Cyanogenmod: Alles Wichtige zum alternativen Android

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Cyanogenmod ist die alternative Android-Version für Euer Smartphone.
Cyanogenmod ist die alternative Android-Version für Euer Smartphone.(© 2014 Facebook/CyanogenMod, CURVED Montage)

Für Euer Smartphone gibt es keine aktuelle Android-Version mehr? Ihr wollt Eure Daten nicht mehr Google anvertrauen? Dann könnte die alternative Firmware Cyanogenmod - kurz CM genannt - genau das Richtige für Euch sein.

Was ist Cyanogenmod?

Cyanogenmod ist eine alternative Android-Version, die nicht von Google oder einem Gerätehersteller stammt, sondern hinter der eine Entwickler-Community steht, die den Code von Googles freiem Betriebssystem in ihrem Sinne verändert. Die erste Version erschien 2010 und basierte auf Android 2.2 Froyo, die aktuelle Version CM 11 ist das Gegenstück zu Android 4.4 Kitkat.

Google entwickelt den Android-Code intern und stellt ihn der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Cyanogen-Entwickler nehmen diese Quellcode und "portieren" ihn für zahlreiche alte und neue Smartphones. Gleichzeitig machen sich weitere Programmierer daran Funktionen hinzuzufügen oder Fehler zu verbessern, die die Google-Mitarbeiter übersehen haben.

Wie sicher ist Cyanogenmod?

Im Prinzip ist Cyanogenmod nicht sicherer oder unsicherer als eine herkömmliche Android-Version. Allerdings ist der Quellcode öffentlich einsehbar und kann in der Theorie von vielen Augen überprüft werden, was bei den Android-Versionen der Gerätehersteller und deren Nutzeroberflächen nicht der Fall ist.

Zudem ist Cyanogenmod vom Grundprinzip her weniger an Euren privaten Daten interessiert als Google und Co - was aber nicht heißt, dass Ihr Euch nicht sehr neugierige Apps installieren könnt. Standardprogramm für SMS und Chats ist unter CM inzwischen Textsecure, dass die Nachrichten verschlüsselt, wenn beide Gesprächspartner die Anwendung benutzen.

Wer steckt hinter Cyanogenmod?

Treibende Kraft hinter Cyanogenmod ist der Entwickler Steve Kondik, dem inzwischen aber eine große ehrenamtliche Entwicklergemeinde zur Seite steht.

Für welche Geräte gibt es Cyanogenmod?

Derzeit gibt es Cyanogenmod für über 200 Tablets und Smartphones von 22 unterschiedlichen Herstellern. Allerdings steht auch hier die jeweils aktuellste CM-Version nicht für alle Geräte, aber in der Regel doch länger als vom Hersteller selbst, zur Verfügung. So könnt Ihr zum Beispiel auf dem vier Jahre Samsung Galaxy S mit CM 11 das Gegenstück zu Android 4.4 KitKat installieren, die Samsung schon für das nur zwei Jahre alte Galaxy S3 nicht mehr anbietet. Erste Smartphone-Hersteller wie Oppo mit dem N1 oder OnePlus mit dem One installieren auf Ihren Geräte Cyanogenmod anstelle der Android-Version von Google bereits ab Werk. Weitere inoffizielle Ports aus dem XDA-Developer-Forum für noch mehr Modelle sind hier aufgelistet.

Wie installiere ich Cyanogenmod?

Der Installationsvorgang ist für jeden Hersteller und teilweise sogar noch für jedes Smartphone unterschiedlich, so dass Euch nur der Blick in die Anleitung Eures Modells bleibt. Für viele, aber eben auch nicht alle, bietet Cyanogenmod inzwischen eine Installer App zum Download an, die die Installation von CM deutlich erleichtert. Google hat die Anwendung jedoch aus dem Play Store geworfen, so dass Ihr sie als APK-Datei auf Euer Gerät laden und anschließend entpacken und installieren müsst.

Wie schnell bekomme ich Updates von Cyanogenmod?

Das hängt leider auch bei Cyanogenmod von Eurem Smartphone ab. Als Grundregel lässt sich festhalten, dass Ihr länger als bei den Nexus-Geräten warten müsst, jedoch schneller mit einem Update rechnen könnt als bei den Geräteherstellern.

Kann ich Apps aus dem Play Store installieren?

Von Haus habt Ihr mit Cyanogenmod auf Eurem Smartphone keinen Zugang zum Play Store. Allerdings könnt Ihr die Google Apps nachträglich auch unter der alternativen Android-Version installieren und dann auch wieder Apps aus dem Play Store herunterladen. Den offiziellen Segen der CM-Entwickler hat haben die Google Apps allerdings nicht.

Warum ist Cyanogenmod besser als Android?

Da gibt es viele Gründe: Sie reichen von weniger Datenschnüffelei über einen systemweiten Equalizer bis zu einem erweiterten Neustartmenü. Cyanogenmod punktet mit der relativ schnellen Verfügbarkeit von Updates, die auch für viele ältere Modelle, die die Hersteller selbst schon auf das Abstellgleis geschoben haben, erscheinen.

Darüber hinaus erlaubt Euch CM, Apps Berechtigungen einzeln und nicht im Block zu geben oder zu entziehen. Ihr könnt ausgehende Anrufe und SMS filtern, Themes und Designs gezielter anpassen und einen Linkshänder-Modus aktivieren, der die Bedienelemente im Querformat auf die linke Seite verschiebt. Musik-Genießer freuen sich über die Unterstützung des FLAC-Formats; nicht direkt ersichtlich sind die Datenkomprimierung für den Cache und die große APN-Liste.

Was sind die Nachteile von Cyanogenmod?

Auch Cyanogenmod versorgt Euch nicht zu 100 Prozent verlässlich mit Updates für Euer Smartphone oder Tablet. Sollte die Begeisterung der Entwickler-Community nachlassen, könnte CM langsamer und unzuverlässiger als die Gerätehersteller werden, die ja immerhin noch zahlende Kunden zufrieden stellen müssen. Zudem erfordert der Installationsvorgang einiges an Wissen und die Bereitschaft sich mit dem System auseinander zu setzen.

Die hilfreiche Installer-App ist leider nicht für alle Geräte verfügbar. Zudem bestehen zwei Gefahren: Ihr könnt die Garantie auf Euer Gerät verlieren - was den Hersteller jedoch nicht von Gewährleistungsansprüchen befreit. Schwerwiegender ist allerdings die Gefahr des "Brickens" - also der Umwandlung Eures Smartphones oder Tablets in einen unbrauchbaren Klotz durch einen Fehler bei der Installation.


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