Diese Apps machen das Smartphone kindgerecht

Kinder lieben Smartphones, Eltern gefällt die enge Verbindung nicht immer.
Kinder lieben Smartphones, Eltern gefällt die enge Verbindung nicht immer.(© 2018 Shutterstock / Marina Andrejchenko)

Die Redensart mit dem kleinen Finger und der ganzen Hand gilt auch für Smartphones und Kinder. Gibt man ihnen das Gerät nur kurz für ein Hörspiel in die Hand, hängen sie plötzlich stundenlang vor YouTube und installieren ein Spiel nach dem anderen. Egal ob sie ein eigenes Handy haben oder kurz das der Eltern haben dürfen: Euch bleibt nur, ihnen über die Schulter zu schauen oder die ersten Schritte auf dem Smartphone mit passenden Apps auf begrenzten Wegen halten.

Man kann die Nutzungszeiten auch selbst kontrollieren und das Smartphone bei Überschreitung einsammeln oder ungefragt installierte Apps direkt wieder löschen. Konflikte sind da allerdings vorprogrammiert. Wenn Apps sich einfach nicht mehr nutzen und sich keine neuen Anwendungen installieren lassen, nimmt nicht nur das Konfliktpotential ab. Der Nachwuchs ist zudem gefordert, begründet dazulegen, warum man ein Video unbedingt zu Ende schauen oder das zehnte Spiel installieren muss. Als Eltern muss man wiederum abwägen, ob man nachgibt oder mit einer Erklärung hart bleibt.

Google Family Link: Für das erste eigene Smartphone

Google Family Link ist kein fester Bestandteil von Android, aber als App gut in die Google-Welt eingebunden. Mit der App kann man nicht nur rechtskonform Google-Konten für Kinder unter 16 Jahren anlegen, sondern auch ihre Gerätenutzung einschränken. Das Kind kann sich mit seinem eigenen Google-Konto auf einem Android-Gerät anmelden und ihr könnt sehen, welche Apps der Nachwuchs wie lange benutzt und welche Webseiten es besucht. Eine Standortermittlung ist ebenfalls möglich. Diese Optionen sind aber optional und man kann auch weniger helikopterhaft unterwegs sein und nur Nutzungszeiten – Stundenvolumen und Sperrzeiten in der Nacht – für einzelne Tage festlegen. Dies geht allerdings nicht für einzelne Apps, sondern nur für das gesamte Gerät. Darüber hinaus bestimmt ihr, welche Apps auf dem Smartphone am Anfang installiert sind und müsst Neu-Installation aus dem Play Store genehmigen.

Google Family Link: die Sicht der Eltern.(© 2018 CURVED)

Man sollte dem Nachwuchs aber auch mit dieser App ein Smartphone oder Tablet  nicht ohne weitere Betreuung überlassen. So lassen sich zum Beispiel auch ohne YouTube-App weiterhin Videos auf der Plattform über die Google-Suche und im Browser ansehen. Allerdings greift bei ihnen wie im gesamten Online-Bereich ein Inhaltefilter, den man zumindest für den gesamten Play Store auf verschiedene Altersstufen einstellen kann. Auf seinem Smartphone kann das Kind übrigens auch sehen, was die Eltern über die Aktivitäten angezeigt bekommen und sofern sich eine SIM-Karte im Gerät befindet, kann man trotz Sperre jederzeit telefonieren – und nicht nur im Notfall Hilfe organisieren, sondern erklären, warum die Eltern das Smartphone nochmal entsperren müssen. Diese können das Gerät übrigens jederzeit per Knopfdruck aus der Ferne sperren.

Google Family Link steht sowohl für Android und iOS zum Download bereit. Ihr könnt allerdings nur das Android-Gerät eures Kinder von eurem iPhone aus verwalten. Gebt ihr z.B. ein altes iPhone weiter, müsst ihr die weiter unten erwähnte Familienfreigabe von iOS nutzen.

