Delve: Microsofts Suchdienst für den Berufsalltag

Microsoft-CEO Satxy Nadella ist vom Erfolg von Delve überzeugt
Microsoft-CEO Satxy Nadella ist vom Erfolg von Delve überzeugt(© 2014 CC: Flickr/LeWeb13)

Microsoft Delve ist keine neue Suchmaschine fürs Web. Die Software weiß aber vielleicht bald mehr über Euer Arbeitsleben als Google. Aus Euren geschäftlichen Daten baut Delve eine Datenbank auf und weiß so, welches PowerPoint-Dokument Kollegin Musterfrau 2013 präsentiert hat und wann Mustermann aus dem Nachbarbüro mit dem Kaffeedienst dran ist.

Wenn CEOs mit stolzgeschwollener Brust von hauseigenen, neuartigen Produkten erzählen, dann klingt das immer nach einer kleinen Revolution. Microsoft CEO Satya Nadella will eine solche anzetteln – mit Delve. Ein reines Business-Tool, das noch in diesem Jahr Office 365 aufblasen soll und an dem intern bereits seit einigen Jahren unter dem Namen Oslo in Arbeit ist. Neue Funktionen, die das Arbeitsleben vor allem in organisatorischer Hinsicht erleichtern. In Delve kommen – wie Business Insider schreibt – Dienste wie Power Q&A, Skype Translator, SharePoint und Excel zusammen. Cortana, Microsofts Antwort auf Siri, wird die Schnittstelle zwischen Benutzer und Software sein.

Microsofts Cloud orakelt

Sämtliche arbeitsrelevanten Daten fasst Delve in einer Datenbank zusammen, analysiert die Inhalte und spuckt Informationen sofort auf Abruf aus. Oft auch ohne weiteres Zutun des Nutzers. So weiß Delve vielleicht schon einen Tag vorher, dass ein Kollege das morgige Team-Meeting noch nicht in seinen Kalender eingetragen hat und den Termin mal wieder verschlafen wird. Delve hat zudem Kenntnis darüber, wer mit wem an Projekt X zusammenarbeitet, wie die Beziehungsstrukturen innerhalb eines Unternehmens aussehen und welche Daten und Informationen besonders wichtig sind. Simple Suchbegriffe oder Sprachbefehle führen direkt zum Ziel. Alte Daten, beispielsweise längst vergessene Excel-Dokumente, liegen abrufbar in der Cloud, auch wenn diese schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsrechner vorhanden sind. Delve weiß Bescheid. Auch über die Inhalte von Dokumenten.

Die Zukunft zwischen Kaffeefleck und Post-it-Chaos

Auch wenn Delve wortwörtlich in die Tiefe geht und womöglich alle Geschäftsinterna kennt: Privates soll auch privat bleiben, versichert Microsoft. Ob das wirklich alles datenschutzkonform enden und für die Nutzer sicher sein wird, erfahren wir vielleicht nächste Woche: Dann stellt der Konzern aus Redmond sein neues Werkzeug offiziell auf der Worldwide Partner Conference in Washington D.C. vor. "Cortana – wann wird Delve für mein Office 365 erhältlich sein?" "Noch in diesem Jahr. Das verrät mir Ihr Artikel, den Sie für CURVED geschrieben haben."


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