Das iPhone 7 und das Samsung Galaxy S7 im Vergleich

Das Samsung Galaxy S7 ist momentan der Spitzenreiter in der CURVED-Topliste. Es bietet eine lange Akkulaufzeit, eine Schnellladefunktion, eine exzellente Kamera und mehr. Kann das iPhone 7 da mithalten? Ein Vergleich.

Auf dem Mobile World Congress 2016 in Barcelona hat Samsung mit dem Galaxy S7 ein richtig gutes Smartphone vorgelegt, das seit unserem ausführlichen Test souverän unsere Topliste anführt. Nun hat Apple nachgezogen und das iPhone 7 vorgestellt. Die brennende Frage: Kann Apples neues Top-Gerät dem Samsung Beine machen? Immerhin hat Apple ein paar Dinge nachgeliefert, die im Vergleich Galaxy-iPhone zuletzt eher fürs Smartphone aus Südkoreaner sprachen.

Das iPhone 7 ist wasserdicht

Fangen wir mit dem Gehäuse an: Mit Freude haben wir im Februar festgestellt, dass Samsung beide Galaxy-Geräte nach einem Jahr Pause wieder wasserdicht gemacht hat. Durch die IP68-Zertifizierung sollten die Smartphones ein 30-minütiges Wasserbad in bis zu 1,5 Metern Tiefe problemlos überstehen. Apple hatte in den Jahren zuvor nicht so viel Wert auf Wasserfestigkeit gelegt. Bis jetzt. Denn die neue iPhone-Generation ist nun nach IP67 wasserdicht und gegen Staub geschützt. (Was die Zahlen ganz genau bedeuten, erklären wir Euch übrigens an dieser Stelle.)

Das Samsung Galaxy S7 darf ruhig mal nass werden.(© 2016 CURVED)

Darüber hinaus legen beide Unternehmen natürlich Wert auf einen extravaganten Look. Bei Samsung kommen geschwungenes Glas und ein Aluminiumrahmen zum Einsatz. Apple bleibt sich treu und setzt auf ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium, ergänzt die Farbpalette aber um die edlen Varianten Diamantschwarz und Schwarz. Gold, Silber und Roségold bleiben bestehen. Sowohl das S7 als auch das iPhone 7 haben aber auch einen kleinen Design-Nachtteil: Bei beiden ragt die Kamera aus dem Gehäuse. Welches Design mehr zusagt, ist Geschmackssache. Gut sehen beide Geräte auf jeden Fall aus.

Über die Funktionalität der Gehäuse kann man sich streiten. Bei Samsung gibt es neben einem Mikro-USB-Eingang noch eine Kopfhörer-Buchse, die Apple beim iPhone 7 weggelassen hat. Um alte Kopfhörer anzuschließen braucht Ihr den mitgelieferten Lightning-auf-Klinke-Adapter. Dann könnt Ihr aber Euer iPhone nicht mehr gleichzeitig laden und dabei Musik hören. Wollt Ihr das tun, müsst Ihr in ein Dock investieren – oder die neuen AirPods oder andere Bluetooth-Kopfhörer kaufen. Dafür hat Apples Smartphone nach wie vor den Schalter an der linken Seite, über den Ihr das Smartphone schnell stumm schalten könnt. So ein praktisches Features fehlt dem S7.

Ausgeklingt: iPhone 7 kommt ohne 3,5-Millimeter-Buchse.(© 2016 CURVED)

Ein Homebutton und einer, der keiner ist

Beide Smartphones kommen mit einem in den Homebutton integrierten Fingerabdrucksensor, der jeweils sehr zuverlässig funktioniert (bei Apple müssen hier Erfahrungswerte vom iPhone 6s herhalten). Wobei der neue Homebutton des iPhone 7 per Definition eigentlich kein Button mehr ist. Stattdessen sorgt ein Vibrationsmotor unter dem Fingerabdrucksensor dafür, dass es sich der Sensor wie ein Knopf anfühlt. Dieselbe Technik kommt auch beim Trackpad des MacBook zum Einsatz.

Für ein gutes Bild sorgt beim Samsung Galaxy S7 das 5,1 Zoll große Super-AMOLED-Display, das mit 2560 x 1440 Bildpunkten Bildpunkten auflöst. Das ergibt eine Pixeldichte von 577 Pixel per Inch (ppi). Der "Retina HD"-Bildschirm vom iPhone ist mit 4,7 Zoll etwas kleiner. Die Auflösung ist mit 1334 x 750 Pixeln deutlich geringer. Trotzdem kommt das iPhone 7 noch auf 326 ppi. Die Erfahrung mit den Vorgängern zeigt: Einzelne Pixel werdet Ihr auf dem Display nicht sehen. VR-Inhalte sind mit Apples Gerät aber nicht drin.

Darüber hinaus soll der Bildschirm des iPhones 25 Prozent heller sein als zuvor. Beide Bildschirme bieten zusätzlich eine individuelle Besonderheit: Apples 3D-Touch-Feature ermöglicht Euch das Aufrufen von App-Shortcuts durch festen Druck auf ein Icon. Samsungs Always-on-Display zeigt Euch permanent Informationen wie den Kalender oder eingegangene SMS. Durch die AMOLED-Technik verbraucht das kaum Strom. Schließlich werden nur die Pixel beleuchtet, die Farbe darstellen.

