Diese Fire Phone-Features wollen wir fürs iPhone 6

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Amazons Fire Phone: ein Smartphone für die Kunden
Amazons Fire Phone: ein Smartphone für die Kunden(© 2014 Amazon)

Man kann über das neue Amazon-Smartphone sagen, was man will: Das Fire Phone bringt einige verdammt coole Funktionen mit sich. Und damit meinen wir noch nicht einmal die Hardware, die sich absolut sehen lassen kann: ein 4,7 Zoll großes Display aus Gorilla Glass, das wie beim iPhone 4/4s beidseitig verbaut ist, einen Quad Core 2,2 GHz Prozessor, 2 GB RAM und mit 13 MP über eine ansehnliche Kamera. 

Aber die Technik alleine macht's nicht. Wenn die Fire Phone punkten dann, dann mit einigen Features, die das Potenzial haben, neue Standards zu setzen.

Unbegrenzter Cloudspeicher

Ganz recht: Eure Fotos landen in der Amazon Cloud. Wie viele davon, ist dabei unerheblich. Denn im Gegensatz zu gedeckelten 5 Gigabyte in der iCloud gibt es für Bilder vom Fire Phone kein Limit. Das iPhone gilt laut Flickr-Daten weiterhin als die meistgenutzte Kamera.

X-Ray: Wann kommt iRay?

Mit Fling, einer Art Air Play, baut Amazon ziemlich genau das nach, was lange Zeit den Verbund von Apple-Geräten in den eigenen vier Wänden so reizvoll machte. Das Zusammenspiel zwischen Apple TV, iPhone und iPad in Verbindung mit AirPlay erlaubt es Euch, Videos jederzeit vom Smartphone und Tablet auf den ganz großen Bildschirm zu beamen. Das ist, zumindest in den USA, nun auch mit dem Fire Phone und Amazons Fire TV möglich. Allerdings vermissen wir das Apple-Pendant zu X-Ray.

X Ray liefert Informationen zu beinahe alle Medienformen

Der Service liefert permanent Infos zu Schauspielern, Filmen und Serien, die Ihr Euch gerade anschaut. Die Idee dahinter: Gefällt Euch ein Schauspieler besonders gut, könnte Euch auch noch andere Filme mit ihm interessieren. Das bedeutet mehr Umsatz für Amazon. Hier sei die Frage gen Cupertino gerichtet: Wer, wenn nicht Apple, verfügt über eine der größten Mediatheken der Welt? Da sollte es doch möglich sein, diese Daten auch zugänglicher zu machen.

Firefly: Belauschen liegt im Trend

Firefly hört und sieht alles

Ein wenig Angst macht es uns schon, doch es ist so praktisch! Firefly ist so etwas wie der Lauschangriff in App-Form. Einmal gestartet, nimmt die Software alles auf, was sie sieht und hört. Das heißt: Erkennt die Kamera einen Barcode, ruft das Fire Phone das Produkt bei Amazon auf. Hört die App den Namen einer Serie, zeigt das Gerät alle verfügbaren Informationen aus der IMDB an. Und schnappt das Smartphone einen bekannten Song auf, bekommt Ihr den passenden Verkaufslink angezeigt. Natürlich immer, immer aus dem höchsteigenen Amazon-Ökosystem. Ganz ehrlich: Warum gibt es diese Funktion nicht unter iOS 8? Dass das Belauschen der Umgebung im Trend ist, belegte jüngst auch Facebook.

3D...irgendwie: Für Apple eigentlich nix Neues

Der eigentliche Clou des Fire Phones liegt jedoch wie im Vorfeld spekuliert im 3D-artigen anmutendem Display.  "Dynamic Perspective" nennt Bezos das Feature, das mittels Gesichtserkennung von vier eingesetzten Kameras, die an den Ecken des Smartphones verbaut sind, das Bild nach der Augenposition des Nutzers anpasst. In Verbindung mit Bewegungssensoren sollt Ihr Euch dann durch mehrere Menü-Ebenen bewegen können, ohne dabei den Finger benutzen zu müssen. Absolut wunderbar, oder? Allerdings dürfte der Erfolg dieses Features davon abhängen, wie sehr die Entwickler-Community bereit ist, ihre Apps entsprechend anzupassen. Bislang krankten Amazons Androiden nämlich daran, dass nur von Amazon zugelassene Anwendungen verfügbar waren. Ergo blieben die Geräte für viele App-Entwickler uninteressant.

Das Smartphone als Aquarium: netter 3D-Effekt dank vier Kameras

Wer jetzt denkt, dass Apple damit das User Interface neu erfunden hat, der irrt: Tatsächlich liegen derartige Patentanträge in Cupertino schon seit Jahren in den Schubladen. Genauer: seit 2010. Warum Apple das Feature noch nicht verbaut hat, liegt auf der Hand: vier Kameras, die permanent die Kopfbewegungen des Nutzers tracken, gehen schnell zu Lasten des Akkus.

Sofort-Support: Her mit der Genius-Hotline

Ja, das iPhone ist in großen Teilen selbsterklärend - für uns. Aber gilt das auch wirklich für alle? Gerade Senioren dürften noch ihre Probleme mit der neuen Technik haben. Dabei verfügen sie über die entsprechende Kaufkraft. Das weiß Amazon. Wohl auch deswegen kommt das Fire Phone mit "MayDay", ein kostenloser 24-Stunden-Kundenservice für alle, die Probleme mit dem Gerät haben.

Kundenbindung at its best

CEO Jeff Bezos stellte gleich zu Beginn der Keynote in Seattle fest: Das ist das Smartphone für Amazons Top-Kunden. Mit anderen Worten: für die Prime-Nutzer, die mittels Jahresabo Zugriff auf eine Film-, TV- und Musik-Flat sowie einen Premium-Versand bekommen. Diese Nutzer verbringen dadurch sowie schon einen großen Teil ihrer Zeit im Amazon-Kosmos. Und wenn es nach dem weltgrößten Versandhändler geht, dann sollen sie mit dem Fire Phone noch mehr Zeit dort verbringen - und damit noch mehr Umsatz einbringen.

Für Apple wäre es ein Leichtes, einen ähnlichen Service anzubieten. Mit seinen Stores weltweit verfügt der Konzern über ein riesiges Support-Netz. Zudem ertappe ich mich seit Jahren bei der Aussage, dass ich für einen Apple-Flat für Filme und Serien monatlich durchaus bereit wäre, für noch mehr Cash auf dem Apple-Konto zu sorgen. iBooks, iTunes und der App Store: Was den Content angeht, könnte es kein Konzern so leicht aufnehmen mit Amazons Fire-Offensive wie Apple.


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