"Deadpool 2" ist in Arbeit: Kein Oscar? Keine Regeln!

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Ein Blick in die Zukunft: "Deadpool 2" kommt.
Ein Blick in die Zukunft: "Deadpool 2" kommt.(© 2017 20th Century Fox)

Schade: Für "Deadpool" gibt es leider keinen Oscar. Vielleicht kann ja der zweite Teil die Academy überzeugen. Der ist bereits in Arbeit, um auch dieses Mal wieder alle Regeln zu brechen – und die kommenden Filme aus dem "X-Men"-Universum zu beeinflussen.

Jeder, der den Streifen gesehen hat, weiß: "Deadpool" ist keine gewöhnliche Comic-Verfilmung. Das liegt hauptsächlich an der Hauptfigur, dem wahnsinnigen Ex-Auftragskiller Wade Wilson (Ryan Reynolds). Der reißt im Vergleich zu den Saubermännern der "Avengers"-Filme in einer Tour Witze, die über den guten Geschmack hinausgehen. Außerdem geht er äußerst brutal gegen seine Gegner vor und hat auch noch Spaß dabei. Eben jene extreme Gewaltdarstellung und der Erwachsenenhumor brachten dem Film eine FSK-16-Wertung ein. Völlig untypisch für einen Superhelden-Film.

Geschadet hat es dem Blockbuster nicht. Ganz im Gegenteil: Laut Box Office Mojo hat er bis heute weltweit rund 783 Millionen US-Dollar eingespielt. Und das bei einem Budget von geschätzten 50 Millionen US-Dollar. Kein Wunder, dass das Filmstudio Fox nichts gegen eine Fortsetzung einzuwenden hat. In einem Interview mit The Hollywood Reporter sprechen die Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick nun über Teil 2. Demnach soll die Atmosphäre des ersten Filmes auf jeden Fall beibehalten werden. Das betrifft nicht nur die albernen Witze, sondern auch die Tatsache, dass sich Deadpool darüber im Klaren ist, dass er lediglich eine Figur in einem Film ist.

"Deadpool": zeitlos im "X-Men"-Universum

Wie Frank Underwood (Kevin Spacey) in "House of Cards" wird sich Wade Wilson also auch im zweiten Film wieder direkt ans Publikum wenden. Das Besondere daran: Die Macher nutzen diese kreative Möglichkeit auch, um die verschiedenen Timelines des "X-Men"-Universums ins Lächerliche zu ziehen. Denn streng genommen gehört "Deadpool" zur Reihe der "X-Men"-Filme und spielt im selben Universum. Das heißt auch: Weder der Film noch die Figur gehören (aktuell) zum Marvel Cinematic Universe, in dem die "Avengers" stattfinden. Das hat allerdings nichts mit der Zusammengehörigkeit der Figuren zu tun, sondern mit einer Rechtefrage. Marvel gehört zwar komplett zu Disney, die Filmrechte für die "X-Men" gehören aber zu Fox.

Deadpool ist ein eher ungewöhnlicher Held.(© 2017 20th Century Fox)

Das ist aber gar nicht so verkehrt. Denn anders als bei den "Avengers", bei denen jeder Film auf dem vorherigen aufbaut, wollen die Autoren von "Deadpool" nicht so viel Wert auf Kontinuität legen. "Ich denke, manchmal sind die Filme etwas zu überfüllt damit, auf zukünftige Filme vorzubereiten", sagt Reese. Es fühle sich manchmal wie eine Bürde an, vier, fünf Handlungsstränge miteinander zu verweben, die das Publikum schon auf den nächsten Film vorbereiten, so der Autor. "Wir versuchen unser Bestes, um das zu vermeiden."

Ebenso sieht es mit Zeitsträngen aus. Im ersten Teil fragt sich Deadpool unter anderem, ob nun Patrick Stewart oder James McAvoy die "X-Men" gegründet haben. Hintergrund: In den ersten Filmen der "X-Men"-Reihe, die (mehr oder weniger) in der Gegenwart spielen, spielt Patrick Stewart den Anführer Charles Xavier. In späteren Streifen, die in der Vergangenheit spielen, übernimmt James McAvoy diesen Part. Dieser Wechsel der Besetzung sorgte in Verbindung mit dem Film "X-Men: Day of Future Past" auch dafür, dass sich die Timeline des Universums änderte. Ganz schön kompliziert.

"Deadpool ist ein Film, der all diese Regeln bricht."

Wernick sagt dazu: "Er [Deadpool] ist Teil des größeren "X-Men"-Universums", aber auch wieder nicht." Die Figur interagiere zwar mit der Welt, lebe aber in der Gegenwart. "Wir haben nichts mit den Sechzigern, Siebzigern oder der Zukunft zu tun." Deadpool werde Spaß mit dem haben, was im anderen Franchise passiere, "aber glücklicherweise müssen wir uns nicht an die selben Regeln halten", so Wernick. "Deadpool ist ein Film, der all diese Regeln bricht. Und ich denke wir werden damit weitermachen, diese Regeln zu brechen."

Days of Future, what? Zeitstränge spielen im "Deadpool"-Universum keine Rolle.(© 2017 20th Century Fox)

Das Auslassen sämtlicher Regeln, zeitlich wie stilistisch soll aber nicht nur "Deadpool 2" betreffen, sondern auch Folgeproduktionen. "Die Hoffnung ist, dass "Deadpool 2" und "X-Force" und die kommenden Filme alle genau den gleichen, neuen, albernen Ton treffen." Fans dürfen sich also schon jetzt auf einige Lacher freuen. Allerdings: Ein festes Datum für "Deadpool 2" gibt es noch nicht.

Über die Handlung hat bislang nur der Titelheld in der obligatorischen "After Credits"-Szene nach dem Abspann gesprochen. Demnach wird der Charakter Cable im Sequel eine Rolle spielen. Der könne von jedem gespielt werden, man brauche "nur einen großen Typen mit einem Flattop. Es könnte Mel Gibson, Dolph Lundgren oder Keira Knightley sein." Wer es am Ende wird? Wir sind gespannt.


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