Corona-Krise: Netflix und Amazon bremsen euch aus – und das ist in Ordnung

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Netflix erfreut sich in der Corona-Krise noch größerer Beliebtheit
Netflix erfreut sich in der Corona-Krise noch größerer Beliebtheit(© 2018 CURVED)

Update (20. März 2020, 15:30 Uhr): Nach Netflix und YouTube reduziert nun auch Amazon die Streaming-Qualität. Der Amazon Prime Video reduziert die Streaming-Bitraten, will aber gleichzeitig die Qualität bestmöglich erhalten, soll ein Amazon-Sprecher laut Engadget gesagt haben.

Inmitten der Corona-Krise, in der wir möglichst zu Hause bleiben sollen, hört es sich wie eine (weitere) Hiobsbotschaft an: Netflix drosselt in Europa das Video-Streaming. Der Dienstleister folgt damit einer Bitte der EU-Kommission. Was sich zunächst für Streaming-Fans schrecklich anhört, ist letztendlich ein guter Kompromiss.

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Es ist offiziell: Netflix hat bestätigt, dass man innerhalb von Europa die Streaming-Datenrate für die nächsten 30 Tage drosseln werde. YouTube zieht offenbar mit und macht SD-Auflösung zur Standardauflösung, so die Süddeutsche Zeitung. Ziel sei es, die europäischen Netze zu schonen. Netflix rechnet etwa damit, dass der Internetverkehr in Europa um 25 Prozent sinken werde. Wenn ihr eure Filme und Serien schaut, sollt ihr von der Datenbremse aber kaum etwas mitbekommen, da die Qualität der Streams angeblich nur minimal schlechter ist.

Netflix dominiert die Downloads

Aufgrund des Coronavirus verbringen viele Leute aktuell mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Sie arbeiten im Homeoffice (Stichwort: Videokonferenzen), nutzen Lernplattformen oder vertreiben sich ihre Zeit auf Netflix und mit Online-Games. Die Telekommunikationsanbieter verzeichneten daher zuletzt einen großen Anstieg der Internetnutzung.

Ein signifikanter Anteil davon fällt auf Video-Streamingdienste wie Netflix zurück. Eigenen Angaben zufolge verschlingt ein HD-Stream 3 GB Daten pro Stunde und laut des Forschungsunternehmens Sandvine ist Netflix für 12 Prozent des weltweiten Download-Verkehrs verantwortlich.

EU hat Angst vor verstopftem Netz

Die EU sorgt sich laut der Süddeutschen Zeitung daher über eine mögliche Überlastung der Netze. Derzeit gibt es laut Handelsblatt allerdings nur vereinzelt Anzeichen dafür, dass diese zu stark beansprucht werden könnten. Dies sei etwa dann der Fall, wenn in einem Haus besonders viele Nutzer gleichzeitig Online-Games spielen oder Filme streamen.

Netzbetreiber wie Telefónica sehen sich zwar gut gerüstet, die EU-Kommission will dennoch sicherstellen, dass die Kapazitäten auch dann noch reichen, wenn noch mehr Menschen von zu Hause arbeiten oder studieren. Insbesondere da die Lage in anderen Ländern wie Spanien kritischer ist. Dort soll das Netz teilweise bereits 10 Prozent langsamer sein, da es mitunter überlastet sei.

Netflix und Co. droht Blockade

Vorübergehende Netzüberlastungen sind in Deutschland also eigentlich relativ unwahrscheinlich. Da die EU-Kommission ein Szenario mit zunehmenden Ausgangssperren aber nicht mehr für komplett unrealistisch hält, ist die Netflix-Drosselung ein guter Kompromiss. Wir ziehen zumindest eine minimal schlechtere Bildqualität der Alternative vor: Die Provider könnten im Worst Case (drohende Netzüberlastung) bestimmte Dienste verlangsamen oder ganz blockieren müssen, heißt es in den Leitlinien zur Umsetzung der europäischen Netzneutralitätsregeln.


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