Das iPad Pro ist da: Kann das MacBook Air einpacken?

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iPad Pro mit Tastatur
iPad Pro mit Tastatur(© 2015 Apple)

Apples iPad Pro hat einen hochauflösenden 12,9-Zoll-Bildschirm und ein Tastatur-Cover mit Tablet-Halterung. Braucht man da eigentlich noch ein MacBook Air im Portfolio?

Das One more thing kam ausnahmsweise mal zuerst dran: Das iPad Pro ist nach Tim Cooks Worten die „größte Neuigkeit über iPads seit dem iPad.“ Und was soll man sagen? Der Mann hat nicht untertrieben. Das Display des iPad Pro misst 12,9 Zoll und löst mit gigantischen 2732 x 2048 Pixeln auf. Apple selbst spricht davon, dass die Pixeldichte höher als beim 5K iMac ist. Von der Leistung her soll das Tablet auf Augenhöhe mit Desktop-PCs sein. Heißt das für Käufer, dass sie in Zukunft auf iMacs und MacBooks verzichten können? Das kommt darauf an.

Preislich kaum Unterschiede zu MacBooks

Zum Vergleich: Das aktuelle MacBook Air mit 13,3-Zoll-Bildschirm bietet eine Auflösung von 1440 x 900 Pixeln und kommt je nach Modell mit vier oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher und Core-i5- oder Core-i7-Prozessor von Intel. Wer das komplette Programm haben will, zahlt rund 2000 Euro dafür. Für die meisten kommt aber sicherlich das MacBook Air in der Grundausstattung in Frage, das mit einem Preis von 1049 Euro schon nicht besonders günstig ist. Nutzer, die wirklich Power zur professionellen Bearbeitung von Fotos oder Filmen brauchen, greifen eher zum MacBook Pro.

Auch das aktuelle MacBook sieht gegen den Konkurrenten aus dem eigenen Hause gar nicht gut aus. Das bietet zwar auch einen hochauflösenden Bildschirm (2304 x 1440 Pixel), arbeitet aber wesentlich langsamer als das MacBook Air. Mit einem Preis ab 1449 Euro ist es außerdem noch einmal deutlich teurer als das Air.

Fast alles dran: Fürs iPad Pro gibt es ein Type-Cover, aber keine Maus.(© 2015 CURVED)

Für das iPad Pro in der 128-Gigabyte-Version, Stift und Tastatur zahlt Ihr dagegen “nur” rund 1120 US-Dollar. Legt noch einmal 120 US-Dollar drauf und Ihr geht unterwegs per LTE online. Diese Option gibt es bei MacBook und MacBook Air gar nicht. Mit einer Dicke von 6,9 Millimeter ist das Tablet außerdem unfassbar dünn. An der dünnsten Stelle könnte das MacBook mit einer Dicke von 3,5 Millimeter zwar locker mithalten - die 13,1 Millimetern an der dicksten Stelle machen das aber wieder etwas zunichte. Das trifft auch beim Gewicht zu: Das iPad Pro wiegt 713 Gramm, das MacBook 920, das MacBook Air sogar 1008 Gramm. Die Akkulaufzeit des Riesen-Tablets gibt Apple mit zehn Stunden an. Damit liegt das iPad Pro auf dem Niveau des MacBooks. Das MacBook Air schafft zwölf Stunden.

Hat das MacBook ausgedient?

Felix hat es in seinem Hands-on ja schon geschrieben: Wenn man sich das iPad Pro so ansieht, könnte man durchaus über einen Wechsel nachdenken. Für mich spricht allerdings die Software dagegen: Auf dem Tablet läuft nämlich nach wie vor iOS und nicht OS X. Das heißt, es ist vorrangig für die Touch-Bedienung ausgelegt. Ich zumindest brauche für meine Arbeit eine Maus oder mindestens ein Trackpad. Die neue Cursor-Funktion in iOS 9 reicht mir da einfach nicht aus. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass das iPad fürs Arbeiten unterwegs in der Bahn so richtig taugt. Dafür sieht mir die Konstruktion mit dem Smart Keyboard zu wackelig aus. Auch die Tastatur muss mich erst noch überzeugen. Den für mich schreibt es sich nirgends so gut, wie auf einer MacBook-Tastatur.

Ihr merkt schon: Für mich hat das MacBook noch nicht ausgedient. Und ich denke auch, dass Apple das so sieht. Sonst hätte man sich vor wenigen Monaten nicht die Mühe gemacht, das sehr schicke Retina-MacBook zu präsentieren. Das iPad Pro hat aber auch seine Daseinsberechtigung. Wie der Name schon sagt, eignet es sich für professionelle Anwender, wie Künstler, die die neuen Adobe-Apps für die Arbeit nutzen wollen und nur hin und wieder einen Text oder eine Mail schreiben müssen.

Wie seht Ihr das? Hat das iPad Pro das Potenzial, Euer Notebook zu verdrängen?


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