Die CURVED-Redaktion gesteht: Das sind die Serien, für die wir uns schämen

Bei "Buffy" scheiden sich nicht die Geister – aber die Vampire und Dämonen.
Bei "Buffy" scheiden sich nicht die Geister – aber die Vampire und Dämonen. (© 2018 picture alliance/United Archives)

Es kann nicht immer Hochkultur sein: Die CURVED-Redakteure bekennen sich zu Serien, die sie klammheimlich schauen. Ist euer heimlicher Liebling dabei?

Gute Serien gucken? Das kann doch jeder! Es sind die schlechten Serien, die uns Beharrlichkeit und Ausdauer abverlangen. Zeit also aus der Versenkung zu treten und uns zu den Serien zu bekennen, die wir klammheimlich und im Schutze der Nacht gucken. Hier unsere Bekennerschreiben.

Gilmore Girls, Velvet und Co.

"Ich hatte heimliche Dates mit den "Gilmore Girls" und war zufrieden." Marco Engelien, Hardware-Redakteur

"Ja, es ist wahr. Früher habe ich tatsächlich einige Folgen der “Girlmore Girls” gesehen. Ich war jung und schaute TV. Und weil ich den damals so beliebten Gerichtsshows mit garantiert fast echten Fällen nichts abgewinnen konnte, blieb ich schnell bei Lorelai und Rory hängen. Und was soll ich sagen? Was ich sah, gefiel mir. Aus einem Zufall wurden regelmäßige Dates. Stars Hollow, der Ort, in dem die beiden Titeldamen leben, war der Himmel auf Erden. Das größte Problem der Bürger: Rory hatte mit dem Jungen aus dem Kaufmannsladen in der Scheune übernachtet. Ein Skandal! Und was macht Lorelai? Sie wählt nicht den sympathischen, aber wortkargen Diner-Besitzer Luke, sondern Mr. Medina, den Lehrer ihrer Tochter. Was war denn da los? Um mich selbst über diese Tragödie hinwegzutrösten hätte ich gern in Lukes Diner platz genommen, Kaffee getrunken und Burger gefuttert. Aber es kam alles anders. Irgendwann lief die letzte Folge irgendeiner Staffel im TV, und meine Beziehung mit den “Gilmore Girls” ging so schnell zu Ende, wie sie begonnen hatte."

"Ich schäme mich für "Velvet" – und für mich, weil ich "Velvet" gucke." Sandra Brajkovic, Entertainment-Redakteurin

"Kennt ihr das, wenn man an etwas Ekeligem riecht, davon schockiert ist, wie ekelig es riecht und dann noch mal dran riechen muss, um sich zu vergewissern, dass es wirklich so ekelig riecht? Ein bisschen so ist es bei "Velvet". Die spanische Serie im Telenovela-Style ist so schlecht, dass man weiter gucken muss, weil man gar nicht fassen kann, wie schlecht sie ist:

Madrid in den 50er Jahren. Das renommierte Modehaus "Galerias Velvet" steht kurz vor dem Aus. Der junge Erbe Alberto soll es richten und eine arrangierte Ehe mit der reichen Cristina eingehen. Doch Alberto liebt seit seiner Kindheit nur die bescheidene Schneiderin Ana – und ist bereit für diese verbotene Liebe alles aufzugeben. Lasst euch von dem eigentlich ganz okayen Trailer nicht täuschen – diese Serie stiehlt euch pro Folge etwa 45 Minuten euer Lebenszeit, die euch niemand zurückgeben kann:

Wie nur bin ich an diese schreckliche Serie gekommen? Auf der Suche nach Inspiration habe ich im Netflix-Account meines Bruders gestöbert was er und seine Verlobte gerade gucken und habe dann "Velvet" gefunden – angeblich zwingt sie ihn dazu, er habe damit "nichts zu tun." Ich habe meine Chance gesehen ihn damit aufzuziehen. Der Schuss ging nach hinten los: Ich bin hängengeblieben, obwohl das Geschehen absolut vorhersehbar ist, die Charaktere so schlecht ausgearbeitet, dass sie nahezu schizophren wirken, dazu ist das Ganze mit schlechter Musik unterlegt, die nie wirklich zur Situation passt. Es ist alles in allem gruselig, und obwohl ich mir dessen bewusst bin, habe ich alle drei auf Netflix verfügbaren Staffeln geschafft. Irgendwo da draußen gibt es noch zwei weitere, ich hoffe, sie tauchen niemals im Netflix-Sortiment auf –  vermutlich würde ich sie auch gucken."

