Cyber-Abwehrzentrum laut Bundesrechnungshof nutzlos

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Der Bundesrechnungshof geht mit dem Cyber-Abwehrzentrum hart ins Gericht
Der Bundesrechnungshof geht mit dem Cyber-Abwehrzentrum hart ins Gericht(© 2014 Bundesrechnungshof)

Der ehemalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wollte Deutschland nach eigenen Angaben "digital am Rhein verteidigen". Seit drei Jahren steht dafür das Cyber-Abwehrzentrum in Bonn. Klingt vielversprechend. Ein Prüfbericht des Bundesrechnungshofs zeigt jetzt aber: Die Füße von Cyber-Beamten liegen höher als Friedrichs Messlatte.

Gibt es in Deutschland in Sachen Cyber-Abwehr denn gar nichts zu tun? Allein der NSA-Skandal hat es gezeigt: Datenspionage ist hierzulande offenbar ohne weitreichende Konsequenzen möglich. Dabei sprechen Politiker doch so gern von "zuspitzender Bedrohungslage". Der Schutz der Infrastruktur ist ebenso wichtig wie die Wirtschaft des Landes. Und weil die Verteidigung auf digitaler Ebene dabei eine große Rolle spielt, soll das nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn (NCAZ) seit drei Jahren die Schilde hochhalten. Die Beamten dort legen aber offenbar lieber ihre Füße hoch. Denn Prüfberichten zufolge, die der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR vorliegen, hält der Bundesrechnungshof die Abwehrmaßnahmen für hochgradig ineffektiv und nutzlos.

Attacke auf das Cyber-Abwehrzentrum

Die Worte der Rechnungsprüfer schlagen einen deutlichen Ton an. Die "über die Behördenlandschaft verteilten Zuständigkeiten und Fähigkeiten bei der Abwehr von Angriffen aus dem Cyberraum zu bündeln", falle der Behörde offenbar schwer, heißt es mitunter auf WinFuture. 2011 hieß es in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung noch, dass die Bedrohungen von Schadprogrammen wie Stuxnet oder der Datenklau bei Sony Auslöser für Umsetzung der Maßnahmen gewesen seien. Das sind tatsächlich Gründe.

Wenig Taten, viel Verbesserungspotenzial

Laut WinFuture kritisiert der Bundesrechnungshof in erster Linie die Arbeitsabläufe der Cyber-Profis: eine tägliche Lagebesprechung in Bonn und konkrete Handlungsempfehlungen in einem Jahresbericht – das ist auch schon alles. Klingt nach einem entspannten Job am Rhein und nicht unbedingt nach einem tobenden Cyber-Krieg. Bereits im Februar wagte das Bundesinnenministerium einen ersten Vorstoß und hatte auf Verbesserungspotenzial hingewiesen. Jahrelanges Ausblenden von Geschehnissen kommt bei der Bevölkerung nicht mehr so gut an, was mitunter der NSA-Skandal gezeigt haben sollte. Jetzt wollen die Prüfer genauer hinschauen und klar definierte Arbeitsabläufe und gestärkte Kompetenzen unter den Cyber-Beamten sehen.


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