"Digital Wellbeing" und Co.: Sind die Kontrollmechansimen zu oberflächlich?

Viele Menschen verbringen mittlerweile viel Zeit mit ihrem Smartphone
Viele Menschen verbringen mittlerweile viel Zeit mit ihrem Smartphone(© 2018 Shutterstock / The Rabbit Hole)

Gerade wenn ihr häufig am Smartphone seid, lohnt sich womöglich der Blick in eine "Digital Wellbeing"-App. Also ein Programm, das euch anzeigt, wie lange ihr welche App verwendet habt. Offenbar lassen solche Kontrollanwendungen gerade für Forscher aber noch zu wenig Rückschlüsse zu.

Aktuell zeigen euch Apps mit Statistiken zu eurer Smartphone-Nutzung an, welche Anwendung ihr wie lange verwendet habt. Es lässt sich dadurch aber nicht ablesen, ob eure Art der Nutzung nun positiv oder negativ ist, wie Wired berichtet. Ein hoher Smartphone-Konsum muss schließlich nicht bedeuten, dass dieser eurer Gesundheit schadet. Es kommt auf die Qualität an – also darauf, was ihr mit der Zeit am Handy macht.

Weitere persönliche Daten erforderlich?

Forscher (und ihr) könnten durch die aktuelle Statistik höchstens erfahren, dass ein Nutzer besonders lange auf YouTube unterwegs war. Allerdings ist dadurch nicht erkenntlich, ob sich die Person beispielsweise eher Videos mit negativen oder witzigen Inhalten angesehen hat. Auch aus einer hohen Nutzung von Instagram geht nicht hervor, ob die Person sich zum Beispiel viele Bilder-Stories angesehen hat – oder es in der aktiven Zeit mit Mobbing in den Kommentaren zu tun bekam. Kurz: Durch die Statistik wird nicht deutlich, ob sich eure Nutzung auf euer Wohlbefinden auswirkt.

Um einen Zusammenhang zwischen Smartphone-Nutzung und Wohlbefinden herzustellen, bräuchte es detailliertere Daten. Das würde aber wieder bedeuten, dass die jeweiligen Unternehmen wie beispielsweise Google und Facebook ihre Daten an die Statistik-App geben müssten. Selbst wenn die großen Unternehmen ihre gesammelten Informationen herausgeben würden, wäre da noch ein weiteres Problem: Wollen die Nutzer diese Weitergabe? Oder ist ihnen die Privatsphäre wichtiger als ausführlichere Nutzungs-Statistiken?


Weitere Artikel zum Thema
Keep it private: WhatsApp will Screens­hot-Funk­tion sper­ren
Michael Keller
Screenshots in Privatchats sind bei WhatsApp vielleicht bald nicht mehr möglich
Wenn ihr bei WhatsApp Screenshots machen möchtet, habt ihr vielleicht bald das Nachsehen: Der Messenger-Dienst will diese Funktion einschränken.
Face­book arbei­tet an Konkur­renz zu Siri und Alexa
Francis Lido
Facebook Portal könnte dem Sprachassistenten ein Zuhause bieten
Facebook arbeitet offenbar an einem Sprachassistenten. Müssen sich Amazon, Apple und Google Sorgen machen?
Apple erleich­tert das Finden von Freun­den und iPhone – mit einer App
Christoph Lübben
Ihr habt euer iPhone verlegt oder eure Freunde verstecken sich? Künftig hilft euch eine einzige App weiter
Eine App, um Hab und Gut sowie soziale Kontakte zu finden: Apple arbeitet angeblich an einer neuen praktischen Anwendung – und an einem Gadget.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.