Das iPhone 6 und iPhone 6 Plus im ersten Hands-on

Die Gerüchte habe sich bewahrheitet, Apple hat uns zwei neue iPhones beschert. Wir haben das iPhone 6 und 6 Plus schon ausprobiert.

Der Effekt stellt sich ein, sobald man die neue Smartphone-Generation aus Cupertino in die Hand nimmt: Die Displays sind eine Wucht. Was Phil Schiller auf der Keynote als Pixel-Explosion bewarb - das iPhone 6 mit einer Million Pixel, das iPhone 6 Plus mit zwei Millionen Pixeln - das halten die Geräte auch.

Vergleichen lässt sich das am besten mit der Erfahrung, die ich gemacht habe, als ich zum ersten Mal das Retina-Macbook hochfuhr und ausprobierte. Die Schrift sieht aus wie gedruckt. Wer dachte, dass die Retina-Displays für die iPhones das Ende der Fahnenstange sind, der täuscht sich. Schriften zeigen beide Modelle knackig scharf an, Bilder strahlen in satten Farben - und trotz des höheren Bedarfs an verfügbaren Pixeln beim iPhone 6 Plus schauen Apps auf dem großen Apple-Phone nicht verwaschen aus.

Wirkliche Unterschiede in der Bildqualität konnte ich auf den ersten Blick nicht ausmachen - kein Wunder bei zwei Millionen Bildpunkten auf nur 5,5 Zoll und einer Million auf 4,7 Zoll. Da gerät das menschliche Auge an seine Grenzen.

Eine abgerundete Sache

Tatsächlich scheint die beiden neuen iPhones einmal abgesehen von der Größe wenig zu unterscheiden - zumindest äußerlich. Beiden hat Apple ein angenehmes Alu-Finish verpasst. Der Konzern aus Cupertino verabschiedet sich hier vom Tarnkappenbomber-Look der Vorgängermodelle. Die harten Kanten sind Geschichte. Die 6er-iPhones sind flache Handschmeichler. Große Unterschiede zwischen dem 6,9 Millimeter dünnen iPhone 6 und dem dem 7,1 Millimeter flachen iPhone 6 Plus konnte ich nicht ausmachen. Auf jeden Fall spürt man die vier Millimeter weniger im Vergleich zum iPhone 5s. Dieses Gefühl wird noch von abgerundeten Kanten unterstützt. So liegt die neuer Generation nicht nur besser in der Hand - die schließlich auch nicht eckig geformt ist - und hat damit einen besseren Griff.

In der kurzen Zeit in der Hands-on-Area war es mir leider nicht möglich, die neue iSight-Kamera auszuprobieren. Hier muss sich vor allem das iPhone 6 Plus mit dem optischen Bildstabilisator beweisen. Obwohl das iPhone 6 “nur” einen digitalen Bildstabilisator bekommt, hat auch der “kleine” Bruder des Plus einen kleinen Außenring auf der Gehäuserückseite verpasst bekommen. Der stört bei der Benutzung aber nicht wirklich. Denn nochmal: Beide Modelle sind trotz der herausstehenden Kamera flacher als das iPhone 5s und 5c.

Müsste ich mich aus dem Stand zwischen beiden Modellen entscheiden, ich würde wohl die 4,7er-Variante nehmen. Das ist einfach die perfekte Größe zwischen dem vier Zoll großen Vorgänger und aktuellen Phablets der Konkurrenz. Damit passte das iPhone 6, natürlich unter dem kritischen Blick der Apple-Mitarbeiter vor Ort, auch in die Hosentasche. Das iPhone 6 Plus zwar auch noch gerade eben. Doch beim Phablet wird es schon knapp, wenn man sich einmal hinsetzt. Dann schaut das große Apple-Smartphone aus der Hose heraus und droht herunterzufallen. Nein, das iPhone 6 Plus ist ganz klar fürs Jackett oder die Damenhandtasche gemacht, das iPhone 6 hingegen ist durch und durch ein Allrounder.

Ein Allrounder und ein Top-Phablet

Die Verarbeitung ist bei beiden Geräten spitze. Nichts an dem Alu-Gehäuse knarzt, das Display geht an den Rändern geschwungen in die runden Kanten über, die Buttons an der Gehäuseseite haben einen guten Druckpunkt. So muss ein Flaggschiff verbaut sein. In den Händen halten konnte ich die Modelle in Spacegrau und Silber. Tatsächlich wirkt vor allem das iPhone 6 Plus im schwarzen Gewand etwas kleiner, in Silber hingegen recht opulent. Wer auf Understatement setzt, aber trotzdem ein großes Display möcht, der wählt dann wohl das "große Schwarze".

Viele Fragen werden Euch jetzt vermutlich auf den Nägel brennen: Wie gut ist der Akku? Wie schnell lassen sich damit Dateien herunterladen? Taugen die Fotos? Um hier ein Urteil fällen zu können, müssen wir das Gerät ausgiebig testen. Dafür reichen zehn Minuten mit tausenden Menschen im Hintergrund, die ebenfalls Hand an die Gadgets legen wollen, einfach nicht aus.

Doch für einen Ersteindruck reichen sie allemal. Ist Apple also den Erwartungen gerecht geworden oder hechelt man der Konkurrenz hinterher? Nach dem ersten Hands-on bin ich zuversichtlich, dass sich der Konzern aus Cupertino wieder an die Spitze der Smartphones setzen kann. Mit dem 4,7 Zoll großen iPhone 6 wird das Unternehmen zumindest meinem persönlichen Wunsch nach einem größeren iPhone gerecht.

Auch Armbänder in Kettenhemd-Optik bietet Apple an(© 2014 CURVED)

Ganz ehrlich: Die vier Zoll meines iPhone 5s waren einfach irgendwann zu klein, wenn man mal ein Phablet von Sony, HTC oder LG in der Hand hatte. Die greift Apple nun direkt mit dem iPhone 6 Plus an. Hörte man sich unter den Kollegen vor Ort um, dann favorisieren viele das iPhone 6, loben aber auch die Vorzüge des iPhone Plus - allem voran die Kamera mit optischem Bildstabilisator, die vor allem beim Filmen und Fotoschießen enorme Vorteile bringen dürfte.

Nach den ersten Minuten mit beiden neuen Apple-Phones möchte ich mich dieser Einschätzung anschließen. Tatsächlich würde man am liebsten beide iPhones gleich mitnehmen. Das Eine zum Telefonieren, Texten und Surfen. Und das Große fürs gemütliche Videoschauen auf der Couch und wackelfreie Videos und bessere Fotos. Es wird sehr, sehr spannend, wie die beiden Modelle ab Mitte September ankommen werden bei den Käufern.

Menschen lieben Phablets, so viel steht fest. Aber das "kleine", neue iPhone 6 ist der perfekte Kompromiss für iPhone-Nutzer der ersten Stunde, die sich schon lange ein etwas größeres Smartphone mit iOS gewünscht haben, aber an den 5,5-Zöllern der Konkurrenz regelmäßig scheitern. Hat das jetzt ein Ende? Spätestens nach dem ausführlichen Test beider iPhones sind wir schlauer. Den gibt es natürlich hier auf CURVED.


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