Duet Display getestet: iPhone und iPad als Zweitmonitor

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Praktisches Tool: Mit Duet Display verwandelt Ihr jedes iOS-Gerät in einen Zweitmonitor
Praktisches Tool: Mit Duet Display verwandelt Ihr jedes iOS-Gerät in einen Zweitmonitor(© 2015 CURVED)

Zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter versuchen sich als App-Entwickler und zaubern mit Duet Display eine ungewöhnliche App aus dem Hut, mit der Euer iPhone oder iPad zum zweiten Monitor Eures OS X-Rechners mutiert. Wir haben die teure App angetestet. 

Die Idee, ein iPad oder iPhone als zweiten Bildschirm zu nutzen, ist nicht wirklich neu. Mit Air Display 2, iDisplay und DisplayPad stehen schon seit Längerem Apps zur Verfügung, die den Desktop des Macs auf ein iPad oder auch iPhone erweitern. Das Problem bei all diesen Apps ist die Latenz und die allgemeine Performance. Sie alle erhalten die Bildinformationen kabellos, was meist zu unbefriedigenden Ergebnissen führt. Da Duet Display auf eine Kabelverbindung setzt, sollte die Darstellung flüssiger und auch stabiler sein als bei den Konkurrenz-Apps.

Plug and Play at its best

Um Euer iPhone oder iPad als zweiten Monitor für den Mac zu nutzen, braucht Ihr zwei Anwendungen. Zum einen ist da die mit 15,99 Euro sehr teure Duet Display-App und dann noch die kostenlose Companion-App für den Mac. Sind beide installiert, müsst Ihr nur beide Programme starten und dann das iPhone oder iPad per Kabel mit dem Rechner verbinden. Dabei ist es egal, ob das iDevice schon über Lightning oder noch mit dem guten alten 30 Pin-Stecker angeschlossen wird. Für den Test habe ich ein iPhone 6 Plus per Lightning-Kabel und mein iPad 3 mit dem alten 30 Pin-Anschluss genutzt. Beide wurden anstandslos erkannt und sofort die Arbeitsfläche auf das iDevice erweitert. Aktuell wird jeweils nur ein angeschlossenes Gerät erkannt, aber die Entwickler arbeiten daran, dass man mehrere iOS-Geräte zeitgleich nutzen kann. Über die Mac-App – an einer Windows-App wird schon gearbeitet – lässt sich manuell noch die Auflösungen des iOS-Gerätes variieren, sodass Ihr selbst entscheiden könnt, welche die optimale Auflösung für Euch ist.

Die Inhalte auf dem zweiten Display werden fast ohne Zeitverzögerung angezeigt, sogar Videos lassen sich auf das iPhone oder iPad auslagern. Der Ton wird dann aber weiter am Mac ausgegeben, während das Bild auf dem Bildschirm des iDevices läuft. Einzig der Präsentationsmodus von Apps wie Chrome und Ähnlichen funktioniert nicht auf dem iOS-Bildschirm. Aber Hauptanwendungszweck von Duet Display liegt auch nicht in der Unterhaltung, sondern mehr in der Produktivitätssteigerung.

In meinem Fall kann ich damit zum Beispiel hervorragend Werkzeugpaletten von Photoshop oder auch den Viewer von Final Cut auf den hinzugewonnenen Bildschirm auslagern – oder während des Artikelschreibens einfach mal den Email-Client oder Skype aufs Mobilgerät verschieben. Praktisch: Da das iDevice per Kabel angeschlossen ist, wird es nebenher auch noch aufgeladen. Leider saugt das MacBook dafür dann mehr Energie und läuft Gefahr, bald seinerseits auf ein Ladekabel angewiesen zu sein.

Fazit:

Für eine App 15,99 Euro zu zahlen ist schon sehr happig. Aber wenn Ihr zu Hause noch ein iPad herumfliegen habt, das sonst eh kaum mehr Verwendung findet, weil Ihr mittlerweile auf ein neues iPhone 6 oder 6 Plus umgestiegen seid, dann könnt Ihr dem iPad mit Duet Display eine neue Aufgabe geben. Außerdem sind die Kosten für die Software im Vergleich zu einem neuen Monitor wesentlich geringer. Vor allem weil Ihr dank der Touch-Unterstützung des iPads auch schnell Aktionen auslösen könnt, ohne den Mauszeiger auf den zweiten Screen zu schubsen. Sinnvoll ist Duet Display aber auch nur für iPads und iPhones ab dem 6er. Auf einem iPhone 5s oder gar älter würde alles zu einem Mäusekino ausarten.

Ich werde Duet Display jedenfalls weiter nutzen, wenn ich gerade mal wieder in Final Cut oder Photoshop arbeiten muss, um die Werkzeuge auszulagern.


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