Das Display des Samsung Galaxy S7 ist immer an.(© 2016 CURVED)

Das Duell der Chips

Die Kameras auf der Rückseite lösen jeweils mit 12 Megapixeln auf. Dass Samsung und Apple auf dem Gebiet der Smartphone-Fotografie jährlich vorn mit dabei sind, ist kein Geheimnis. Zwar schafft es Samsung nicht ganz, die Kamera vom S6 zu übertrumpfen. Sie liefert aber besonders bei schwindendem Tageslicht mehr als ordentlich ab und sticht die Konkurrenz aus. Apple versorgt nach zwei Generationen endlich auch das kleiner iPhone mit einem optischen Bildstabilisator. Darüber hinaus soll der Bildprozessor Motive und Objekte erkennen und Einstellungen besser anpassen können. Wir sind gespannt!

Im Inneren des Galaxy S7 arbeitet Samsungs eigener Chip, der Exynos 8890, mit viermal 1,6 GHz und viermal 2,3 GHz. Damit der bei anspruchsvollen Aufgaben nicht heißläuft, verbauen die Südkoreaner eine Heatpipe. Dazu gibt es vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Apple hält sich traditionell zurück, wenn es um Gigahertz und RAM geht. Beim iPhone 7 macht das Unternehmen keine Ausnahme. Auf der Bühne heiß es von Marketing-Boss Phil Schiller nur, dass der neue "A10 Fusion"-Chip 40 Prozent schneller sei als der A9-Prozessor im iPhone 6s. Die GPU soll sogar doppelt so schnell sein.

Ob die herausragende Kamera vom iPhone 7 am Ende auch herausragende Bilder macht?(© 2016 CURVED)

Für ausreichend Leistung sollte also gesorgt sein. Sowohl Apple als auch Samsung versprechen für die Zukunft sogar Smartphone-Spiele in Konsolenqualität. Neben der potenten Hardware sollen das vor allem die Grafikschnittstellen Vulkan (Android bzw. Samsung) und Metal (Apple) ermöglichen. Einzig Spiele, die von dieser Leistung profitieren, gibt es bislang wenige. Samsung zeigte auf dem MWC eine eindrucksvolle Demo, Apple auf dem Event immerhin eine Demonstration an Hand eines Spiels. Beides machte Lust auf mehr.

Speicher, Akku, Betriebssysteme

Große Unterschiede gibt es beim Speicher. Mit dem iPhone 7 ändert Apple seine Strategie. Eine Variante mit nur 16 Gigabyte gibt es bei der neuesten Generation nicht mehr. Stattdessen gibt es das iPhone mit 32, 128 oder 256 Gigabyte. Erweiterbar ist der Speicher nach wie vor nicht. Das sieht bei Samsung anders aus. Der Speicher ist ab Werk zwar nur 32 Gigabyte groß, kann per microSD aber um 200 Gigabyte erweitert werden. Eine entsprechende Karte kostet rund 75 Euro und ist damit günstiger als die 100 Euro Aufpreis, die Ihr für ein iPhone mit höherer Kapazität bezahlt.

Wie es um die Akkuleistung steht, lässt sich Stand jetzt noch nicht sagen. Samsung hat da aber ordentlich vorgelegt. Im Test hat ein voller Akku mit 3000 mAh locker für den vollen Tag ausreicht. Und wenn dem S7 der Strom doch einmal ausgeht, ist es dank Schnellladefunktion innerhalb von 90 Minuten wieder voll aufgeladen. Apple hat angekündigt, dass das iPhone 7 das iPhone mit der längsten Akkulaufzeit sein soll. Zwölf Stunden sollen im Schnitt damit drin sein. Eine Schnellladefunktion gibt es aber nicht.

Das neue Betriebssystem iOS bietet unter anderem einen neuen Sperrbildschirm.(© 2016 CURVED)

Der einzige Punkt, der einem das Galaxy S7 richtig madig machen kann, ist das Betriebssystem. Das iPhone 7 wird mit vorinstalliertem iOS 10 ausgeliefert, also dem neusten, was Apple zu bieten hat. Dass das Gerät im nächsten Jahr ein Update auf iOS 11 erhält, ist gesetzt – und zwar zum Zeitpunkt des Release. Samsung lässt sich dagegen für gewöhnlich etwas länger Zeit, um die jeweils neue Android-Version für sein Smartphone umzusetzen. Allerdings liefern die Südkoreaner die monatlichen Android-Sicherheitspatches vorbildlich aus. Trotzdem: Wer immer vorn dabei sein will in Sachen Software, greift zum iPhone – oder zum Nexus.

Zusammenfassung

Welches der beiden Smartphones am Ende die Nase vorn haben wird, ist aktuell noch nicht zu sagen. Wahrscheinlich ist, dass das iPhone 7 noch einmal etwas schneller ist, als das Galaxy S7. Aber da reden wir von Geschwindigkeiten, die man im Alltag gar nicht mitbekommt. Das iPhone gefällt durch das drucksensible Display, den neuen Homebutton und die überarbeitete Kamera. Fürs Galaxy sprechen neben der Knipse der erweiterbare Speicher, das hochauflösende Display, für viele sicherlich auch der Klinkenanschluss und die Schnellladefunktion. Dazu kommt, dass das Galaxy S7 mittlerweile schon für rund 600 Euro zu haben ist. Fürs kleinste iPhone werden 759 Euro fällig.


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