Amazon FreeTime Unlimited: Für das Familien-Tablet

Amazon FreeTime Unlimited heißt die Lösung, die sich das Online-Versandhaus für die Kids Edition seiner Fire-Tablets ausgedacht hat. Die gibt es nicht nur exklusiv für die hauseigenen Geräte, sondern steht im Play Store quasi für alle Android-Geräte zum Download bereit. Um sie nutzen zu können, werden aber 2,99 Euro im Monat fällig, bei Amazons eigener Hardware ist das erste Jahr kostenlos bzw. im Preis enthalten. Dafür bekommt man nicht nur die App, sondern auch Zugriff auf 10.000 für Kinder ausgewählte Bücher, Filme und Serien – quasi ein Amazon Prime Video für Kinder, ergänzt um Bücher.

Immer unter Aufsicht: Auf dem Fire HD 8 Kids Edition können Eltern ihren Kindern ausgewählte Inhalte zur Verfügung stellen.(© 2018 CURVED)

Bis zu vier Kinder-Profile lassen sich mit FreeTime Unlimited einrichten. Amazon unterteilt das App-Sortiment in Lern- und Entertainment-Apps. Welche Anwendungen die Kinder nutzen können, legen die Eltern individuell fest. Alle Einstellungen kann man sowohl auf dem Gerät als auch über ein Dashboard im Browser einstellen. Hier lassen sich Zeitbudgets für die unterschiedlichen Inhalte und Aktivitäten festlegen: für Videos, Apps, Bücher und Surfen sowie für die verschiedenen Wochentage und auch die maximale Bildschirmzeit lässt sich begrenzen. Man kann zudem Unterhaltungs-Apps erst zulassen, wenn die jungen User vorher genügend Zeit mit Lern-Apps verbracht haben. Im Kids-Modus lässt Amazon nur geprüfte Inhalte und Videos zu. Der Webbrowser lässt sich komplett deaktivieren. Über die Funktion "Schlafenszeit" können Eltern festlegen, zu welcher Uhrzeit FreeTime das Tablet herunterfährt.

Über das Dashboard lässt sich nachvollziehen, welche Inhalte die Kinder über welchen Zeitraum genutzt haben. Diese Funktion lässt sich allerdings auch deaktivieren, beispielsweise wenn bei älteren Kindern weniger auf Kontrolle und mehr auf Vertrauen gesetzt wird. Des weiteren ist bei FreeTime-Unlimited-Inhalten Werbung ebenso deaktiviert wie die Möglichkeit zu In-App-Käufen.

Amazon FreeTime könnt ihr sowohl für Android und iOS herunterladen.

iPhone und iPad bereits mit iOS für Kinder geeignet

Bei Apple ist die Familienfreigabe fester Bestandteil des Betriebssystems iOS und ermöglicht eine Apple-ID für Kinder einzurichten und einen Blick darauf zu haben, was die mit ihrem iPhone oder iPad treiben. Die Familienfreigabe bringt Familien zusammen und gibt ihnen gemeinsam Zugriff auf Einkäufe im App Store und bei iTunes sowie auf gemeinsame Kalender und Fotoalben. Darüber hinaus lässt sich Apple Music im Familienmodus nutzen und man kann sehen, wo sich die Smartphones andere Familienmitglieder aktuell befinden.

Über die Familienfreigabe kann man eine Apple-ID für das Kind einrichten.(© 2014 CURVED Montage)

Richtet man ein iPhone oder iPad extra für ein Kind ein, das für eine eigene Apple-ID zu jung ist, legt man über die Familienfreigabe eine Apple-ID an, die die Eltern kontrollieren. Der Nachwuchs kann dann z.B. Apps nur mit Zustimmung der Eltern herunterladen. Zudem lassen sich über die "Bildschirmzeit" Grenzen für die Nutzungszeit setzen. Dafür ist iOS 12 notwendig und anders als bei Family Link von Google kann man nicht nur eine Gesamtzeit festlegen, sondern Zeiten für jede App.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Während die Lösungen von Google und Apple gut geeignet sind, wenn euer Kind ein eigenes Smartphone hat, bietet sich die Lösung von Amazon am ehesten für ein gemeinsam genutztes Tablet an.


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