Das ASUS Padfone - Test des 3-in-1-Smartphones

ASUS Padfone

Bereits mit der Transformer-Reihe ihrer Geräte sorgte ASUS für Aufsehen – ein Tablet, dass sich mit einer ansteckbaren Tastatur in ein Netbook verwandeln lässt. Nun folgt der nächste Schritt:

Das Padfone – die Symbiose aus Smartphone, Tablet und Netbook.

Lieferumfang

Die nüchterne Verpackung des Padfone enthält zwei - stilvoll in schwarz gehaltene – einzelne Unterverpackungen – eine für das Smartphone, die andere enthält die Padfone-Station. Neben dem Smartphone und der Padfone-Station werden 2 passende Ladekabel mit USB-Anschluss, ein USB-Netzstecker, ein Tablet-Stift, der Smartphone-Akku sowie diverse Kurzanleitungen ausgeliefert. Positiv fällt hier sofort der separate Akku des Padfones auf, der bei Bedarf einfach ausgetauscht werden kann.

Asus Padfone - Look and Feel

Optisch erinnert das Padfone ein wenig an eine Mischung aus Samsung Galaxy Nexus mit leichten Zügen eines Apple iPhones. Das 4,3-Zoll-Display ist eingefasst in einen silbernen Metallrahmen, der das Handy sehr wertig wirken lässt und in den verschiedene Anschlüsse eingebaut sind: An der rechten Seite befinden sich die Lautstärkeregler, an der Oberseite der Anschluss für ein Headset (3,5mm Klinke) sowie der Ein-/Aus-Schalter. Die linke Seite ist diejenige, mit der das Padfone mit den Anschlüssen der Padfone-Station verbunden wird, dazu sind hier ein Micro-USB-Anschluss, der auch als Anschluss zur Datenübertragung sowie zum Laden genutzt wird, sowie zwei weitere Anschlüsse(Micro-HDMI und einen 40pin-Connector) um Padfone und Padfone-Station zu einer Einheit verschmelzen zu lassen.

Abgerundet wird die edle Optik durch eine Akkuabdeckung aus geriffeltem Hartplastik. In dieser befinden sich Aussparungen für die 8-Megapixel-Kamera, den zugehörigen LED-Blitz und das Lautsprechergitter.

Insgesamt ist Asus hier das Kunststück gelungen, ein optisch wirklich hochwertiges Smartphone zu fertigen, dass dennoch im Vergleich zur Konkurrenz - wie dem Samsung Galaxy Nexus mit 135 Gramm oder dem Iphone 4S mit 140 Gramm – nur 129 Gramm auf die Waage bringt. Mit Abmessungen von 128mm x 65,4mm x 13,5 mm lässt es sich ausserdem sehr gut und sehr bequem einhändig bedienen. Der abgerundete Akkudeckel und besonders dessen Riffelungen sorgen insgesamt für eine absolut erstklassige Haptik.

Display

Das ASUS Padfone verfügt – wie bereits erwähnt – über ein kapazitives 4,3-Zoll-Display aus kratzfestem Gorilla-Glas und misst eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln, wobei die Navigationstasten integriert sind und einen gewissen Teil des Bildschrimms in Anspruch nehmen. Verwendet wird hier die vor allem aus Samsung-Smartphones bekannte AMOLED-Technologie, die Farben besonders satt und kräftig darstellt. Und das bestätigt auch die Praxis: Satte Farben, gute Kontraste und ein optisch sehr gutes Gesamtbild. Lediglich im direkten Sonnenlicht erscheint die Darstellung der Displayinhalte etwas zu dunkel.

Perfomance und Bedienung

Angetrieben von einem Dual-Core-Prozessor „Snapdragon S4“ der Firma Qualcomm mit 1,5GhZ, sowie unterstützt von 1GB Arbeitsspeicher reagiert das Padfone schnell und präzise auf sämtliche Eingaben. Das Hin- und Herschalten zwischen verschiedenen Programmen, sowie Multitasking erfolgen ruckelfrei und erfreulich zügig.

