Drohnen: Nutzer sollen künftig Führerschein machen

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Kaum einer weiß es: Ihr müsst Eure Drohne immer im Blick behalten
Kaum einer weiß es: Ihr müsst Eure Drohne immer im Blick behalten(© 2016 YouTube/DJI)

Führerschein bald Pflicht? Für Drohnen-Flieger gibt es aktuell kaum Hürden, bis der kleine Flug-Roboter in die Luft darf. Mit einer Genehmigung kann man in Deutschland zudem (fast) überall Fliegen – Gesetze gibt es natürlich trotzdem. Doch vor allem dürfen die Drohnen-Piloten auch "nach Lust und Laune" fliegen. Das soll sich künftig mit einem Führerschein für die unbemannten Mini-Hubschrauber ändern.

Laut der Südeutschen Zeitung sind allein in diesem Jahr mehr als 400.000 Drohnen nach Schätzung der deutschen Flugsicherung verkauft worden. Deshalb wird in Deutschland nicht nur der Eingriff in die Privatsphäre diskutiert, der durch die Flugobjekte entstehen kann, sondern auch das Problem abstürzender Drohnen. Dabei reden wir von Abstürzen, die der Pilot selber zu verschulden hat und nicht etwa einen herbeigeführten Absturz (in den Niederlanden werden beispielsweise Greifvögel darauf trainiert, Drohnen vom Himmel zu holen). Klar ist: Ein Führerschein muss her, um das Chaos im Luftraum zu beseitigen.

Antrag reicht aktuell aus

Grundsätzlich sollen die Piloten lernen, Entfernungen und Höhen einzuschätzen. Auch ist kaum einem Drohnen-Besitzer bekannt, dass er sein Gadget laut Vorschrift ständig im Auge behalten muss und maximal 100 Meter hoch fliegen darf. Ohne einen verpflichtenden Drohnen-Führerschein bleiben beispielsweise vom Himmel stürzende Drohnen also eine Gefahr. Auch lernen die Flieger sonst nur durch Engagement, welche Rechte und Pflichten sie mit dem Mini-Hubschrauber genau haben. Deshalb fordert die Deutsche Flugsicherung eine Verschärfung der Gesetze. Diese beinhaltet auch eine Registrierpflicht, wie sie auch schon in den USA seit über einem halben Jahr zum Einsatz kommt.

In Deutschland müssen sich die Hobby-Piloten bisher nur eine Fluggenehmigung beim jeweiligen Bundesland holen. Wie so eine Genehmigung erteilt wird, handhabt jedes Bundesland anders. In Hamburg sollen die Flieger beispielsweise der zuständigen Behörde ihre Flugkünste demonstrieren, bevor der Antrag bejaht wird. In anderen Bundesländern reicht es dagegen aus, einen Antrag auszufüllen und abzuschicken.

Drohnen-Schulung kostet bis 500 Euro

Wer aktuell eine Drohnen-Schulung freiwillig besuchen möchte, muss je nach Schule und Seminar zwischen 150 und 500 Euro zahlen. Dafür lernt Ihr allerdings, wie Ihr startet, fliegt und zielgenau landet. So lernen die freiwilligen Schüler beispielsweise, wie sie mit der Drohne kleinere Objekte präzise vom Boden aufsammeln oder auch in einer Flughöhe von knapp 100 Metern die Übersicht über das Fluggerät nicht verlieren.

Ob und wann solche und weitere Übungen verpflichtend für angehende Drohnen-Piloten werden, steht noch offen. Die Gesetzesänderung könnte allerdings nicht nur Auswirkungen auf Hobby-Flieger haben. Gewerbliche Drohnen-Profis könnten mit so einem Führerschein etwa das Recht erlangen, Ihre Fluggeräte auch ohne Sichtkontakt zu steuern. Gerade bei Musikfestivals kann die Drohnentechnik beispielsweise dafür sorgen, dass die Veranstalter das gesamte Camping-Gelände im Blick haben. Dem dafür zuständigen Piloten könnte eine solche Genehmigung also durchaus den Job erleichtern.


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