Datenklau in der Snapchap-App – wie kann ich mich dagegen schützen?

Seit August 2013 existiert eine extreme Sicherheitslücke in der Snapchat-App, einem Messenger-Dienst. Als das Unternehmen darauf hingewiesen wurde, passierte – gar nichts. Daraufhin veröffentlichten Hacker am 02. Januar 2014 mehr als 4,6 Mio. Telefonnummern zusammen mit den Usernames – um auf die Sicherheitslücke hinzuweisen. Auf SnapChatDB.info kann sich nun jeder diese Liste, bei denen die letzten 2 Ziffern der Nummer sowie Teile der Usernames zum Schutz der User unkenntlich gemacht wurden, herunterladen.

Doch Snapchat regiert kaum merklich. In einem künftigen Update sollen die User die Möglichkeit erhalten, sich auf der Find-Friends-Liste auszutragen. Die Sicherheitsexperten von Gibson-Security, die Snapchat bereits im letzten Jahr auf das Problem aufmerksam gemacht haben, reagieren mit Unverständnis darauf, dass das eigentliche Problem nicht behoben wird.

Wer sicher gehen möchte, dass er nicht vom Datenklau betroffen ist, kann seinen Account auf der Seite von Gibson Security überprüfen. Laut dem Sicherheitsdienst seien jedoch nur User aus den USA betroffen.

Es stellt sich die Frage, was jeder einzelne Nutzer nun generell gegen solche Datenlücken unternehmen kann. Laut dem TÜV Rheinland lesen 40% der Apps mehr Inhalte als der User genehmigt hat. 30% aller Apps scheinen sich sogar auf Datenklau als Geschäftsmodell spezialisiert zu haben. Um sich dagegen zu schützen, hat der TÜV www.checkyourapp.de entwickelt, eine Seite, auf der die Apps auf ihre Sicherheit überprüft werden können.

Doch nicht jede App kann getestet werden. Das einzig richtige Sicherheitssystem ist aber jeder App-Nutzer für sich selbst. Es sollten generell keine Passwörter oder freizügigen Fotos über Messenger gesendet werden. Denn auch der Empfänger solcher Dateien kann letztendlich der Datenklauer sein, in dem er diese Dateien weiter verbreitet.