Auf dem ASUS Padfone läuft Android Ice Cream Sandwich in Version 4.0.3 und das tut es fast in Reinform. Die typische Android-Benutzeroberfläche ist nur an wenigen Stellen angepasst, aber dafür ergänzt mit verschiedenen nützlichen Widgets, wie z.B. einem Taskmanager, wo sich mit einem Klick sämtliche Apps schließen lassen. Besonders bedienerfreundlich ist die etwas verifizierte Menüführung, die in die 4 Reiter „Apps“, „Pad Only“, für reine Tabletanwendungen, „Widgets“ und „PlayStore“ unterteilt ist. So dauert das Herunterladen von Programmen -je nach Größe- teilweise nur wenige Sekunden.

Bei der Tastatur des Smartphones kann zwischen verschiedenen Designs gewählt werden, die aber alle entweder der Android-Standard-Tastatur entsprechen oder stark daran angelehnt sind. Unterstützt wird in allen Versionen ebenfalls Swype, was aber im Test nicht zu überzeugen wusste: Viele Wörter wurden mehrfach falsch erkannt. Hier bieten diverse Android-Apps Abhilfe, die ein deutlich schnelleres Verfassen von Texten ermöglichen.

Insgesamt ist die Bedienung sehr intuitiv und das Padfone wird so ausgeliefert, dass alle wichtigen Informationen schnell und übersichtlich dargestellt werden. Je nach persönlichem Empfinden lässt sich diese Darstellung der Informationen natürlich android-typisch individuell anpassen.

Akku

Mit einer Kapazität von 1520 mAh liegt das ASUS Padfone deutlich unter Smartphones wie dem Samsung Galaxy S3 (2100 mAh) oder dem HTC One X (1800mAh). Dieses spiegelt sich leider auch im täglichen Gebrauch wieder. Bei normaler Benutzung ist das Handy nach ca. 7-8 Stunden leer und muss an die Steckdose. Bei dauerhaftem Onlinezugang ging ihm sogar bereits nach 4,5 Stunden die Puste aus. Erstaunlich gut hingegen ist die Ausdauer im Standby-Modus. Hier nahm die Akkuleistung in einem Zeitraum von 8 Stunden nur um etwa 7% ab.

Telefonie

Telefonieren beherrscht das All-In-One-Gerät natürlich auch und das in wirklich hervorragender Qualität. Gespräche sind total klar und ohne Rauschen und das selbst in etwas lauterer Umgebung. Die ursprüngliche Funktion eines Mobiltelefos beherrscht das Padfone damit so gut wie noch keins meiner Smartphones zuvor. Der sehr gute Eindruck setzt sich beim Freisprechen fort. Verschiedene Gesprächspartner monierten keine nennenswerten Probleme der Verständnis und auch die ankommende Worte sind gut zu verstehen, wenngleich hier bei der Lautstärke noch Luft nach oben gewesen wäre.

Asus Padfone-Station

Die Vorderseite der Padfone-Station wird bestimmt durch das rieseige 10,1-Zoll-Display mit einer AUflösung von 1280 x 800 Bildpunkten. Desweiteren sichtbar ist eine VGA-Kamera für Videotelefonie. Soweit unterscheidet sich das Tablet des Padfone-Kombi-Geräts nicht von anderen Geräten, die Rückseite jedoch hat es in sich. Mit einem an der Oberseite befindlichen Schalter öffnet sich an der Rückseite eine Klappe in die das Padfone geschoben wird. Führungsschienen erleichtern diesen Vorgang ganz ungemein. Nach kurzem Vibrieren und wirklich sehr geringer Wartezeit ist das Tablet einsatzbereit - mit allen Programmen und Inhalten des Smartphones. Diese Technologie, also das Anpassen von Inhalten des Padfones auf die Padfone-Station nennt Asus DDS - Dynamic Display Switching. Auch wenn diese Technik neu ist, wirkt sie auf mich schon sehr ausgereift und durchdacht.

