CyanogenMod ist tot, es lebe Lineage Android

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CM auf dem OnePlus One
CM auf dem OnePlus One(© 2015 CURVED Montage)

"Die Kugel durch den Kopf von Android" hat verfehlt: Cyanogens Dienste und Nightly Builds werden Ende des Jahres vom Netz genommen. Damit ist CyanogenMod offiziell Geschichte. Ein Ende der alternativen Android-Bewegung ist das aber nicht.

In einem kurzen Blogeintrag heißt es, dass die Dienste ab dem 31. Dezember nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Der Sourcecode allerdings bleibe erhalten. Das heißt: Geräte mit Cyanogen OS bekommen künftig keine Updates mehr. Weiterentwicklungen wird es nur, wenn überhaupt, bei den Community-betriebenen Cyanogen ROMs geben. Welche mit Eurem Device kompatibel sind, könnt Ihr hier einsehen.

Kooperationen brachten nicht den gewünschten Erfolg

Dabei sah es für den Betreiber Cyanogen Inc. alles andere als schlecht aus. Momentum gewann das alternative Android-OS durch die Kooperation mit OnePlus beim OnePlus One. Es folgte ein exklusiver Deal mit dem indischen Hersteller Micromax, der in diesem Jahr auslief. Daraufhin arbeitete man mit Lenovo beim ZUK Z1 zusammen, das allerdings nie neue Updates bekam.

Und so kriselte es in den vergangenen Monaten beim Betreiber gehörig: mehrere Kündigungsrunden, der Verlust der Firmenzentrale und der Abgang des Mitgründers Steve Kondik ließen Zweifel an der Zukunftsfähigkeit aufkommen. Er hatte sich zuvor mit Kirk McMaster zerstritten, der lauthals offenbarte, "Google Android wegzunehmen." Er wurde zuletzt von Lior Tal als CEO ersetzt. Mit dem drastischen Schritt ziehen die Verantwortlichen nun die Konsequenzen.

Lineage Android als Alternative

Die Idee hinter CM ist allerdings nicht tot. Im Gegenteil: Das neueste Update auf Basis der aktuellen Android-Sicherheits-Richtlinien ist da. Zudem werden derweil Massen an Sourcecode in ein Github-Repository für die Lineage Android Distribution gepumpt, eine neue Heimat für Android-Distributionen abseits der Hersteller-Versionen. Auf diese Weise soll auch der Spirit hinter der alternativen Android-Bewegung weiterleben.

Offenbar ist der neue Name vonnöten, da Kondik die Rechte an CyanogenMod bei der Gründung des Unternehmens miteingebracht hatte. Auf diese Weise will man Markenrechtsstreitigkeiten vermeiden. Wohl aber auch, weil der Name zuletzt gelitten hatte. Das Team hinter Lineage will sich am 27. Dezember mit weiteren Neuigkeiten zum Projekt melden.

Und auch die Cyanogen Inc. selbst ist nicht wirklich tot. Nach eigenen Angaben wird man weiter an der Idee eines modularen Betriebssystems arbeiten, bei dem einzelne Komponenten an Smartphone-Hersteller lizenziert werden könnten.


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