Diese smarte Brille von Intel ist unauffälliger als Google Glass

Teuer, unausgereift und wenig akzeptiert: Google Glass kam bei den wenigsten gut an. Das Projekt scheiterte, weil sich womöglich kaum jemand die Brille in Science-Fiction-Optik auf die Nase setzen wollte. Intel will es besser machen und arbeitet an der Datenbrille "Vaunt", dessen Design deutlich unscheinbarer ist. Die Bilder werden direkt ins Auge projiziert.

Vaunt kommt ohne verwirrende Kamera, Gestenfläche, leuchtende LCD-Screens, Lautsprecher oder Mikrofon aus, berichtet The Verge. Das US-Portal konnte einige der Prototypen testen und kommt zu einem positiven Urteil. Das Modell sehe, im Gegensatz zu Google Glass, ganz normal und unauffällig aus. An das dezente Mini-Display würde man sich rasch gewöhnen. Ein Laser überträgt Informationen auf Wunsch in der Auflösung 440x150 Pixel direkt auf die Retina. Benachrichtigungen werden aber nur sichtbar, wenn der Nutzer um etwa 15 Grad nach unten schaut. Ansonsten taucht das virtuelle Display nicht auf, um nicht zu penetrant zu sein, heißt es in dem Bericht. Der Lase soll natürlich nicht schädlich für die Augen sein.

Akku schaffte es locker durch den Tag

Die Brille soll unter anderem Wegbeschreibungen und Nachrichten aber auch Kochrezepte anzeigen können. Möglich seien zudem komplexere Szenarien: Der Nutzer könne durch die Stadt gehen, nach links auf ein Restaurant schauen und würde Restaurant-Bewertungen angezeigt bekommen, beschreibt Itai Vonshak, Chef von Intels New Devices Group, ein Anwendungsbeispiel des Gadgets. Vaunt soll mit Apple- und Android-Smartphones kompatibel sein. Die Brille wiegt weniger als 50 Gramm und ihr Akku, der im ersten Drittel des Bügels integriert ist, soll 18 Stunden halten. Wie die weitere Entwicklung von Vaunt aussieht, teilt Intel noch nicht mit. Der Konzern ist wohl auf der Suche nach Partnern und wird noch in 2018 ein Entwicklerprogramm starten.

In den letzten Jahren war es um smarte Datenbrillen relativ ruhig geworden. Die Google Glass als kommerzielles Produkt wurde längst eingestellt. Der Konzern versuchte später mit einer überarbeiteten Variante für Firmen einen zweiten Anlauf. Intel hat aus den Fehlern der Konkurrenz offenbar gelernt und entwickelt eine eigene Version, die durchaus alltagstauglich sein könnte.


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