Darum sind Smartphones so viel teurer als in den USA

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Ob iPhone 6s oder Galaxy S6 Edge Plus: In Deutschland zahlen die Kunden mehr als in den USA.
Ob iPhone 6s oder Galaxy S6 Edge Plus: In Deutschland zahlen die Kunden mehr als in den USA.(© 2015 CC: Flickr/Janitors)

Ob iPhone 6s, Samsung Galaxy S6 Edge Plus, die neuen Google-Smartphones Nexus 6P und Nexus 5X oder aktuell das HTC One A9 - so unterschiedlich die neuen Smartphones auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie kosten in Europa mitunter deutlich mehr als in den USA. Doch warum? Der Versuch einer Erklärung.

In den vergangenen Jahren hatte sich bei den meisten Hersteller der Ansatz durchgesetzt, die Preise eins-zu-eins von US-Dollar in Euro umzurechnen. Zumindest bei einigen ist damit seit diesem Jahr wohl Schluss. Beispiel gefällig? Während das Moto X Style in den USA mit 399 US-Dollar ein echtes Schnäppchen ist, sorgt der Europreis eher für Schnappatmung: 499 Euro werden auf dieser Seite des Atlantiks fällig. Damit ist das Gerät im Verhältnis zu vergleichbaren Smartphones schlicht zu teuer. Bei Googles neuen Nexus-Handys fällt der Aufpreis ähnlich aus. Aus 379 US-Dollar für das Nexus 5X werden 479 Euro, das Nexus 6P steigt gar von 499 US-Dollar auf 649 Euro - also beinahe 736 Dollar. Das sind fast 50 Prozent Aufpreis. Für die kleinste Version, wohlbemerkt.

HTC greift am tiefsten in Eure Tasche

HTC schießt aber den Vogel ab: Während das Mittelklasse-Smartphone HTC One A9 mit seiner iPhone-Optik in den Staaten zu einem angemessenen Preis ab 399 US-Dollar zu bekommen ist, verlangt der Konzern in Europa 579 Euro. Das entspricht knapp 660 US-Dollar - ein Aufpreis von unglaublichen 65 Prozent!

Auch Samsung ist mit von der Partie: Das Galaxy S6 Edge Plus liegt hier mit einem UVP von 799 Euro für die 32-GB-Version über dem Preis in den USA, wo der Konzern 769 US-Dollar veranschlagt. Der Unterschied ist zwar längst nicht so dramatisch wie bei HTC, bemerkbar ist er allemal.

Apple-Aufschlag wächst noch weiter

Bei Apple sorgte der Aufschlag für einige Verstimmung unter iPhone-Fans. Als der Konzern das neue iPhone 6s vorstellte und zu den Preisen kam, hatte sich beim Dollar-Preis nichts getan: Ab 649 US-Dollar geht es los, das größte Modell des iPhone 6s Plus mit 128 GB Speicher kam wie gehabt auf 949 US-Dollar. In Deutschland hingegen wurden aus 699 Euro plötzlich 739 Euro, das teuerste Modell kostet nun stolze 1069 Euro.

Doch warum sind die Smartphones hierzulande auf einmal so teuer? Der Grund ist einerseits natürlich der immer schwächere Euro. Weil der Wechselkurs von Euro zu Dollar immer weiter fällt, sinken dadurch auch die Gewinne der Unternehmen. Die Folge: Um diese Ausfälle zu kompensieren, zieht man die Preise an - zum Leidwesen der Kunden.

Teure Euro-Smartphones

Andererseits machen die steigenden Europreise aber nur auf die laufende Benachteiligung der europäischen Smartphone-Käufer aufmerksam. Denn die bittere Wahrheit ist: Smartphones sind in Europa schon seit Jahren deutlich teurer als in den USA. Die gleichen Preise in anderer Währung kaschierten die Unterschiede bislang nur besser.

Ein Grund dafür ist, dass die US-Preise eigentlich Netto-Preise sind. Die Mehrwertsteuer - in den USA "Sales Tax" genannt - fehlt. Das rechtfertigt die spürbare Erhöhung allerdings immer noch nicht. Der ist letzten Endes nur damit zu rechtfertigen, dass die Hersteller vor allem über den Preis höhere Gewinne erzielen wollen.

Riskante Strategie

Diese Masche könnte diesmal allerdings nach hinten losgehen. Denn während die Preise bei Motorola, Google und Apple nach oben gehen, bleiben die bei der Konkurrenz aus China weitgehend gleich oder steigen zumindest geringer. Das OnePlus 2 kostet etwa 389 US-Dollar, der Euro-Preis liegt mit 399 Euro nur geringfügig darüber. Die Folge:  Smartphones aus dem Reich der Mitte werden im Vergleich sogar noch günstiger. Apple ficht das mit sehr guten Erlösen im Luxussgement nicht an. Bei den anderen Herstellern sieht das schon anders aus. Das lässt die Marktanteile von Huawei und Co. weiter wachsen.


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