"Ich habe lange gebraucht um mich von "CSI" loszusagen." Jan Johannsen, Hardware-Redakteur

"Los ging es in Las Vegas. Die Ermittler vom CSI hatten mich mit ihren ganzen technischen Spielereien und den modernen Laboren schnell in den Bann gezogen. Woche für Woche galt es die Folgen im Fernsehen zu suchten – das war noch lange vor Netflix, Amazon Prime Video und anderen Streaming-Diensten. Wenn ich eine Folge verpasst habe, musste ich zusehen, dass ich die Wiederholung in der Nacht erwische. Die Begeisterung zog mit nach Miami und New York und überstand etliche Staffeln. Doch irgendwann wurde auch die ständige Mörderjagd trotz spannender Nebengeschichten langweilig. Den endgültigen Todesstoß setzte aber die Comedy-Sendung "Switch" auf ProSieben. Nach der Parodie von Horatio Caine, der immer wieder seine Sonnenbrille aufsetzt und abnimmt, konnte ich das Original nicht mehr schauen ohne dabei Lachanfälle zu kriegen. Ganz im Ernst, wie oft kann denn ein Mensch statistisch gesehen seine Sonnenbrille auf- und absetzen?"

"Pop(p), Drama und jede Menge Tote ziehen mich seit 2005 in den Bann von Grey's Anatomy", Tina Klostermeier, Fitness-Redakteurin

"Was haben meine beiden Lieblingsserien "Game of Thrones" und "Grey's Anatomy" gemeinsam? Mehr tote Protagonisten als Episoden. Gefühlt jedenfalls. Und wenn eine Serie selbst "McDreamy" noch so herzzerreißend schön ist, dass man seit 2005 dran bleibt – selbst wenn man zwischen den Staffeln ganze Jahre warten muss – dann ist das wahrlich ein Qualitätsmerkmal und keine Geschmacksverirrung! Nein, ich bereue nichts. Musik und Dramen lassen mein Herz höher schlagen: Mir ist keine andere Serie bekannt, deren Episoden nach Popsongs benannt sind – und das auch noch so passend auf der Metaebene: Ich sage nur "The First Cut is the Deepest". Ich persönlich bin auch ein großer Fan von Merediths popuntermalten plumpen Lebensweisheiten aus dem Off.

Natürlich rettet sie wie die anderen jungen Götter in weiß nur nebenbei Leben: Viel interessanter sind – wie in jeder Krankenhausserie – die zwischenmenschliche Eskapaden und Abgründe, sexuelle Abenteuer, Karriere-Intrigen und natürlich die actionreichen Todesfälle. Ob schaurige Flugzeugabstürze, Autounfälle, rasante Linienbusse, biblische Unwetter und Brückeneinstürze, wahnwitzige Attentäter oder missglückte Operationen: Die Assistenzärzte im fiktiven Seattle Grace Hospital stehen nonstop vor neuen Herausforderungen. Dass die zwischenzeitlich längst Chefärzte, Weltverbesserer oder tot sind, tut der Serie keinen Abbruch. Für charakterstarken Nachwuchs sorgen die Produzenten seit nunmehr 14 Staffeln. Zwischenzeitlich sind sogar die medizinischen Fälle höchst spannend und gut recherchiert: Man denke an die komplizierten Hirntumore oder den "Baummann" mit den Monsterwarzen.  Einziger Wermutstropfen der herrlichen Seifenoper ist die Tatsache, dass "die jungen Ärzte" nur auf Amazon, Maxdome, Sky und Pro7 im Einsatz sind."

Kelly ist noch am Start – aber wie lange noch?(© 2015 Facebook/GreysAnatomy)
"Ich schäme mich für nichts – "Buffy: Im Bann der Dämonen" ist geil!" Boris Connemann, Gaming-Redakteur

"Damals im Fernsehen hat mich “Buffy” absolut kalt erwischt. Ab und zu traf man ja beim Durchzappen auf das Plastik-Püppchen, und ich habe es wirklich keine fünf Minuten ausgehalten – auch wenn Vampire, Monster und Ähnliches eigentlich absolut mein Ding sind. Ein paar Jahre später diskutierte ich mit einem Kollegen über eben diese Serien, und er war der Ansicht, dass ich sie völlig verkannt hätte. Er schlug vor, mir alle Staffeln auf DVD zu leihen, damit ich sie mir ganz in Ruhe ansehen kann. Das habe ich dann auch getan und war wirklich überrascht von der Kreativität und den teils echt guten Dialogen und Darstellern. Das Frankenstein-Wesen “Adam”, die durchgeknallte und superfiese Gegenspielerin “Glory” und natürlich die Musical-Folge “Once more with feeling” sind mir bis heute nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Schämen werde ich mich dafür ganz sicher nicht!"

Noch mehr aus der Welt der guten und schlechten Serien

Und, für welche Serien schämt ihr euch so? Wir haben hier jedenfalls noch eine Menge Serien, für die man sich gar nicht schämen braucht: zum Beispiel alles zu "Game of Thrones" oder auch großartige Mini-Serien für verregnete Tage. Außerdem findet ihr bei uns noch ein Sammelsurium an Serien, die einen qualvollen Tod starben oder einfach niemals enden werden.


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