Ehe-Aus zwischen Sony und Ericsson

Es hatte sich in den vergangenen Tagen ja bereits angedeutet, jetzt ist es offiziell: Die Ehe zwischen Sony und Ericsson ist nach rund zehn Jahren beendet. Sony übernimmt die 50 Prozent Anteil an dem schwedisch-japanischen Joint Venture von Ericsson.

1,05 Milliarden Euro lässt sich Sony die Übernahme kosten. Damit geht auch eine ganze Reihe an Patenten an Sony, die die Japaner zukünftig in ihren eigenen Produkten nutzen können. Wie das Nachrichtenmagazin Bloomberg berichtet will Sony sich zukünftig mehr auf die Produktion von Smartphones konzentrieren. Damit sollen auch die rückläufigen Zahlen aus Sonys Fernsehgeschäft wett gemacht werden. In den letzten sieben Jahren musste Sonys Fernsehsparte große Einbußen hinnehmen.

Sony erhofft sich von der Übernahme, dass Entscheidungen schneller umgesetzt werden können. Die Marke Sony Ericsson wird zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Sony und soll in den Konzern eingegliedert werden. Medienberichten zufolge will Sony die Handy-Sparte möglichst schnell vollständig integrieren. Smartphones und Tablets – die Sony bisher losgelöst von Ericsson gebaut hat – sollen wohl auch stärker mit den Spielkonsolen vernetzt werden.

In den letzten Jahren hatte Sony Ericsson fast ein bisschen den Anschluss verpasst. Einstmals der viertgrößte Handy-Hersteller weltweit war das Joint Venture auf den neunten Platz zurückgefallen. Zwar hat Sony Ericsson gerade mit der Xperia-Reihe durchaus erfolgreiche Smartphones gebaut, war den Konkurrenten wie Apple oder Samsung aber immer ein paar Schritte hinterher. Mit der Übernahme von Sony Ericsson durch Sony sollen Entwicklungen in diesem Bereich auch schneller ablaufen, da die Wege kürzer sind und Entscheidungsfindungen schneller getroffen werden können. So zumindest die Theorie. Wie es Sony gelingt, dies in der Praxis umzusetzen, bleibt abzuwarten.

Beide Unternehmen haben die Übernahme bereits abgesegnet, im Januar 2012 soll der Deal abgeschlossen werden. Noch fehlt das Okay von den zuständigen Aufsichtsbehörden wie beispielsweise der EU-Kommission.