Ein Nachteil dieser innovativen Funktion macht sich allerdings in der Form des Tablets bemerkbar. Dort, wo das Smartphone Platz findet ist eine Ausbuchtung sichtbar, die es unmöglich macht, das Tab flach auf einen Tisch zu legen, ohne dass es bei der Bedienung physisch ruckelt. Zusätzlich führt die Kombination aus Smartphone und Tablet zu einem Gewicht von 848 Gramm - heutzutage einfach etwas zu schwer für ein Tablet. Die 8-Megapixel-Kamera des Smartphones geht auch im Tablet seiner Bestimmung nach, hier hat man für Kamera und LED-Blitz in der Rückseite Öffnungen eingearbeitet. Das Tablet verfügt ansonsten naturgemäß über die gleichen Funktionen wie das Handy, auch hier reagiert das Display schnell und genau auf Eingaben und setzt diese verzögerungsfrei um.

Stylus

Der beigelegte Tablet-Stift Stylus verfügt über eine Bluetooth-Funktion, die es möglich macht Telefonate, die während des Tablet-Betriebes eingehen, über ein in dem Stift eingebautes Mikrofon zu führen. Sieht in der Praxis zwar zunächst etwas ungewöhnlich aus, ist aber eine durchaus nützliche Zusatzfunktion die es möglich macht, auch während man z.B. Texte verfasst nicht erst ein Headset zum Telefonieren anschließen zu müssen. Natürlich kann der Stift auch zur Bedienung des Tabs, sowie zum Schreiben verwendet werden. Ein dazu nötiges Programm ist bereits vorinstalliert.

 

Akku

Der Kritikpunkt das Smartphones, die zu kurze Akkulaufzeit, wird in Zusammenarbeit mit dem eingebauten Akku der Padfone-Station egalisiert. Die Kapazität wird durch ebendiesen um großzügige 6.600 mAh erweitert, was sich deutlich im Test niederschlug. So war es kein Problem mehrere Videos hintereinander in hoher Auflösung zu schauen - der Akku sank hierbei in einer Zeit von 4 Stunden um ca 40% - für ein Tablet ein sehr respektabler Wert. Ein weiterer Vorzug des eingebauten Tablet-Akkus ist die eingebaute Ladefunktion: Einmal zusammengefügt versorgt die Padfone-Station das Padfone mit Strom und sorgt so dafür, dass das Smartphone wieder voll aufgeladen wird.

Fazit des ersten Tests

Der erste Eindruck des Asus Padfone lässt sich in zwei Teile gliedern:
Einmal das Smartphone, an dem es wirklich kaum Kritikpunkte gibt. Schnell, angenehm zu bedienen, anpassbar und wirklich sehr hochwertig designt vereint es alles, was ein aktuelles Spitzenhandy können muss. Andererseits das Tablet, dass in der reinen Bedienung der Oberfläche auch gut ist, ebenso viele durchdachte Funktionen erhält - wie z.B. den Stylus -, dessen Form und Gewicht das Ganze aber ein wenig zunichte machen. Nichtsdestotrotz finde ich das Asus Padfone innovativ und vor allem für Nutzer die ein hochklassiges Smartphone erwarten, aber nur selten ein Tablet benutzen eine sehr ansprechende Alternative.

Das Asus Padfone ist seit dem 01.08. zu einem Preis von 719 Euro exklusiv bei Base erhältlich. In den Shops wird es ebenfalls als Mietgerät zu einem monatlichen Preis von 30 Euro über 24 Monate angeboten, in dem bereits ein Handy-Sorglos-Paket mitinbegriffen ist.

Weitere, tiefergehende Berichte zum Asus Padfone werden folgen.