Das neue Nokia Lumia 925 im Test (Teil 1)

Nokia setzt alles auf die Karte Windows Phone, so verwundert es nicht das neue Modelle Schlag auf Schlag erscheinen. Eines der neusten Modelle im Bunde ist das Nokia Lumia 925. Das High-End Smartphone ist quasi der Nachfolger des ersten Oberklasse Windows Phone 8 Smartphones – dem Lumia 920. Wir haben es jetzt ausführlich für euch testen dürfen. Im ersten Teil unseres Berichts geht es um Verarbeitung, Leistung und Features.

Verarbeitung & Optik

Das Nokia Lumia 925 ist das erste Windows Phone von Nokia, welches Aluminium verwendet – anders als etwa beim HTC One jedoch nur seitlich. Die Rückseite ist weiterhin aus einem Kunststoff, dieser hat je nach Modell eine leicht vom Rahmen abweichende Farbe. Durch das Aluminium an der Seite wirkt das Handy sehr wertig in der Hand. Angeboten wird das Nokia Lumia 925 in den Farben weiß, dunkelgrau, sowie grau. Das graue Lumia kann ich dabei jedoch nicht empfehlen, die Farbe und der Kontrast zum Rahmen lassen das Smartphone doch eher billig wirken.

Die Rückseiten des weißen und dunkelgrauen Modells wirken, trotz desselben Materials, meiner Meinung nach deutlich besser. Die Verarbeitung des Windows Phones ist gut. Das Smartphone ist sehr verbindungssteif, einzig der Übergang der Rückseite zum Aluminium könnte besser gelungen sein, dort sind die Spaltmaße für ein High-End Smartphone zu hoch.

Leistung

Wie alle Windows Phones der Oberklasse entspricht auch das Nokia Lumia 925 den Hardware-Obergrenzen die von Microsoft gesetzt wurden. Im Lumia 925 werkelt ein Snapdragon S4 Dual-Core Prozessor, der mit je 1,5 GHz getaktet ist. Genauer handelt es sich um Modell MSM8960, der Prozessor erschien im ersten Quartal des Jahres 2012. Die GPU die im Nokia Lumia 925 arbeitet ist ein Adreno 225.

Der Arbeitsspeicher des Lumia ist 1 GB groß. Im Area Mobile Benchmark schlug sich der eingesetzte Prozessor (jedoch in einem HTC One XL), insgesamt besser als die Quad-Core CPUs Nvidia Tegra 3 und Samsung Exynos 4412. Ein eigener Test mit dem für Windows Phone und Android verfügbarem Benchmark AnTuTu war nicht möglich, da die Anwendung auf meinem Testgerät dauerhaft abgestürzt ist. Verglichen mit modernen Prozessoren wie den Snapdragon 600 oder 800 fällt die CPU jedoch arg ab. Es ist hervorzuheben, dass synthetische Benchmarks immer nur eine grobe Einordnung zulassen. Windows Phone gilt allgemein als ein sehr sparsames Betriebssystem – trotz auf dem Papier schlechterer Leistung kommt es bei Windows Phone nicht zu Rucklern, die ein Android Smartphone mit ebenbürtiger Leistung zumeist hätte. Apps starten schnell und sind wie das Betriebssystem absolut flüssig zu bedienen. Der eingebaute Browser, der Internet Explorer 10, lädt Seiten schnell. Einzig überladene Seiten, wie etwa bild.de, bringen den Browser beim schnellen scrollen an seine Grenzen. Dabei schlagen sich Android Smartphones aus derselben Preisklasse besser. Spiele laufen auf dem Nokia Lumia 925 ebenfalls gut.

Da die Art der eingesetzten Hardware seitens Microsoft begrenzt ist, können die Hersteller für die wenigen vorhandenen Varianten besser Optimieren. Vergleichbar ist dies mit Spielkonsolen, in der Regel haben sie spätestens kurz nach dem Erscheinen bereits eine schlechtere Leistung als ein durchschnittlicher Gaming-PC, da jedoch nur für wenige Modelle zu optimieren ist, können die Programmierer aus ihren Spielen deutlich mehr herausholen als die Hardware denken lässt. Lediglich in Ego-Shootern, wie Gamelofts Modern Combat 4: Zero Hour, lässt sich eine kleine Latenz feststellen, diese Verzögerung ist ähnlich hoch wie bei diesem Spiel unter Android und dem HTC One X.

Die Leistung des Nokia Lumia 925 entspricht somit auf dem Papier guten Smartphones aus der ersten Hälfte des Jahres 2012 oder Mittelklasse Smartphones dieses Jahres – die tatsächliche Performance ist jedoch besser als die bloßen Daten & Fakten erahnen lassen. Display Das AMOLED Display des Lumia 925 löst mit 1280 * 768 Pixeln auf. Dies ergibt für das 4,5 Zoll große Display eine Pixeldichte von 334 ppi, das iPhone 5 (326 ppi) schlägt das Lumia somit leicht, die aktuellen High-End Android Smartphones stellen mit ihren Full-HD Displays – was die Pixeldichte betrifft – das Lumia jedoch in den Schatten.

Dennoch ist die Auflösung für das Display mehr als ausreichend. Einzig bei Schriften ist, wenn man extrem genau hinschaut, ein minimaler Treppeneffekt erkennbar. In der Praxis (also bei normalem Augenabstand) bezweifle ich das ein Unterschied erkennbar ist. Nokia verwendet bei den Smartphones der Lumia Reihe eine „ClearBlack“ genannte Technologie. Ziel dieser Optimierung ist zum einen die bessere Darstellung von Schwarz (hätte man sich aufgrund des Namens denken können), als auch eine Verbesserung der Lesbarkeit des Displays bei starkem Sonnenschein. Nokia setzt verschiedene Schichten ein, die das Licht quasi optimieren – vereinfacht kann man es mit einer polarisierenden Sonnenbrille vergleichen. Wer mehr Details wissen möchte, wird auf der Nokia Seite fündig.

Puremotion HD+ ist ein weiteres Schlagwort das fällt, wenn man über das Displays des Nokia Lumia 925 spricht. Nokia gibt an, dass das Display dank Puremotion HD+ doppelt so schnell wie Displays der Konkurrenz arbeitet. Das „+“ in Puremotion HD+ steht für die leicht höhere Auflösung, verglichen mit normaler HD Auflösung. Praktisch sieht man beides zwar nicht – schaden kann es aber sicher auch nicht. Praktisch ist das „Super sensitive touch display“, das Lumia lässt sich nicht nur mit den Fingerkuppen, sondern auch mit Handschuhen, einem normalem Stift oder langen Fingernägeln bedienen. Ebenfalls praktisch ist das „Glance“, beziehungsweise im Deutschen „Blick“ getaufte Feature: Wie bei uralten Nokias zeigt das Lumia auch im Standby die aktuelle Uhrzeit, sowie ob das Handy lautlos ist, an. Wenn in Zukunft noch die Anzahl an ungelesenen Nachrichten und Emails angezeigt werden könnte, umso besser. Mit einem Doppel-Tipp auf das inaktive Display hat die gleiche Wirkung wie ein Druck auf den An- und Ausschalter. Somit kann das Display des Nokia Lumia 925 zwar (erneut) nicht mit der Auflösung aktueller High-End Smartphones mithalten, in der Praxis überzeugt es jedoch durch clevere Ergänzungen, sodass man ganz klar sagen muss das die Features die geringere Auflösung (die praktisch eh unwichtig ist) deutlich aufwiegen.