Der Soundtrack zum Bild: Die App FotoOto erklärt Sehbinderten Fotos

Die App "FotoOto" erkennt automatisch, was auf Fotos zu sehen ist und soll Bilder für Blinde und Sehbehinderte erfahrbar machen. Das klappt oft gut, führt aber auch immer noch zu völlig falschen Angaben.

Blinde oder sehbehinderte Menschen sollen wissen, was auf Fotos in sozialen Netzwerken zu sehen ist und auch eigene Bilder teilen können. Das ist die Idee hinter FotoOto. Dafür nutzt die App eine Bilderkennung, die beschreibt, was auf einem Foto zu sehen ist. In der Praxis funktioniert das besonders gut, wenn nur einzelne Gegenstände zu sehen sind. Komplett fehlerfrei arbeitet die Bilderkennung aber noch nicht. Selbst einen Feuerlöscher erkennt die App nicht richtig.

Fotos mit Sound versehen

Neben der automatischen Bildbeschreibung könnt Ihr nach der Aufnahme mit einem Sprachkommentar das Bild in zehn Sekunden noch in eigenen Worten beschreiben. Oder einfach die Atmosphäre aufnehmen: etwa Meeresrauschen, Straßenverkehr oder Blätter im Wind. Darüber hinaus wandelt FotoOto die Farben auf dem Bild in Klänge um. Jede Farbe ist dabei einem anderen Instrument zugeordnet. Dadurch soll jedes Foto eine eigene Melodie erhalten und so wiedererkennbar sein.

Beim Teilen lädt die App ziemlich lange, da sie das Foto mit dem Klangbild in ein Video umwandelt. Die Bildbeschreibung geht dabei leider verloren und fehlt zum Beispiel beim Posten auf Facebook. Beim Versand per E-Mail steht die Beschreibung immerhin im Textfeld und das Foto ist als MP4-Datei mit Musik angehängt.

Gute Idee mit handwerklichem Nachholbedarf

So löblich die Idee von FotoOto ist, besteht in der Praxis noch Nachholbedarf. Es ist zwar beeindruckend, was die App alles richtig erkennt. Aber die Fehlerquote ist noch zu hoch. Die Bilderkennung ist insofern noch ausbaufähig. Zudem finde ich es ärgerlich, dass die Bildbschreibungen beim Teilen der Aufnahmen verloren gehen. Schöner wäre es, wenn sie immer übernommen würden.

Mit Aipoly Vision existiert noch eine weitere App, die Objekte durch die Smartphone-Kamera erkennt und benennt. Sie soll Blinden in erster Linie die direkte Umgebung näherbringen und ist nicht mit dem Gedanken an soziale Netzwerke konzipiert.


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