet Ihr die Dinger so klein machen?! Ergonomisch sind die Controller nicht gerade, wenn man sie vom Tablet losgelöst in der Hand hält. Und erst recht nicht, wenn man in einigen Spielen nur auf einen Controller zugreift. Der Pro-Controller macht ja durchaus was her. Aber was habt Ihr Euch bei dem Joy-Con-Grip gedacht? Ab Werk lässt es sich nicht im Betrieb aufladen. Und dann ist es noch nicht einmal handlich.

Die vergleichsweise geringe Performance

Ist es ein Handheld? Ist es eine Spielekonsole? Sei's drum: Für ein Gerät, auf dem man zu 100 Prozent spielt, ist die Performance wichtig. Und da hat die Switch keine Chance gegen die Xbox One oder die Playstation 4. Ganz zu schweigen von der neuen Generation, der Playstation 4 Pro und der künftigen Xbox Scorpio. Insofern wäre Nintendo gut beraten, nur Spiele auf die Switch zu bringen, die es auf anderen Konsolen nicht gibt. Denn aus Performance-Sicht würde der Handheld in jedem Vergleich unterliegen.

Die mäßige Akkulaufzeit

Sooo toll wie erhofft dürfte die Akkulaufzeit der Switch nicht ausfallen. Wie wir bereits in unserer Übersicht zur Nintendo Switch erwähnt haben, soll der Akku rund 2,5 bis 6 Stunden durchhalten, ehe dem Handheld die Puste ausgeht. Vor allem grafisch anspruchsvolle Games entleeren den Energiespeicher dabei deutlich schneller – obwohl sich der in der Konsole verbaute Chipsatz für den Mobil-Betrieb bereits heruntertaktet, um die Akkulaufzeit zu verlängern. Wenn man also, wie im ersten Werbespot versprochen, mal im Flieger zocken will, dann wohl nur, wenn Ihr innerhalb Europas reist.

Die Preise

Dass die Switch teuer geworden ist als zunächst gedacht: Sei's drum. Auch dass die Multiplayer-Features kostenpflichtig sind, geht in Ordnung. Das ist bei Xbox und Playstation schließlich nicht anders. Doch schauen wir uns mal die Kosten für das Zubehör an: Das Bundle besteht aus Docking-Station, dem Handheld, zwei Joy-Con (Mini-Controller), Joy-Con Wrist Straps (Bänder für das Handgelenk um die Controller besser zu halten) und das Joy-Con-Grip (eine Art Mittelteil, an das Ihr die Joy-Cons stecken könnt, um einen Controller zu bauen und gleichzeitig die Joy-Cons aufzuladen).

Ihr könnt wählen, ob Ihr die Joy-Cons in Grau oder in Rot und Blau haben möchtet. Außerdem erhältlich sind ein klassisches Gamepad, der Nintendo Switch Pro Controller (69,99 Dollar) und zwei Lenkräder, in die Ihr je einen Joy-Con einklinken könnt (2er Set 14,99 Dollar). Weitere Joy-Cons werden jeweils im Doppelpack in grau, rot, blau oder rot und blau für 79,99 Dollar oder einzeln in grau für 49,99 Dollar angeboten. Eine weitere Docking-Station kostet inklusive Kabel 89,99 Dollar.

Und was hat man sich bei der Bepreisung der Games gedacht? Mit 69 Euro für Super Mario Odyssey und 64 Euro für Zelda liegen ungefähr auf dem Niveau für Playstation- und Xbox-Spiele, was durch den Umfang gerechtfertigt scheint. Doch 50 Euro für ein Bomberman-Remake und ebenso viel für 1-2-Switch, eine kurzweilige Partyspiel-Sammlung? Das ist zu teuer.

Wie denkt Ihr über die Nintendo Switch? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren mit.


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