Diese Drohne bleibt vier Stunden in der Luft und kostet 98.000 Dollar

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Der große Hexacopter HyDrone 1800 ist vor allem für professionelle Einsätze gedacht
Der große Hexacopter HyDrone 1800 ist vor allem für professionelle Einsätze gedacht(© 2016 MMC)

Herkömmliche, größere Consumer-Drohnen, mit denen man auch gute Videoaufnahmen erzielen kann, bieten im Schnitt eine Flugzeit von etwa 25 Minuten. Der professionelle Drohnen-Hersteller MMC hält mit seinem HyDrone 1800-Modell den Weltrekord mit viereinhalb Stunden Flugzeit.

Während man bei den meisten handelsüblichen Drohnen meist auch kompliziert die teuren Akkus austauschen muss, um ein bisschen länger zu fliegen, setzt MMC auf Wasserstoff als Antriebsquelle.

Stabiler Wasserstoff-Hexacopter

Der Schlüssel zu dieser langen Flugdauer liegt im Akku. Denn das ist nicht wie bei normalen Fluggeräten eine Lithium-Polymer-Batterie, sondern eine Wasserstoff-Brennstoffzelle. Damit erreichte die Drohne eine Weltrekord-Flugzeit von viereinhalb Stunden. Beim Thema Wasserstoff klingeln bei einigen von Euch sicherlich die Alarmglocken. Doch im Gegensatz zur Hindenburg, dem deutschen Zeppelin, der 1937 in Flammen aufging, soll die HyDrone sicher in der Luft bleiben.

Der Hersteller hat den Wasserstofftank aus Kohlefasermaterial gefertigt. Das mache ihn sehr leicht und robust. Das Design soll Gaslecks vermeiden, getestet wurde das durch Falltests aus einer Höhe von 200 Meter, die der Tank unbeschadet überstanden hat. Außerdem soll selbst im Falle eines Lecks die Wasserstoff-Konzentration in der Luft nur zwischen vier und 75 Prozent liegen. Laut MMC müsste die Temperatur dann schon 527 Grad Celsius erreichen, damit es zu einer Wasserstoff-Explosion kommen kann. Auch gebe es keine Abgase als Nebenprodukt, nur Wasserdampf. Sollte es irgendwie dazu kommen, dass die Drohne abzustürzen droht, entfaltet sich automatisch ein Fallschirm, der die Drohne sicher auf den Boden bringen soll.

Die HyDrone ist die erste kommerzielle Drohne, die auf die Wasserstoff-Technologie setzt. Ob das jetzt allerdings ein Zeichen für die anderen Hersteller ist, von normalen Akkus umzusatteln, lässt sich noch nicht sagen. Aufladen könnt Ihr das Teil nämlich nicht einfach zu Hause, wie wir es von normalen Akkus gewohnt sind, sondern müsst mit dem Tank zum Beispiel zu einer Wasserstofftankstelle. Die gibt es bisher aber nur in den Großstädten, wie Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und München.

Für Feuerwehr, Überwachung und Co.

Unterhalb der Drohne kann eine Kamera angebracht werden. Bis zu zwei Kilogramm kann sie tragen. Die HyDrone ist mit den Maßen 1,5m x 1,3m x 0,6m eine sehr große Drohne –  und hat auch einen sehr hohen Preis. Für 98.000 US-Dollar könntet Ihr Euch theoretisch dieses 13 Kilogramm schwere Wasserstoff-Flugobjekt nach Hause holen – der chinesische Hersteller verschickt weltweit.

Allerdings wurde sie vor allem für professionelle Einsätze entwickelt. Denkbar sind zum Beispiel Flüge über einen Waldbrand. So kann die Feuerwehr aus der Luft ihre Einsätze besser koordinieren – ohne Menschenleben in einem Helikopter zu gefährden. Auch Überwachungen lassen sich mit der HyDrone durchführen. Interessant könnte der Einsatz auch für die journalistische Berichterstattung sein. Denn sie kann bis 1500 Meter hoch fliegen und sich bis zu fünf Kilometer von Euch entfernen. Allerdings übersteht die Drohne ihre Flüge nur bei sonnigem oder bewölktem Wetter und kann Wind auch nur bis Stärke 3 aushalten. Besonders schnell kommt sie auch nicht voran. Ihr Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 28 Kilometern pro Stunde.


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